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Montag, 29. Dezember 2014

Chiang Rai und ein großes Wiedersehen


Geschehnisse vom 10.05 - 12.05.2014:

Am nächsten Morgen wachte ich zugegebenermaßen etwas spät auf. Ich hechtete noch schnell zum Restaurant meines Vertrauens, bestellte ein Frühstück, lief schnell meine Sachen holen, bevor ich auch schon das wartende Tuk-Tuk bestieg, welches mich zum Busbahnhof brachte. 
Dort angekommen war mir und ein paar Mitreisenden erst mal nicht klar welcher denn der richtige Bus sei. Manche spekulierten auf den großen geschlossenen Reisebus, wohlmöglich klimatisiert. Doch aus Erfahrung ist das meist nicht der Bus den man selber nehmen muss. Und so war es dann auch. Der Bus, der an die Thailändische Grenze nach Huay Xai fuhr, war etwas einfacher gestrickt. Der Begriff „Chicken Bus“ trifft es wohl ganz gut. Die Seiten mit offenen Fenstern, innen eigentlich schon komplett voll und jeder hatte noch irgendwas auf seinem Schoß. Da der Bus schon recht voll aussah, fackelte ich nicht lange und stieg einfach mal ein, wohingegen die anderen noch etwas unentschlossen warteten - großer Fehler da man so meist die schrecklichsten Plätze bekommt. Ich saß dann in der Mitte des Ganges auf einer Art Notsitz. Die anderen quetschten sich irgendwie hinein. 
Die Fahrt war ganz ok. Nicht besonders schlimm und nicht besonders gut. Wir machten sogar einen kleinen Stopp. 
Dann waren wir irgendwann in der Nähe der Grenze. Ich teilte mir dann ein Tuk-Tuk, mit einer anderen Deutschen, dass uns zur eigentlichen Grenze brachte. Auf der Fahrt dorthin versuchte noch einer der Mitreisenden auf seinem Fahrrad mit dem Tuk-Tuk mitzuhalten, aber irgendwann musste er aufgeben. 
An der Grenze trennten sich dann auch schon wieder unsere Wege. Ich steig in ein weiteres Tuk-Tuk, das mich in eine kleine Stadt auf der thailändischen Seite brachte, von der aus ich dann einen Bus nach Chiang Rai nehmen würde.
Der Tuk-Tuk Fahrer ließ mich irgendwo raus, meinte ich müsste in die kleine Gasse und da hinten würde dann der Bus stehen. Und man soll es nicht glauben aber da stand dann wirklich n’ Bus. Vor einem kleinen Markt. Und ich muss sagen das war mit Abstand der geilste Bus den ich bis jetzt gesehen habe. Innen komplett Rot lackiert, Sitze Rot, überall Ventilatoren, Vorne eine komplette Heimkinoeinrichtung. Aber der Bus hatte definitiv schon gut 50 Jahre auf dem Buckel. Irgendwann erwachte der alte Dieselmotor dann zum Leben, ich kaufte ein Ticket und merkte warum Thailand auch „Land des Lächelns“ genannt wird. 
Es stiegen ab und zu mal ein paar Leute zu aber ansonsten fuhren wir ohne große Verzögerungen auf den gut asphaltierten Straßen Richtung Chiang Rai. Die Landschaft erinnerte stark an andere Teile in Asien aber irgendwie hatte die ganze Szene etwas anderes. - Ich musste zugeben, war ganz nett in Thailand. 
In Chiang Rai angekommen manövrierte ich mit meinem Handy zum Hostel, welches etwas außerhalb des Zentrums lag. Was mich ein wenig wunderte war, dass ich kein einziges Mal von einem Tuk-Tuk Fahrer belästigt wurde. 
Schon gut verschwitzt im Hostel angekommen, checkte ich ein, freute mich über die gut funktionierende Klimaanlage im Zimmer und duschte erst mal. 
Dann las ich noch ein bisschen über Chiang Rai, bevor ich mich noch mal ins Getümmel stürzte. Leider gab es ein Tage zuvor ein stärkeres Erdbeben, welches die Hauptattraktion, den weißen Tempel etwas zerstört hatte. Dieser war gesperrt worden und so blieb mir nur die Stadt. Also lief ich ein bisschen rum, bewunderte den goldenen Brunnen und das Gewusel in der Stadt. 


Harrie war auch in Chiang Rai und wir wollten uns dann Abends noch mal auf ein Bierchen treffen. Ich saß gerade beim Essen, als er mir schrieb. Im Anschluss suchte ich die Bar, die er beschrieben hatte, konnte sie aber beim besten Willen nicht finden. Da ich dann auch kein Wifi mehr hatte ging ich erst mal zurück ins Hostel und guckte ob er zurückschrieb. Machte er aber leider nicht.
In meinem Zimmer war auch nicht viel los. Zwei schweigsame Asiatinnen waren noch da, aber mehr oder weniger auch schon am schlafen. So blieb ich dann im Zimmer und schmiedete Pläne wie es denn weitergehen würde…

Da ich mich auch recht schnell mit Lars in Chiang Mai treffen wollte und Chiang Rai auch schon komplett abgeklappert war, entschied ich mich am nächsten Tag den Bus nach Chiang Mai zu nehmen. Die Rezeptzionistin im Hostel sagte zwar zu mir das ich evtl. Pech haben könnte, da die Tickets oft schnell ausverkauft seien, aber am Ende bekam ich noch ganz easy eins. Dieses Mal ging es mit einem neuen klimatisierten Reisebus weiter. War mal eine nette Abwechslung, wenn auch schon fast langweilig so zu reisen ;)
Die Fahrt dauerte etwa drei Stunden. Am Busterminal in Chiang Mai nahm ich mir ein Tuk-Tuk welches mich zu Lars’ Hostel brachte. In Chiang Mai war der Verkehr schon etwas chaotischer, aber im Vergleich zu Vietnam fast schon entspannt. 
Gerade als ich nach dem reservierten Bett fragte, sah mich der Lars von der Relaxarea und stürmte gleich auf mich zu :D 
Dann kam auch noch eine Nachricht von Mark, den ich das erste mal in Vietnam getroffen hatte. Er war auch in Chiang Mai!
Mit Lars ging ich dann erst mal was essen. Mein erstes Pad Thai konnte voll und ganz überzeugen und ich freute mich schon auf weitere leckere thailändische Köstlichkeiten. 
Wir orderten dann glatt noch eine zweite Portion und quatschten erst mal ne Runde. 
Dann ging es zurück ins Hostel. Lars hatte Nina, eine Norwegerin, kennengelernt. Zusammen gingen wir dann in ein anderes Restaurant. Mark wohnte gleich nebenan, also ging ich ihn kurz suchen. Die Rezeption dachte zwar, dass er schon lange ausgezogen sei, aber nach knapp fünf Minuten traf ich ihn dann auf der Straße. Zusammen gingen wir zurück ins Restaurant und tranken erst mal eine kalte Runde Chang Bier. 
Mark und Nina aßen noch eine Kleinigkeit, bevor Lars uns noch mal das Thai Boxen schmackhaft machte, was etwas später stattfinden würde. 
Zum Glück lag das Restaurant nur ein paar Schritte von der Arena entfernt, ansonsten hätte uns der Monsunregen wohl weggespült. 


