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Freitag, 7. Dezember 2012

55 Sekunden - At the Top


In Dubai angekommen und aus dem Bus raus, fangen wir an uns durch die Häuserschluchten zur Metro vorzukämpfen. Diese finden wir dann auch relativ schnell. Die Metrostationen sind in Dubai alle von der einen zur anderen Straßenseite mit einer Brücke verbunden. Von dieser Brücke kann man dann die siebenspurigen Straßen und den dazugehörigen Verkehr bewundern. Wenn man damit dann fertig ist - und wie wir keine Ahnung von Ticketsystem hat -dann rätselt man selbst erst ein wenig wie denn alles zusammenhängt, oder man fragt jemanden. In unserm Fall kam uns eine nette asiatische Mitarbeiterin der Metro zuvor und beriet uns in unserer Ticketentscheidung. Da wir noch nicht ganz genau wussten wie der Tag ablaufen würde, entschieden uns für einen Tagesticket, welches insgesamt 16 Dirham, ca. 3€, gekostet hat. 
Unseren ersten Ziele, die DubaiMall und der Burj Khalifa, seines Zeichens der höchste Turm der Welt, waren beide über die Metrostation „Burj Khalifa“ zu erreichen. Diese lag auch nur eine Station von unserer Station entfernt, sodass wir schnell da waren. 
Und dann ging‘s wieder raus aus der Metrostation und rein in die trockene, 28 °C warme Luft. Wir als waschechte Europäer ließen den klimatisierten DubaiMall-Bus, der uns knapp 200m weit gefahren hätte, links liegen und liefen lieber. Und wieder wurde an jeder Ecke gebaut. Nahezu keine anderen Leute auf der Straße, als wir und die Bauarbeiter. Nach besagten 200 Metern kamen wir dann an der DubaiMall an. Der ausgeschilderte Eingang befand sich In der Tiefgarage. In der Mall drin , steuerten wir als erstes den „Waterfall“ an. Nichts herausragendes. Danach ging‘s in den Food Court, da ja keiner von uns ein richtiges Frühstück hatte und es mittlerweile 13 Uhr war. Einmal durch den den kompletten Court, von zig Leuten umworben, doch bitte zu ihnen zu kommen, mit den Eindrücken von ca. 40 - 50 verschiedenen Essensmöglichkeiten, entschieden wir uns für eine Pizzeria. Im Grunde das einzig billigste Restaurant. Denn wir als Backpacker müssen natürlich auf unser Budget achten. Die Pizza Margarita war schwer in Ordnung und wurde sogar im Steinofen gebacken. Auch wieder von einem Asiaten. Irgendwie kommt es einem vor, als ob in ganz Dubai nur Asiaten arbeiten.
Nach unserem Mahl machten wir uns auf Richtung Burj Khalifa - At the Top. Der Eingang befand sich gleich in der Mall. Kurz das obligatorische Touristenfoto vor der Burj-Miniatur gemacht und dann ging‘s durch den Sicherheitscheck. Am Ende mussten wir beide unsere Taschen abgeben. Am Anfang gibt es eine kleine Ausstellung wie der Burj gebaut wurde und wie man auf das Design kam. Und dann geht es hoch. Ca. 53 Sekunden brauch der Aufzug für den 123. Stock. Und während dieser Zeit gibt‘s, dank den Wänden aus LCD-Screen‘s eine kleine Show.
Oben angekommen kann man dann einen 360° Blick auf Dubai und Umgebung genießen. Die Terrasse nimmt dabei nur ca. 1/5 ein. Aber auch durch die Fenster hat man einen super Blick. Nur mit den Fotos ist es dann ein wenig schwer. Und sogar an Leute mit schwachen Blasen und an die Souvenirsüchtigen hat man im 123. Stock gedacht. Hierbei sei anzumerken, dass ich nicht aus Blasenschwäche auf Klo gegangen bin, sondern vielmehr um sagen zu können einmal im 123. Stock auf Klo gewesen zu sein ;) . 
Die ganze Burj Khalifa Aktion hat dann am Ende ca. eine Stunde gedauert. Bleibt die Frage ob sich das ganze gelohnt hat. Ich würde sagen: Ja. Man sollte vielleicht nicht extra wegen dem Turm nach Dubai kommen, aber wenn man schonmal da ist sind die 100 Dirham für das Onlineticket in Ordnung. Anders sieht es da bei dem Vor Ort Kauf aus. 400 Dirham - ca. 80€ - sind für das gebotene ein wenig übertrieben.
Nach unserm Ausflug „At the Top“ wanderten wir weiter durch die Mall. Wir verkniffen uns ausnahmsweise mal den Einkauf bei Dolce&Gabbana, Louis Vuitton, Channel und Konsorten. Stattdessen guckten wir uns noch schnell das Aquarium an und verließen die Mall. Draußen fanden wir dann ein schattiges Plätzchen. Wir besprachen die weitere Tagesgestaltung und genossen eine kalte Brise. 
Wir fassten den Entschluss schon jetzt zu versuchen mit einem Früheren Etihad-Shuttle zurück nach Abu Dhabi zu kommen. Also rein in die Metro. Zurück in den Financial District. Marcel entdeckte von der Metrobrücke aus einen kleinen Supermarkt, welchem wir dann auch einen Besuch abstatteten. War ein wirklich kleiner Kramladen. Sah sehr ursprünglich aus. Die Preise waren geradezu lachhaft. 1,5 Dirham für eine Dose Cola. Mit unseren neuen schön gekühlten Errungenschaften ging es dann zum Etihadbüro. Nach kurzem Missverständnis konnten wir herausfinden, dass der nächste Bus um 18 Uhr abfährt. Also setzten wir uns auf den Bordstein und genossen unsere Getränke. Denn Sitzplatzmöglichkeiten sind in Dubai Mangelware. Als der Bus dann endlich nach 1 1/2 Stunden kam vielen wir erschöpft in die Sitze und versuchten ein wenig Schlaf aufzuholen.  Mittlerweile waren wir geschätzt mehr als 34 Stunden auf den Beinen. 
Wieder am Flughafen suchten wir nach einem Taxi. Wir konnten zwei andere Reisende beobachten, die scheinbar Planlos in der Gegend rumguckten. Diese wurden kurzerhand angesprochen. Es stellte sich heraus, dass sie aus Österreich kamen und um 22 Uhr weiter nach Sydney fliegen. Anscheinend fliegt alle Welt nach Sydney!? Nun gut, damit fiel der Plan sich das Taxi mit den beiden zu teilen flach und wir fuhren zu zweit ins Hotel.

