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Samstag, 4. Oktober 2014

Der laotische Dschungel


Geschehnisse vom 03.05.- 04.05.2014:

Am nächsten Tag frühstückte ich dann mit Remy schnell was, bevor wir uns alle trafen um die Wanderung zu starten. 
Unser Gepäck konnten wir in einem Bungalow einschließen, somit waren wir alle nur mit dem Nötigsten ausgestattet. Aber wir würden ja auch schon in zwei Tagen wieder zurück sein.
Als wir durch die Stadt liefen, kamen wir auch an dem Guesthouse vorbei, in dem Dylan wohnte. Und durch Zufall sah er uns auch vorbeilaufen. Wir quatschten kurz und es stellte sich heraus, dass er und Mark noch sehr viel Spaß am vorherigen Abend hatten. Der Einheimische hatte sie nach seiner Garküche wohl noch zu ein paar Getränken und „Shakes“ eingeladen. Im Nachhinein fand Dylan es dann ein bisschen schade, da er genau so eine Tour auch machen wollte, aber manchmal muss man wohl Abstriche machen. 
Unsere erste Anlaufstelle war der Fluss, wo ein Boot auf uns warten würde, welches uns dann Flussabwärts bringen sollte. 
Es war schmal gebaut, hatte jedoch Autositze für optimalen Komfort ;)
Wir knatterten recht schnell den Fluss entlang durch die malerische Landschaft. Irgendwann kam eine Flussenge, an der der Fluss extrem Wild war. Es gab noch eine kurze Warnung, dann fuhren wir auch schon mit Vollgas hindurch. Und kamen teilweise klitschnass wieder heraus. Von diesen Stellen gab es dann noch zwei, bei denen jedoch keiner nass wurde. 
Dann stiegen wir irgendwo im Nirgendwo aus und starteten in den Dschungel. Unser Guide erklärte uns hier und dort mal eine Pflanze, dann kamen wir an eine Art Reise-Außenposten. Dort bereiteten ein paar Männer die Felder für die nächste Saison vor. 
Erst brannte man die Felder ab, danach mussten tausende von kleinen Löchern in die Erde gestoßen werden, in die dann der Reissamen gesteckt wurde. Eine Knochenarbeit. 
Für uns ging es dann weiter immer tiefer und tiefer in den Dschungel hinein. Wir mussten Flüsse auf bedenklichen Konstruktionen überwinden, uns mit Insekten und Blutegeln herumschlagen und unser Guide hatte sichtlich Spaß sich den Weg freizuschlagen. 
Nach gut zwei Stunden kamen wir dann zu einem kleinen Unterstand, wo eine Familie auch die Felder bewirtschaftete. In der Zwischenzeit hatten wir allerhand über die Stämme der Region erfahren. Unter anderem auch, dass manche von ihnen vor einiger Zeit von den USA als Spitzel und Agenten angeworben worden waren. 
Wir waren froh, dass wir uns zu der Familie unter den winzigen Unterstand gesellen konnten, da es angefangen hatte wie aus Eimern zu schütten. 
Dann gab es erst mal Mittag. Schnell wurde ein Feuer entfacht, die Wasserbüffelzunge und die Chilli geschickt auf ein paar Bambusstäbe gespannt, und dann war das Essen auch schon fast fertig. Die kleinen Kinder freuten sich unterdessen riesig über die Süßigkeiten die wir dabei hatten :D

Zu der Wasserbüffelzunge gab es dann Bambusherzen und in Palmenblättern eingewickelten Reis. 
Nach dem Essen ging es dann weiter. Nach einer weiteren Stunden waren wir in dem Dorf angekommen, in dem wir die Nacht verbringen würden. 
Wir machten eine Runde durch das Dorf und ließen uns dann an unseren Hütten nieder. 
Es gab ein paar Früchte, ein paar Leute spielten Karten, der Rest schlief ein bisschen. 
Am Abend Waren dann wieder alle Wach, es wurden im kleinen „Dorfladen“ die essentiellen Dinge gekauft und dann musste noch etwas für das Feuer gefunden werden. Eins der umherlaufenden Hühnchen bot sich dafür eigentlich ganz gut an und so wurde es gefangen, getötet, ausgenommen und gegrillt. Dabei wurde natürlich nichts weggeworfen, sondern alles gegessen. Und man muss sagen an so Hühnchenfüßen ist zwar nicht viel dran, aber sie schmecken nicht anders als das Fleisch. 
Zu dem Hähnchen gab es noch ein bisschen Grünzeug und Reis. Wir aßen mit ein paar Einwohnern des Dorfes und unser Guide übersetzte unsere Fragen, die wir hatten. 
Dann wurde ein großes Feuer entfacht und alle versammelten sich, um den Darbietungen der Bewohner beizuwohnen. Es wurden exotische Instrumente und Blätter gespielt und getanzt.
Danach ging es dann zum Häuptling des Dorfes wo wir wieder ein paar Fragen stellen konnten. Unter anderem erfuhren wir, dass die nächste Investition eine Schule sein sollte, was in dieser Region quasi das Non Plus Ultra war. Denn der Großteil der Jugendlichen blieb für immer im Dorf. Nur eine Hand voll schaffte es auf eine weiterführende Schule in einer der Städte zu gehen.  
Dann war es schon spät geworden und das Dorf kam allmählich zur Ruhe, was wir dann auch taten. 