Die Kämpfe war hart und wir waren überrascht, dass auch schon achtjährige gegen einander kämpften. Als das Spektakel zu Ende war, hatte zum Glück auch der Regen aufgehört und so ging es ein paar Meter die Straße runter noch etwas Essen. An diesem Abend hatte ich dann noch eine ziemlich scharfe Begegnung mit der Chilesauce die überall auf den Tischen steht. Dann ging es zurück ins Hostel.
Wir wunderten uns dann noch über den Armeetransporter und die zahlreichen Soldaten die auf dem großen Platz in Chiang Mai rumstanden. Aber das sollte in den nächsten Tagen auch noch mehr Sinn machen.

Lars und ich hatten im Voraus schon mal ein bisschen besprochen was für Schabernack wir am Ende der Reise noch treiben könnten. Ich hatte irgendwann mal von jemanden gehört, dass es im Norden von Chiang Mai aus einen Rundkurs gab. Und das war nicht irgendein Rundkurs, sondern der „Mae Song Loop“. 1864 Kurven und knapp 430 km ohne Umwege. Manche fahren das in vier Tagen weg, wir hatten theoretisch sechs.
Jetzt zu schreiben, wir nutzten den nächsten Tag, um die Reise zu planen wäre vielleicht etwas übertreiben. Wir lasen noch ein bisschen im Internet, luden uns ein zwei schlechte Karten herunter und den Rest des Tages war Lars mit Nina in einem Hochseilgarten, ich stromerte ein bisschen durch die Stadt, aß hier und da mal was und wartete dann auf die beiden. Nina wollte am Anfang eigentlich auch mitkommen, entschied sich dann aber im letzten Moment noch dagegen. Mark konnten wir leider auch nicht überzeugen, da es für ihn auch recht knapp geworden wäre, da er einen Flug nach Nepal kriegen musste. Und dazu musste er auch noch nach Bangkok. So blieb also am Ende nur noch das Dream-Team über. 

Abends erkundeten wir noch ein bisschen die Gassen von Chiang Mai und aßen dann wieder viel zu viel. Aber es war einfach zuuu gut. 


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Dienstag, 24. Juni 2014

Hanoi und Cat Ba Island


Geschehnisse vom 19.04. - 24.04.2014:


Hanoi 

Ich entschied mich dann mit Dylan und Mark am nächsten Tag nach Hanoi zu fahren. Die beiden waren beide heiß auf den Zug, gerade Mark, da er als Amerikaner Langstreckenzüge in der Form nicht wirklich kannte. 
Um halb 10 nahmen wir dann also einen klapprigen local Bus, mit dem wir dann erst mal ein bisschen durch das Dorf fuhren. Dann blieben wir stehen und wurden alle raus gescheucht. Aber der Ersatzbus stand schon bereit. So ging es dann mit dem weiter. An uns zogen wie immer die Reisfelder und die Landschaft des wirklich schönen Vietnams vorbei. Dann kamen wir irgendwann an einer Tankstelle an. Dort blieben wir dann wieder stehen. Es machte den Anschein, dass noch nicht einmal die Einheimischen wussten, was gerade los war. Manche steigen aus, manche liefen ein bisschen rum. Planlosigkeit bei jedem. Irgendwann kam dann noch ein anderer Bus, der sich technisch wohl auf dem gleichen Niveau befand, wie der Erste. Mit diese ging es dann die letzten Kilometer nach Dong Hoi, wo sich der Bahnhof befand. Dort angekommen, mussten wir dann wie immer den kleinen Ansturm an Taxifahrern überstehen, bevor wir dank Google Übersetzter einem der Busfahrer klar machen konnten, dass wir den Bahnhof suchten. Er lotste uns in eine Richtung, welche auch grob mit Google Maps übereinstimmte. Was würde man nur ohne die Technik machen...


Eine weitere Frau mussten wir dann noch Fragen, wo wir den hinmussten. Sie fand das auch sichtlich lustig, als wir alle unser „Tuuut Tuuut und Tuff Tuuff“ machten. Sie wusste nicht was wir meinten, also wurde wieder das Handy mit der Übersetzungsapp gezückt. 
So kamen wir nach etwas mehr als zwei Kilometern endlich am Bahnhof an. Da wir noch ungalublich viel Zeit hatten, kehrten wir erst einmal in einer Garküche ein und genehmigten uns schöne Banh Mi‘s. Die Besitzerin hatte viel Spaß mit uns und verabschiede sich dann am Ende mit einer klassischen „Brofist“. 
Dann gingen wir um Bahnhof und guckten uns die Preise an, welche uns etwas schockten. Ca. 800.000 Dong sollte ein Ticket kosten. Wir kehrten erst mal um und fanden heraus, dass ein Busticket wohl 300.000 kosten würde. Allerdings mussten wir noch zum Busbahnhof kommen. Außerdem wollten Mark und Dylan extrem gerne den Zug nehmen. 
Nach langem überlegen, kauften wir dann die Zugtickets. 
Danach aßen wir noch in einer anderen Garküche etwas und dann warteten wir auf den Zug. Der kam erst um 6 Uhr soweit ich mich erinnere. 
Das finden des richtigen Abteils war nicht ganz so leicht, und die Gänge im Zug waren definitiv auch nicht für Leute mit fetten Rucksäcken gemacht.
Nach kurzer Suche waren wir dann aber da. Mit einer vietnamesischen Familie aus Hanoi machten wir es uns bequem und schliefen eigentlich auch alle schnelle ein. 
Der Schlaf war sicherlich nicht der erholsamste aber besser als in einem Bus allemal. 
Um halb zwei waren wir dann in Hanoi und der Schaffner sah auch zu, dass er uns schnell aus dem Zug warf. Dabei war es sowieso Endstation. Der Andrang der Taxifahrer war nichts im Vergleich zu Dong Hoi, aber wir überstanden auch diesen. So wanderten wir dann erst mal durch die verlassenen Straßen des nächtlichen Hanoi‘s und kamen nach einem guten Marsch an dem Hostel an, in das wir eigentlich einchecken wollten. Die Tür war schon zu, aber nach einiger Weile wurden wir hereingelassen. Leider hatte das Hostel dann doch keinen 24 Stunden Check-In, womit wir nur unser Gepäck abladen konnten. 
Und was machten wir am liebsten? Richtig, Essen! 
Es war allerdings nicht gerade einfach, Essen zu dieser (Tages-)zeit aufzuspüren. Schließlich fanden wir aber eine Straße, in der noch einige Leute Suppen am köcheln hatten. Aber natürlich verlangten alle exorbitante Preise. Kein wunder wenn man drei Weißgesichter um 4 Uhr Nachts sieht, versucht man natürlich diese erst recht über‘s Ohr zu hauen. 
Wir versuchten die einzelnen Stände gegeneinander auszuspielen, was aber nur bedingt klappte. Wir entschieden uns also für eine Art Restaurant, wo es Stühle gab. 
Mark und Dylan wollten noch ein Banh Mi, aber am Ende bekamen sie nur ein Baguette von einem jungen typen, der nicht gerade als nett beschreiben werden kann. Dann aber kam der Boss. Er war sichtlich empört, wie wir behandelt wurden und tat alles, um unser kleines Mitternachtsmahl noch so angenehm wie möglich zu machen. 
Ab fünf Uhr liefen wir dann also einfach so ein bisschen durch die Straßen, denn Check-In war ja erst ab 14 Uhr möglich. 
Interessant waren die ganzen Leute die Pilates an einem See in der Stadt machten. Teilweise sah das ganze sehr amüsant aus. 
Dann war es irgendwann halb sechs und die ersten kleinen Stände machten auf. Wir hockten uns auf die winzigen roten Hocker und genossen erst einmal einen Becher Kaffee. Dann wanderten wir zum nächsten und tranken noch einen. Dort probierte Dylan dann auch von einem Einheimischen Tabak, der quasi durch eine Bong gezogen wurde. Man konnte ihm ansehen, dass dieser ziemlich stark war :D
Wir wanderten dann noch etwas umher, aßen mehr und dann traf Dylan noch ein paar alte Freunde wieder. Diese waren in einem anderen Hostel, wo man schon um 12 Uhr einchecken konnte. Das machten wir dann natürlich. Und dann hieß es erst einmal Entspannen, Duschen und Nichtstun.
Dylan‘s Freunde wollten uns dann noch zu einer Wandertour überreden, aber ich hatte wenig Lust und auch nicht wirklich die Zeit dazu. 