Hier ein paar impressionen:



Die Aufzugshow
Das Schattige Plätzchen


DubaiMall
Eisbahn in der DubaiMall


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Donnerstag, 6. Dezember 2012

Und dann ging's los!



Am Dienstag um 20 Uhr ging es dann also zum Flughafen. Der große Tag war da. Nach der Gepäckaufgabe verabschiedete ich mich von meinen Eltern und begab mich in den Wartebereich. Pünktlich um 21:20 kam der Aufruf zum Boarding. Nach und nach bildete sich eine Schlange. Und wurde immer länger und länger. Nach 15 Minuten kam langsam Unruhe auf. Um 21:50, der geplanten Abflugzeit kam der Aufruf, dass man wegen einer noch nicht eingetroffenen Maschine aus Skandinavien nicht mir dem Boarding beginnen könne. Lautes Gestöhne. Neue Boardingzeit: 22:50. Noch lauteres Gestöhne. Die Schlange lichtet sich wieder, die Sitzplätze füllten sich. Um 22:30 ging es dann endlich los. Ich begab mich auf meinen Platz (15C), die zweite Reihe in der Economy Class. Neben mir eine Frau mit 3 kleinen Kindern. Dafür links neben mir ein netter Vielflieger, mit gutem Humor. Leider war die Ablage über mir so voll, dass ich meine Tasche unter den Vordersitz schieben musste. Nach ca. 15 Minuten wird ein offensichtlich aus Russland stammender Fluggast aus dem Flugzeug gebracht. Es sei nur soviel gesagt: Ich habe mich gewundert, dass er die Stufe aus dem Flugzeug noch bewältigen konnte. Und er war nicht der einzige der schon etwas mehr intus hatte. 
Nach durchforsten des Filmprogramms entschied ich mich für Man in Black 3. Nach ca. 2 1/2  Stunden und einem mäßigen Abendessen war dann der nächste Film dran. Prometheus. Eher durchschnittlich und seeeeeehr langatmig. Nach diesem Film hatte ich  dann noch ca. 3 Stunden vor Landung und ich fasste den Entschluss zu Schlafen. Das ganze war dann eher weniger Schlafen, als vielmehr eine „Augenruhe“. Um 7:30 landeten wir dann in Abu Dhabi. Mit 35 minütiger Verspätung. Mit ein bisschen Glück und dem Vorteil der Zweiten Reihe konnte ich noch den Business Class-Bus zum Terminal nehmen. 
Aufgrund der Verspätung beschlich mich allerdings der Gedanke ob ich denn meinen Reisepartner, Marcel, ohne weiteres finden würde. Diese Gedanken wurden dann nur noch weiter verstärkt als ich den Schilderwald im Terminal sah. Meine Entscheidung einfach stur dem Luggage Return Schild zu folgen erwies sich als richtig. Ich fand mich schnell an der Passkontrollstelle wieder. Nach weiteren endlos erscheinenden 15 Minuten, einem gut gelaunten Kontrolleur und ein wenig smalltalk mit eben diesem, begab ich mich zu den Gepäckbändern. Ich sah „Jemen“, „Bangkok“ und andere exotische  Städte, aber leider kein „Berlin Tegel“. Doch dann viel mir das „Luggage Return 6-8“ Schild auf. In dieser Halle angekommen sah ich dann wiederum einen Etihad-Airberlin-Ankunftsbildschirm. Dieser zeigte an, dass mein Gepäck angeblich an Band 1 zu finden sei - na super. Also zurück. Unterwegs noch schnell ein paar deutlich verwirrten Tegel Mitreisenden den Weg gewiesen, erklärt was ich so vorhabe und dann auch relativ schnell den Rucksack an Band 1 gesehen. Der Transportsack war zum Glück noch heil. Und dann ging‘s raus. 