Viel lieber fuhr ich am nächsten Tag nach Cat Ba Island.
Cat Ba liegt in der Halong Bay Region und ist nicht ganz so überlaufen, wenn auch immer noch ziemlich voll mit Touristen. Dylan und Mark wollten noch einen Tag in Hanoi bleiben, also brach ich am nächsten Morgen alleine auf. Mit einem Moped ging es zum Busbahnhof. Man muss sagen, je mehr man in den Städten auf Mopeds unterwegs war, desto mehr Sinn machte der Verkehr und es kam einem schon fast geordnet vor. 
Dann stieg ich in einen der Busse und traf ein Mädel und einen Typen von den Phong Nha Caves wieder. Dann mussten wir auf ein Speedboot wechseln, mit dem wir eine halbe Stunde lang über das Meer peitschten. Dann ging es wieder in einen Bus, in dem dann leider nicht mehr alle sitzen konnten. Doch die Betreiber wussten sich zu helfen und stellten die kleinen roten Hocker in den Gang :D
Die Straßen machten Lust, sich einen Scooter zu mieten und einfach nur über die Insel zu brettern. 
Doch erst einmal mussten wir dann in der „Hauptstadt“ der Insel in ein Hostel einchecken. Keiner von uns hatte vorher gebucht, aber ich wusste eigentlich schon wo ich hin wollte.
Beim Einchecken dann der Schock. Wo zur Hölle war mein Pass? - Jop, noch im Hostel in Hanoi. Dumm gelaufen, aber Dylan und Mark würden ja am nächsten Tag auch kommen. Nach einem Anruf war das dann auch geklärt. 
Das Hostel stellte sich als ziemlich schick heraus. Doch es ging erst mal im Hafen etwas essen. Und wen sah ich dann schon wieder über die Straße laufen? Naaa klar, meine zwei Lieblingsdeutschen. Johannes und Otto. Die anderen aus dem Bus stießen dann alle langsam dazu, doch ich verabschiedete mich dann doch recht schnell, da ich die letzten 48 Stunden noch in den Knochen spürte. 

Zusammen mit Johannes und Otto miete ich mir dann Scooter. Schnell zur Tanke, zwei Banh Mi für jeden und dann ging es ab. Das ist wahrscheinlich eine der besten Sachen die man auf Cat Ba machen kann. Heizen!!!! Wie eigentlich fast überall in Vietnam :D
Erstes Ziel, war ein Nationalpark, in dem wir ein bisschen wandern wollten. Doch nach fünf Kilometern fanden wir alle, dass der Park irgendwie so aussah, wie schon 20 davor. Also drehten wir um und verbrannten stattdessen Benzin! 
Wir hielten an einer gesperrten Höhle, kletterten über den Zaun und bahnten uns unseren Weg, nur mit einer Handylampe, durch die Höhle. Über uns flitzte ab und zu mal eine Fledermaus vorbei.
Dann ging es weiter. Wir verfuhren uns ein bisschen, fanden dann aber schnell den richtigen Weg. Es gab ja sowieso nur eine Handvoll Straßen auf der Insel. Wir mussten ein paar Baustellen passieren, einmal flog mein Zündschlüssel bei voller Fahrt weg, aber ansonsten machten die Straßen einfach nur Spaß. 
Otto riskierte dann mit einem fast leeren Tank weiter zu fahren, blieb natürlich stehen und musste dann von uns zur Tanke geschoben werden...
Dann war der Tag auch schon wieder fast um. Mit Johannes hielt ich noch an ein paar Steilklippen und einem Berg, von dem man die ganze Stadt sehen konnte, während Otto schon ins Hostel fuhr. 
Gerade als wir die Scooter wieder abgaben, kam Dylan auf einem Bike vorbei und hatte etwas ganz wichtiges im Gepäck. Später checkten die beiden dann noch im gleichen Hostel ein und mit einer großen Gruppe ging es dann noch was Essen. 

Was ich am nächsten Tag machte, weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr genau. Könnte sein, dass das mal wieder ein Blog und Gammeltag war.





Den Tag darauf stieg ich dann aber in einen Bus, zurück nach Hanoi. Ich hatte nicht mehr so viel Zeit das Land zu verlassen und es sollte sich noch auszahlen, dass ich nicht auf den letzten Drücker gefahren war.
Die Überfahrt war ereignislos, nur dass ich ein weiteres Mädel von den Phong Nha Caves wieder traf ist vielleicht erwähnenswert. 
Mit etwas Glück, hatte ich am Vortag noch ein kostenloses Hotel in Hanoi bekommen, wo mich dann ein weiterer Mopedfahrer hinbrachte. Das Hotel lag im „Metallviertel“ der Stadt, war aber super schön und ich hatte schon fast ein pervers großes Zimmer. Viele Straßen in Hanoi, bzw. Vietnam kann man meist einem Überthema zuordnen. Weitere berühmte Vertreter wären die Juwelier- und Schrottstraßen. 
Dann galt es noch ein paar Vorbereitungen für Laos zu treffen. ich brauchte zB. US-Dollar, welche sehr, sehr schwer in Vietnam zu bekommen sind. Banken geben sie überhaupt nicht heraus, und ansonsten werden sie so halb unter der Theke gehandelt. 
Da ich aber noch ein Busticket brauchte, fragte ich gleich in dem Büro ob sie nicht welche hätten. Und die hatten sie. Bündelweise :D
Dann war alles erledigt. Ich ging noch mal zurück ins Hotel, dann war ich Abends mit Linda verabredet, welche ich mal in Borneo kennen gelernt hatte. Sie hatte bzw. lebte wieder in Vietnam für ein paar Monate. 
Abends holte sie mich dann mit ihrem Scooter ab. Dann mussten wir noch die Jahrhundertflut ausstehen, bevor es mit einem Helm von der Rezeption los gehen konnte. 

Wir aßen in einem urigen Laden, welchen man nur kennen konnte, wenn man schon halb Einheimischer war. quasi im Wohnzimmer einer Familie befand sich ein kleines Restaurant, welches aber richtig gut war. Wir verbrachten fast den ganzen Abend ab dem winzigen, angeschlossenen Balkon. Wir stoppten noch kurz da ich noch ein paar Sachen brauchte. Da traf ich dann noch einen Typen mit dem ich mich einmal auf Koh Rong in Kambodscha bei einer Party unterhalten hatte. Die Welt ist klein. 
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Sonntag, 18. Mai 2014

Floating Markets, Saigon und die Cu Chi Tunnels


Geschehnisse vom 30.03. - 03.04.2014:

Morgens gegen halb sechs ging es dann mit ein paar anderen und dem belgischen Pärchen zum Pier. Eine Frau sammelte das Ticket ein und wies uns einen Guide und Fahrer zu. Dann gingen wir durch ein paar schmale Gassen, bis wir an unserem Boot ankamen. 
Das Boot war schmal gebaut und wurde durch einen dieser typischen asiatischen Bootsmotoren angetrieben. Der Motor, vermutlich ein kleiner Automotor, sitzt auf einer drehbaren Scheibe. Nach hinten geht dann ein ziemlich langes Roh weg, an dessen Ende der Propeller ist. Sehr abenteuerlich, aber funktioniert.
Mit dem Sonnenaufgang fuhren wir dann den Fluss hinunter. Hier und da mal ein anderes kleines Boot. Links von uns zischten immer die großen Tourboote an uns vorbei, auf denen mal locker um die 50 Leute Platz hatten. 
Die Fahrt dauerte ca. 40 Minuten, dann sahen wir die ersten Ausläufer der „Floating Markets“. Recht große bauchige Boote überall. Dazwischen kleinere die hier und da mal anhielten um neue Waren einzukaufen. Im ersten Abschnitt gab es ausschließlich Ananas. Teilweise quellten die Boote schon über. 
Und es war eng. Unser Fahrer hatte von dem Motor zu Paddeln gewechselt, da das manövrieren sonst nicht möglich gewesen wäre. Irgendwann krachte dann aber doch ein anderes, deutlich größeres Boot in uns herein. Dummerweise traf es genau unseren Propeller, der dann prompt erst mal zerbrach. Aber unserer Fahrer war zum Glück vorbereitet. Es dauerte eine Weile bis der alte abmontiert war, aber am Ende waren wir wieder Fahrbereit. 
Nach den Ananas kamen dann noch diverse andere Früchte. Auf einem Boot lief sogar ein Hahn herum, der nicht so recht wusste wie ihm geschah :D
Als wir dann noch einem großen Tanker ausgewichen waren, fuhren wir weiter zu einer Reisnudelfabrik. Diese lag in einem der kleineren Kanäle und wurde auch von den meisten anderen kleineren Booten angefahren. 
War interessant zu sehen, wie schnell und eigentlich auch einfach die Nudeln hergestellt werden. 
Danach fuhren wir den kleinen Kanal noch weiter ins Landesinnere, um zu sehen, wie die Locals lebten. Irgendwann wurde das Grünzeug zu dicht, also drehten wir um. 
Auf der Rückfahrt kamen uns dann noch mal mehr Tourenboote entgegen als auf der hinfahrt. Selbst unser Guide und der Fahrer waren erstaunt wie viel Betrieb auf dem Fluss war. 
Die beiden setzten uns dann an dem Pier eines Restaurants ab, der in der Nähe von unserem Hotel lag. 
Dann ging es natürlich noch in die Saigon Bakery, wo die Kassiererinnen mal wieder tuschelten und dann freute ich mich über meine Klimaanlage im Zimmer. 
Ich buchte für den Folgetag noch meinen Bus nach Saigon/ Ho Chi Minh City und bereitete mich mental mal wieder auf eine richtige Großstadt vor. 









Am späten Morgen wurde ich dann mit einem Minivan abgeholt, am Busbahnhof abgesetzt  und dann stieg ich in den eigentlichen großen Bus. Die Fahrt war relativ ereignislos. Nach knapp 3 - 4 Stunden waren wir auch schon in Saigon. Vom Busbahnhof dort, ging es dann wieder in einen kleinen Minivan, der uns zu einem Büro der Busgesellschaft in der Stadt brachte. Ich hatte ja eigentlich gedacht, dass ich an meinem Hostel abgesetzt werde, aber das war nicht der Fall. So musste ich dann wohl oder übel noch ein Taxi nehmen. Das war am Ende dann aber gar nicht mal so abartig teuer. 
Mein Hostel entpuppte sich als sehr gut und Abends ging es dann noch mit einer Deutschen was Essen. Es war ihr erster Tag der kompletten Reise und sie war sichtlich eingeschüchtert vom Gewusel in den Straßen. Irgendwann sagte sie mir dann, dass ich schon wie ein Asiate durch die Straßen laufen würde :D - das nehme ich mal als Kompliment. 