Ich hatte mir überlegt, gleich nach der Abflugtafel zu suchen. Doch so weit sollte es nicht kommen. Nach 10m hörte ich von rechts „Jonas, Jonas, hey Jonas Rufe“. Erleichtert sah ich Marcel. Dann ging die suche nach einem Taxi los. Mit kurzer Verzögerung fanden wir sie und wurden sofort von einem Araber umworben. Wir sagten ihm unser Ziel und er bot uns ein Taxi zum Festpreis von 55 Dirham und ein Taxi mit Taxameter an. In Eile, da wir um 9:30 Uhr denn Etihadshuttle nach Dubai kriegen mussten, entschieden wir uns für das Festpreistaxi. Uns wurde ein großer Lexus, mit noch in Plastik verpackter Sonnenblende und Lenkradhebeln, zugewiesen. Nach zehn minütiger Fahrt kamen wir am Centro Yas Island an. Es war inzwischen 9:10 Uhr. Der Concierge hatte sichtlich Probleme unsere Buchung zu finden bzw. zu verstehen. Ich erklärte ihm kurz unsere brenzliche Lage und er bot uns sofort an, das Gepäck im Luggageroom zu lassen. Schnell stürmten wir zu den wartenden Taxis. Wir verzichteten auf die S-Klasse und entschieden uns für ein normales Taxi. Das sollte sich noch als sehr interessant erweisen. Anscheinend hatte der liebe Taxifahrer den falschen Beruf gewählt. Anstatt Taxifahrer hätte er lieber Formel1 Fahrer werden sollen. Er funktionierte die Straße konsequent zur Rennstrecke um. Ein Tunnel der mit 40 hm/h Maximalgeschwindigkeit ausgeschrieben war, wurde kurzerhand mit 130 km/h  durchfahren. Kurven in der Ideallinie genommen und Die Gänge voll durchgezogen. Auch ein kleines Duell zwischen ihm und einem anderen Taxi gewann er problemlos. Doch komischerweise haben wir diesen Ritt Überlebt. Zwar durchgeschwitzt - nicht etwa wegen seinen Fahrkünsten oder aus Angst, sondern vielmehr wegen Nichtgebrauch der Klimaanlage - aber immerhin lebendig und auch deutlich billiger. Um genau zu sein kostete uns dieses Taxi nur die Hälfte des Preises von der Luxusausgabe.
Um 9:25 Uhr kamen wir dann am Flughafen an. Der Bus war zum glück noch da. Nach Vorzeigen unserer ausgedruckten Buchung, einem Stirnrunzeln vom Fahrer, aber schlussendlich dem Einlass in den groß angepriesenen Luxus-Super-Duper-Bus, endete vorerst unsere Zeit in Abu Dhabi. Der Bus stellte sich dann als nicht ganz so super-duper heraus. Eher als 0815 Reisebus der schon lange in Benutzung ist. Immerhin gab es kostenloses Wasser. 
Und dann kamen die ersten Ausläufer von Dubai in Sicht. Rechts und Links Hochhäuser. Und dazwischen fast genau so viele Baustellen. Wir in der Mitte auf der siebenspurigen Straße. Wohlgemerkt sieben Spuren in jede Richtung.


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