Nächster Tag in Saigon sollte ganz im Zeichen des Sightseeings stehen. Saigon war überraschend grün, wenn auch nicht so grün wie Berlin. Generell war der Verkehr schon etwas chaotisch, aber ich hatte es mir deutlich schlimmer vorgestellt. Alle andern, die ich getroffen hatten, meinten, es wäre der Horror. 
Mein erster Stopp war das Kriegsopfergedenksmuseum. Wie es natürlich kommen musste, machte es erst um 2 Uhr auf, also lief ich noch um den Block, spielte kurz mit dem Gedanken mir einen Kaffee zu kaufen, sah dann aber die touristischen Preise und ließ es lieber bleiben. In den kleinen Straßencafés schmeckte es sowieso besser.
So wartete ich eine ganze Weile vor dem Tor. Das Museum war ganz in Ordnung, wenn auch sehr einseitig anti amerikanisch. Wir wollen nichts beschönigen, aber ich denke nicht nur die Amerikaner haben in dem Krieg schlimme Dinge getan.
Danach ging ich ein wenig in den Straßen verloren, was immer eine schöne Sache ist. Irgendwie kam ich dann zu einer monströsen Kirche und dem alten Postamt. Somit wusste ich auch wieder wo ich war. 
Ich hatte von einem Straßenstand mit dem Namen „The Lunch Lady“ gehört. War wohl mal in der TV Show „Without Reservations“ aufgetaucht und seit dem relativ bekannt. 
Es war ein ziemlich weiter weg, aber am Ende fand ich den kleinen Stand unter einem Baum. Weit und breit war kein anderer Tourist zu sehen. Ich orderte die Suppe des Tages und bekam eine große Schüssel einer Variation von Nudelsuppe mit einem halben Hähnchen. Dazu noch ein paar Frühlingsrollen und der Tag war gerettet :D
Die Suppe war gut, wenn auch nicht die beste die ich bis jetzt hatte. Dazu kam noch ein logischerweise etwas höherer Preis. Hängt sicherlich von der Tagessuppe ab, aber wenn sie immer so ist wie meine, dann kann man sich den weiten Weg eigentlich auch sparen.
Ich schlenderte dann noch durch ein paar Gassen, die mich irgendwie hoffentlich zurück führen würden. Und das taten sie auch. Ich ging noch durch das Shoppingviertel und machte mich dann daran den größten Kreisverkehr in ganz Saigon zu überqueren. 
Dabei stellte sich mal wieder heraus, dass die Taktik „Einfach laufen“ die beste war. Nur auf Autos und LkW‘s acht geben, alles andere weicht sowieso aus. 
Abends gab es im Hostel dann von 6 - 7 Uhr Freibier, was von allen natürlich in Anspruch genommen wurde.





Nach dem ersten Tag war das Sightseeingprogramm eigentlich dann auch erledigt. Für mich war Saigon keine wirklich attraktive Stadt und es gab halt auch irgendwie nichts zu tun. 
So ging ich Mittags bei Pho2000 essen. Schon Bill Clinton hatte hier seine Pho genossen, ich entschied mich am Ende aber für ein Curry. Das war auch erstaunlich gut, auch wenn die Atmosphäre etwas heruntergekommen schien. Ich hatte allerdings einen Platz am Fenster ergattern können, von dem aus ich perfekten Blick auf schon erwähnten Kreisverkehr hatte. Es war sehr amüsant wie manche Touris versuchten die Straßen zu überqueren, aber irgendwann musste ich dann doch gehen :D

Für den nächsten Tag buchte ich dann eine Tour zu den „Cu Chi Tunnels“. Das sind Tunnel, in denen sich damals, während des Vietnam Krieges die Vietcong vor den Amerikanern versteckt haben. Das komplette Tunnelnetz ist wahnsinnig groß und führt wohl teilweise sogar nach Kambodscha. 
Mit dem Bus ging es also dort hin. Wir machten noch einen Zwischenstopp bei einem Zentrum in dem, von Agent Orange Betroffene, Kunstwerke fertigten.
Bei den eigentlichen Tunneln führte uns dann unser Guide umher. Erst gab es einen (mal wieder) anti amerikanischen Film zu sehen, bei dem man sich als Amerikaner evtl. schon dachte ob man in diesem Land überhaupt noch willkommen ist. 
Dann zeigte man uns ein paar Fallen, die teilweise schon ziemlich hinterlistig waren, sowie einen Eingang zu dem Tunnelsystem. Und ich kann euch sagen, dass war ein Witz. Das waren teilweise Löcher mit einem Durchmesser von 50cm. Da die Amerikaner irgendwann so schlau waren und Bomben entwickelten, die sich bis zu sechs Meter in die Erde bohrten, gruben die Vietcong einfach tiefer. Bis zu 16 Meter. 
Nach ein paar mehr Fallen, Luftrohren und komischen, sich auf Knopfdruck bewegenden Puppen, einem alten Panzer, kamen wir schließlich zum Schießstand. Schon die ganze Zeit lag das Geknalle von verschiedenen Waffen in der Luft. 
Für ca. 20 US$ bekam man 10 Schuss für ein normales Gewehr. Das war das billigste. Nach oben hin natürlich keine Grenze. Nur Raketenwerfer und Granaten gab es nicht. Dafür muss man dann nach Kambodscha. So ballerten einige aus unserer Gruppe ein bisschen, bis wir dann zu den Tunneln kamen, in denen man rumkriechen konnte. Wir machten den 50 Meter Tunnel. Die Tunnel an dieser Stelle wurden alle schon für Touristen erweitert, aber so richtig wohl fühlte man sich da unten immer noch nicht. Man musste gebückt laufen und evtl. auch seitlich weil es zu schmal war. 
Nach dieser dunklen Erfahrung gab es dann noch eine kleine Kostprobe der Hauptnahrungsmittel. Das war in aller erster Linie Kassava. Das kannte ich ja schon aus Fiji. 
Auf der Rückfahrt unterhielt ich mich dann noch mit einer Türkin, die mit ihrem Freund umherreiste, mal im Consulting gearbeitet hatte, kurz vor ihrer Ernennung zur Partnerin aber dann entschieden hatte, dass sie das eigentlich gar nicht mehr machen wolle. Also hat sie gekündigt und ist los gereist. 
Außerdem hatte ich auf der Tour auch noch Tom aus Kiel kennengelernt. Mit ihm ging es dann noch was Essen.

Abends buchte ich mir ein Ticket nach Mui Ne, einer Küstenstadt, denn von Saigon hatte ich erst mal genug. 
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Mittwoch, 23. April 2014

Kambodscha - Phnom Penh

Geschehnisse vom 08.03. - 12.03.2014:

Der Flug war dann am Vorabend noch schnell gebucht. Es würde erst nach Kuala Lumpur gehen, dann nach vier Stunden weiter nach Phnom Penh, der Hauptstadt von Kambodscha. 
Gegen halb sechs kam mein Taxi, mit etwas Verspätung und brachte mich in einem Affentempo zum Flughafen. Nach der Sicherheitsschleuse, einem Grenzbeamten, der mal wieder fünf mal checkte ob ich auch wirklich ohne vorher organisiertes Visa nach Kambodscha einreisen durfte, konnte ich schlussendlich im viel zu kalten Sitzbereich am Gate platz nehmen. 
Der Flug hatte etwas Verspätung, es gab ein paar leichte Turbulenzen, aber ansonsten war alles Tip Top. Wie immer hatte ich mir meinen Stammplatz 14A gesichert. 
In Kuala Lumpur angekommen musste ich dann erst mal einen Bus zum Billigterminal nehmen. Das normale Terminal und das AirAsia Terminal sind ca. eine halbe Stunde Busfahrt von einander entfernt. 
Wenn man schließlich dort ankommt, weiß man auch sofort, dass man am Billigterminal ist. Überall wuseln Menschen umher und es scheint keine wirkliche Ordnung mehr zu geben. Die Schlangen sind abartig lang und die Beschilderung ist auch nicht gerade das gelbe vom Ei. 
Aber ich hatte Glück, dass ich mich nach 10 Minuten Warten schon anstellen konnte. Dann dauerte es noch mal ca. eine halbe Stunde bis ich schließlich die kürzeste Konversation mit jemanden hinter einem Schalter hatte, seit dem ich reise. Mehr als die Wörter „Passport“ und „Terima Kasih“ wurden nicht gewechselt. Ich hatte nicht einmal Zeit, nach einem bestimmten Sitzplatz zu fragen. Aber immerhin war ich meinen großen Backpack endlich los.
Ich streifte noch ein bisschen durch die Menschenmassen, die wohl alle nicht so recht wussten, wo sie eigentlich hin mussten. Schließlich fand ich eine Geldwechselstelle.
Ich tauschte mein restliches malaiisches und indonesisches Geld in US$ um. Die Frau hinter diesem Schalter war schon deutlich netter und sogar zu einem kleinen Smalltalk bereit.
Für alle die jetzt so erstaunt sind, wie die Dame hinter dem Schalter, warum ich denn all mein Geld in US$ wechselte, es sei an dieser Stelle gesagt, dass das bevorzugte Zahlungsmittel in Kambodscha US$ ist. Außerdem brauch man 25$ bei der Einreise für das Visa. Theoretisch gibt es auch eine Einheimische Währung, aber diese wird nur für Kleckerbeträge und kleine Transaktionen verwendet.
Dann ging es durch die Schleusen und in die Aufenthaltshalle. Dort war ich vor einer Weile ja schon einmal gewesen. Damals, als ich dann anschließend über das offene Rollfeld lief :D
Dann galt es noch gut drei Stunden tot zu schlagen. Zum Glück gibt es Smartphones und Leute die man schon mal davor im Bus getroffen hatte. Das machte das Warten deutlich leichter. Allerdings musste ich dann dort, in Kuala Lumpur sitzend, auch lesen, was wohl mit Flug MH370 passiert war. 
Der nächste Flug war dann mal wieder pünktlich und brachte mich ohne Zwischenfälle recht schnell ans Ziel. Dort galt es dann den Visaantrag auszufüllen. Als das erledigt war, half ich noch einer Kanadierin aus, die nur einen 100$ Schein hatte, der Kopfschüttelnd vom Grenzbeamten abgelehnt wurde. Das alles dauerte vielleicht 30 Minuten und dann war ich endlich fertig. 
Mein Hostel hatte ein Tuk Tuk geschickt, um mich aufzusammeln. Das machte es leichter und so konnte man gleich mal die ersten potentiellen Betrüge vermeiden. 
Seit ich in Asien war, hatte ich in einer gewissen Weise immer auf eine Art Kulturschock gewartet. Dieser war bis zu diesem Punkt immer ausgeblieben. Aber als ich nun, hinten im Tuk Tuk sitzend, durch die Straßen fuhr, war ich endlich halb zu frieden. Es war kein wirklicher Schock, aber endlich mehr so, als ich es mir vorgestellt hatte.
Die Luft war drückend und war wie eine dicke Suppe, die sich nur sehr behäbig bewegte. An dieser, oder jenen Ecke stiegen einem Gerüche in die Nase, mal halbwegs gut, mal eher der Geruch von Verwesung. 
Es war eine relativ lange Fahrt zum Hostel, wodurch man schon einen kleinen Eindruck von der Stadt bekam. Die Motorräder schlängelten sich durch jede nur erdenkliche Lücke und es wurde überall gehupt. Einmal sprang ein kleines Mädchen an das Tuk Tuk und versuchte mir hässliche Plastikblumen zu verkaufen, die ich aber verneinte. In der Hinsicht muss man hart bleiben. Aber dazu später noch mehr. 
Irgendwann waren wir dann da. Ich hatte natürlich nicht mehr genug Geld, um das Hostel gleich zu bezahlen, also musste ich erst mal Geld holen. Und vor allem musste ich auch dringend etwas zu Essen finden! Ein bisschen Gebäck und Flugzeugessen gehen halt doch nicht so einen langen Weg...
Beim Geld abheben musste ich dann feststellen, dass man natürlich einen 100$ Schein bekommt, wenn man 100$ abheben will. So bezahlte ich dann meine mexikanischen Enchiladas und ein Angkor Bier mit einem 100$ Schein. Aber es half ja nichts. Zurück im Hostel beglich ich noch meine Schulden und dann hatte ich eigentlich nur noch Lust mich hin zu legen. 

Tag 2:

Am zweiten Tag in Kambodscha ließ ich mir erst mal viel Zeit richtig in Gang zu kommen. Aber schließlich schaffte ich es raus in das Gewusel der Motorräder. Ich machte einen Abstecher zu einem Hügel in der Stadt, auf dem ein kleiner Tempel steht. War jetzt nicht super spektakulär aber ganz ok. Es gab ein bisschen Rasen und ein paar Bäume, die das Großstadtleben gut für eine Weile abschirmten. 
Dann ging es etwas Essen. Am Tonle Sap, der Fluss der durch die Stadt fließt, gibt es eine Straße in der es nur Restaurants gibt. Das ist quasi die Hauptmeile von Phnom Penh. Aber auch so sind über all in der Stadt Restaurants gestreut. Ich ging dann in einen Lader, der von sich behauptete Französisch zu sein. Die Speisekarte auf Französisch legte das nahe und ich muss sagen, das Essen war auch gut. Dann ging ich noch ein bisschen weiter die Straße hinab. Zu dem Gebäude, von dem ich glaubte, es wäre der Königspalast. War es dann aber gar nicht, sondern ein buddhistischer Tempel. 
Tjoa und viel mehr war dann an diesem Tag auch nicht mehr los. Ich ging zurück ins Hostel und lümmelte dort dann noch mit ein paar anderen vor „Wolf of the Wallstreet“, ein Film der so ziemlich in jedem Hostel rauf und runter läuft. Und das den ganzen Tag. 







Tag 3:

Am nächsten Tag wollte ich dann eine kleine Stadttour machen. Als erstes ging ich zu dem Tempel, vor dem ich schon am Vortag stand. Er erwies sich als ganz fotogen und man konnte ein paar Mönche beobachten. Letztendlich habe ich keine Ahnung, ob es zu 100 Prozent erlaubt war, dort hineinzugehen, aber es hatte sich niemand beschwert. 
Danach ging es knapp 700 Meter weiter runter die Straße, wo dann der eigentliche Königspalast war. Der kostete dann natürlich happige 5$ Eintritt. Aber aus irgend einem Grund hatte ich das Gefühl dieses touristische Must-Do machen zu müssen. 
Am Ende fand ich es relativ langweilig. Zum einen war es überlaufen und zwar ganz schön aber auf keinen Fall 5$ wert. Naja, danach ist man immer schlauer. 
Dann machte ich einen ziemlichen Marsch, um ein Denkmal in der Mitte eines Kreisverkehres anzugucken. Am Ende war der Weg dort hin wahrscheinlich besser, da man so immer das tägliche Leben in der Stadt sieht. 
Nach dem Denkmal, ging es durch eine relativ gute Gegend. Ich kam an einem Eisladen vorbei, der ziemlich nobel aussah, aber ich hatte Durst. Zum Glück gab es dort dann auch Getränke. Ansonsten bestand die Kundschaft aus schätzungsweise reichen Schülern. Das ist eine Sache, die einem in Phnom Penh auch extrem auffällt. Zwischen Tuk Tuk‘s, Mopeds und klapprigen Fahrrädern sieht man auch recht häufig einen dicken BMW, Mercedes oder Range Rover. Immer das neuste Modell und blitzblank. Scheint die ansonsten arme Bevölkerung aber nicht sonderlich zu kümmern. Ich beobachtete eines Abends wie ein SLR neben einem kleinen Streetfoodstand parkte, aber niemand blickte neidisch auf das deutsche Stück Engenieurskunst.
Als ich dann fertig war, wurde mir beim herausgehen sogar die Tür geöffnet und ich setzte meinen Weg fort. 
Der pure Zufall führte mich dann zu einem Markt. Es wurde das übliche Klimbim verkauft, allerdings besaß der Hauptkomplex eine extrem interessante Architektur. Und dort gab es dann lauter funkelnder Steine zum Verkauf. Vermutlich alle gefälscht :D
Ich machte mich langsam zurück zum Hostel, nicht aber ohne bei einem der Kameraläden zu halten, die überall um den Markt angeordnet waren. Ich testete ein paar Linsen durch, meine Wunschlinse war aber nicht verfügbar, weshalb ich von dannen zog. Ansonsten kann man dort halbwegs gute Schnäppchen machen.
Dann ging ich erst mal zurück ins Hostel. Später dann noch was Essen, ein, zwei Bierchen schlürfen und ansonsten nichts Spannendes.









Tag 4:

Tag Numero quattro sollte dann den Rest von meinem touristischen Programm abdecken. Um genauer zu sein, das Genozid Museum und die Killing Fields. Ich mietete mir den Fahrer, der mich auch schon vom Flughafen abgeholt hatte, verhandelte gut und so würde er mich den ganzen Tag für 13$ herumkutschieren. 
Das Genozid Museum war der erste Stopp. In der Schlange lernte ich eine Französin kennen, mit der ich dann das Museum durchstreifte. Allerdings sollten sich dann unsere Wege wieder trennen. Als ich aus dem einen Gebäude herauskam, sagte mir mein Fahrer, dass ich mich etwas beeilen müsste, da wir es sonst nicht mehr rechtzeitig zu den Killing Fields schaffen würden. Super Service :D
Also beeilte ich mich ein bisschen und nach weiteren 40 Minuten Fahrt, durch kleine verwinkelte Gassen, waren wir bei den Killing Fields. 
Dort bekam man dann einen ziemlich schockierenden Eindruck, wie die roten Khmer abertausende Menschen ermordet hatten.
Mit dem Sonnenuntergang befanden wir uns dann wieder auf dem Heimweg. Erst durch die wirklich armen Regionen vor der Stadt, wo die Menschen nur in Holzschuppen und Wellblechhütten leben, dann wieder hinein in die Stadt. Dort kämpften wir uns in der Rush Hour durch die Abgaswolken der knatternden Motorräder und Mopeds. 
Abends ging es dann wieder gut essen, auch wenn ich eigentlich Streetfood essen wollte. Aber die Stände waren alle voll, oder sagten meinem Auge nicht ganz so zu.

Zeichen der Anteilnahme auf den Killing Fields



Tag 5:


Ich weiß ehrlich gesagt nicht warum ich dann noch einen Tag in Phnom Penh blieb. Aber ich vermute mal ich war am Abend zuvor zu faul gewesen, mir Gedanken zu machen wo ich als nächstes hinfahren sollte. So verbrachte ich am fünften Tag ein bisschen mit Informieren und Blog schreiben. Achso, und natürlich Essen ;)


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Donnerstag, 3. April 2014

Sibu und Miri - Planänderungen und die Mafia

Geschehnisse vom 26.02. - 01.03.:

Am nächsten Tag reisten Sadie und Linda dann ab. Sadie flog auf die Philippinen und Linda flog in den Norden von Borneo nach Kota Kinabalu. Aber nicht nur die beiden reisten ab. Das Zimmer leerte sich an diesem Tag komplett. Alle reisten ab. So hatte ich einen relativ ruhigen Tag. Ich wollte mir die kleine Stadt dann noch mal von oben angucken. Allerdings war der Turm, der diese Möglichkeit bot, leider geschlossen. Nur ein paar komische Leute machten am Fuße dessen ein paar noch komischere Übungen. So eine Art Yoga. Hatte jedenfalls etwas Ähnlichkeit, wenn auch nicht viel...
Für den nächsten Tag buchte ich mir dann noch ein Taxi zum Pier, von dem aus ich mit einem Speedboot nach Sibu. Dort wollte ich dann eine Nacht bleiben, um dann den Weg nach Kapit fort zu setzten. Um dann schließlich von dort noch weiter in den Dschungel zu fahren. Das war jedenfalls der Plan, der Abenteuer versprach. 


Der geschlossene Turm


Sibu:

Am nächsten Tag brachte mich das Taxi also zum Pier, ich holte mir eine Karte, wurde dieses mal ausnahmsweise nicht für eine Frau gehalten, ging auf‘s Boot und wartete erst mal. Das Boot war in ganz guter Verfassung und ich hatte es mir oben an der frischen Luft bequem gemacht. Das Gepäck wurde in die Mitte geworfen und am Ende mit einer Plane gesichert. Hm, es sah so aus, als ob es stürmisch werden könnte. 
Dann erwachten die, geschätzt, fünf Außenborder zum Leben und zeigten gleich mal was in ihnen steckte. Eine Menge PS. Wir schlängelten uns mit dem Fluss durch das Land, bis wir einen Teil relativ offenes Meer erreichten. 
Ab da wurde es dann etwas anders. Das Boot fing deutlich an, über die Wellen zu springen und sich von rechts nach links zu werfen. Von „neigen“ konnte schon gar nicht mehr die Rede sein...
Als ich dann mehrmals eine ordentliche Ladung Wasser abbekam, wechselte ich den Platz. In der Mitte des Bootes und im Windschatten ließ es sich dann gut aushalten. Neben mir waren zu diesem Zeitpunkt nur noch zwei andere Locals an Deck. Alle anderen hatten sich reingesetzt. Aber, auch wenn ich nicht sehr anfällig für die liebe Seekrankheit bin, dass hätte mir den Rest gegeben. 
Nach einer guten Stunde erreichten wir dann wieder ruhigere Gewässer. Der Fluss schlängelte sich wieder durchs Landesinnere und wir machten noch einen Stopp, bevor wir in Sibu ankamen. 
Wie immer wurde man kurz von Leuten belatschert, ob man nicht dies und das Boot nehmen wolle, oder vielleicht ein Taxi bräuchte. Komischerweise war es aber relativ verhalten. Was war da los?
Da ich mir schon einen Ort ausgeguckt hatte, an dem ich nächtigen würde und auch wusste wo dieser lag, konnte ich ganz entspannt dort hin stapfen. Im Hotel angekommen, wurde ich von einer sehr netten Rezeption empfangen und entschied mich dann für ein sagenhaft billiges Zimmer. 
Das war, bis auf die etwas alte Ausstattung und deutlichen Gebrauchsspuren aber ganz gut. 
Da mein Magen etwas knurrte und ich auch noch den Tempel in der Stadt angucken wollte, machte ich mich auf nach draußen. 
Eine Sache ließ mich an dieser Stadt aber nicht los. Es fühlte sich einfach nicht richtig an. Die ganze Atmosphäre war komisch. Das lag zum einen daran, dass es eine dreckige, hässliche Hafenstadt sein mag, aber auch an den Menschen. Man wurde in einer Tour angestarrt. Und das nicht in einer netten Weise. 
Der Tempel stellte sich als langweilig heraus. Aber ich fand einen Supermarkt der ganz leckere Backwaren hatte. Da es dann noch anfing wie aus Eimern zu schütten, verbrachte ich bestimmt eine halbe Stunde damit, durch die komplett langweilige Mall zu laufen. Dann hatte es etwas nachgelassen, womit ich mich zu frieden gab. 
Zurück im Hotel las ich dann mal etwas genauer über die Stadt. Die Wörter: Mafia, Korruption, etc. vielen dabei des öfteren mal. Naja, wenigstens hatte ich jetzt eine Erklärung für die „Atmosphäre“. 
Abends ging es dann noch mal raus, um was zu Essen. Ich kehrte in einen der etlichen lokalen Läden ein. Nicht das es irgendwelche westlichen gegeben hätte...
Man war mal wieder sichtlich überrascht ein Weißgesicht zu sehen, freute sich aber darüber, das dieses ein paar Brocken Malay sprach und auch wusste mit Stäbchen umzugehen.


Einziges Bild aus Sibu, aus dem Hotelfenster heraus...


Miri:

Am nächsten Tag hieß es dann die Reise gen Dschungel fortsetzten. Zum Pier war es nicht weit. Als ich mich gerade nach einem Boot Richtung Kapit umsah, kam mir ein älteres Ehepaar entgegen, welches ich schon auf dem Boot von Kuching nach Sibu getroffen hatte. Und von ihnen bekam ich dann die schlechte Nachricht. Da der Fluss zu niedrig war, gab es zwar Boote nach Kapit, von dort dann aber keine weiteren, noch tiefer in den Dschungel hinein. Joa, so stand ich da erstmal da. Ganz dumm gelaufen. Da es in Kapit aber sowieso nichts zu tun gab, entschied ich zu versuchen, noch am selben Tag nach Miri zu kommen. Das würde zwar eine sehr amüsante Organisation werden, aber so bekam ich wenigstens ein bisschen Abenteuer. Stadtabenteuer. Yeahh.
Ich also zurück zum Hotel. Dort nachgefragt, welche Möglichkeit es gäbe es noch nach Miri zu schaffen. Die lieben Damen der Rezeption waren dann aber anscheinend so glücklich mich wieder zu sehen, dass sie alle durcheinander redeten, was mir im Endeffekt auch nicht half. Aber sie waren gleichzeitig auch sichtlich von meiner misslichen Lage mitgenommen. Das einzige was ich dem Wortschwall entnehmen konnte, war dann, dass es ein Busterminal außerhalb der Stadt gab. Und da würde irgendein Bus hinfahren. Oder ein Taxi. 
Da mir das alles noch etwas schwammig war, guckte ich noch mal schnell im Internet. Dort war dann schon etwas spezifischer angegeben, dass den ganzen Tag über Busse fahren würden. Das erstaunte mich ziemlich. Allerdings war es schwer mit öffentlichen Transportmitteln zu dem Terminal zu kommen. Und wenn dann nur einmal stündlich. Also musste ich in den sauren Apfel beißen und ein Taxi nehmen. 
Ich verabschiedete mich erneut von den Damen, welche mir alles Gute wünschten und ging zurück zum Pier, wo auch ein paar Taxis rumstanden. Ich fragte einen, der mich dann an den nächsten Taxifahrer weiterleitete. Dieser war dann anscheinend bereit mich dort hin zu bringen. Nach sehr, sehr, sehr harten Verhandlungen über den Preis waren wir uns schließlich einig. 
Nach 20 Minuten fand ich mich so an dem Busbahnhof wieder. Es stürmten gleich ein paar Leute auf mich ein. Die Busgesellschaft, über die ich die besten Sachen gelesen hatte, fuhr natürlich erst wieder um drei Uhr, womit ich in der tiefsten Nacht ankommen würde. Aber es gab einen Bus der Zeitnah abfuhr. Und der war sogar billiger. 
Und ehrlich gesagt war der auch schwer in Ordnung. Wir hielten einmal an, ich kaufte mir ein bisschen Gebäck, womit der Magen dann auch zufrieden war. 
Ich glaube gegen vier Uhr waren wir dann in Bintulu. Dort steigen ein paar Leute aus, ein paar ein. Ich blieb sitzen. 
Und schließlich kamen wir in Miri an. Gegen Neun glaube ich. Um Eins war ich gestartet. 
Auf dem dunklen Busbahnhof konnte ich nur ein Taxi ausmachen, dass ich mir dann am Ende noch mit einem Local teilte. Auf dem Weg zur Stadt musste dann erst mal noch getankt werden, bevor ich dann gegen 10 am Hostel war. 
Als alles ins Zimmer geschmissen war, ging ich erst mal was Essen. Und dann freute ich mich nur noch über eine sehr gute Dusche.

Am nächsten Tag bekam ich dann Gesellschaft im Zimmer. Das war nebenbei bemerkt nur ein Zweibettzimmer. Richtig große Zimmer hatte das „Hostel“ wohl nicht.
So zog ich dann erst mal mit einem Local los. Er war auf Geschäftsreise, hatte die Nacht zuvor im Mariott gewohnt, aber einen Tag Puffer, bevor er zurück nach Kuala Lumpur flog. Wir gingen zu einer traditionellen malaysischen Bäckerei und aßen dann in einem kleinen Laden. Dann gingen uns aber auch schon die Ideen aus. Wir spazierten noch durch eine Mall, dann war Miri für uns aber auch schon erledigt. 

Zu allem Überfluss funktionierte das Wifi im Hostel dann nicht mehr, was das weitere organisieren etwas schwer werden ließ. Aber irgendwann ging es dann wieder und ich stürzte mich auf das nächste Land auf meiner Route. Brunei.


Einziges Bild aus Miri...

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