Der nächste Tag startete sehr früh, was unter anderem an den ganzen krähenden Hähnen lag. Wir hatten ein schnelles, leichtes Frühstück welches aus Reis und Ei bestand. Danach  stand noch ein „Baci Ritual“ an. Das fand in der Hütte des Dorfschamanen statt und sollte sehr lustig werden. 
Wir setzten uns alle im Kreis um eine Opferschale, die dann kurz darauf mit allerlei Dingen bestückt wurde. Ein Hähnchen, Süßigkeiten, Lao-Lao, Bier Lao und noch ein paar anderen Sachen. Dann legte der Schamane los.
Es wurden mysteriöse Sätze gemurmelt, die Luft fing an zu knistern und es legte sich eine Spannung in die Luft. Dann gab es für alle den ersten Lao Lao des Tages. Um Acht Uhr...
Das wiederholte sich dann noch dreimal, bevor der Schamane und seine Handlanger begannen uns weiße Baumwollbänder um die Arme zu binden. Diese sollten unsere Geister an unseren Körper binden und ihn so beschützen. 
Vor dem langsam einsetzenden Lao Lao konnten sie uns allerdings nicht bewahren. Wir bedankten uns bei den mysteriösen Männern aus dem Dorf und setzten unseren Weg durch den Dschungel dann sehr gut gelaunt fort. 
Nach gut 1 1/2 Stunden wandern kamen wir dann in ein weiteres Dorf. In diesem sollten wir auf Kanus umsteigen und dann die letzten 23 Kilometer zurück nach Nong Khiaw paddeln. Dumm nur, dass die Kanus aber irgendwie noch nicht da waren. 
Nun war in dem Dorf gerade ein anderer Stamm zu besuch, was Anlass eines großen Festes war. Unser Guide wies uns an erst mal irgendwo neben den Leuten platz zu nehmen, die gerade ein Schwein zerteilten. 
Schnell wurden für uns ein paar Bänke aufgetrieben und dann kam auch schon der erste mit einem großen Krug. Remy freute sich schon, dass er jetzt endlich seinen Durst mit etwas Wasser löschen konnte. Doch weit gefehlt. Die klare Flüssigkeit war keinesfalls Wasser. Vielmehr handelte es sich um den guten Lao Lao. Wir versuchten höflich abzulehnen, aber die Dorfbewohner waren sehr hartnäckig und so hatten wir dann alle schnell den nächsten Shot getrunken. Die Stimmung war zu diesem Zeitpunkt schon recht gut. Ein paar von uns halfen, das Schwein zu zerteilen, einer der Engländer und ich sollten mit den frisch geputzten Schweineknochen um den Hals posieren. Es war recht amüsant. 
Uns wurde frischer Schweinedarm mit Blut-Chilisauce angeboten und dann kamen auch noch die Dorfältesten mit einer Kiste Bier vorbei. 
Schnell wurden die Bänke zu einem Kreis geformt und dann ging das Glas nur noch reihum. Alle die sich zierten, wurde die gute goldene Flüssigkeit dann mehr oder weniger per Zwang eingeflößt :D 


Als nächste Spezialität des Hauses wurde eine Art Suppe präsentiert. Hauptbestandteile waren Hirn, Blut und allerlei anderer schwer zu deutende Dinge. Die Stimmung war schon auf dem Höhepunkt, als dann auch noch eine Gruppe Frauen tanzend und singend im Pulk vorbeikam und uns in ein Haus zum tanzen einlud. 
Unterdessen versuchte unser Guide den noch halbwegs Nüchternen Leuten klar zu machen, dass die Kanus jetzt da waren und wir ablegen konnten. 
Remy und ein Franzose waren gerade dabei mit den Einwohnern Musik zu machen und so ganz glaube ich auch nicht, dass sie noch wirklich zuhörten was wir sagten. Sie entschieden einfach im Dorf zu bleiben und dann am nächsten Tag irgendwie nachzukommen. 
Der Rest der Truppe entschied derweil, dass wir das Abenteuer auf dem Mekong weiterführen würden. Wir legten unsere Schwimmwesten und Helme an und dann paddelten wir los. Trotz unseres Zustandes ging es recht flott voran. Immer mal wieder legten wir kleine Stopps zur Abkühlung ein. 
Dann kam die erste Stromschnelle. Das erste Kanu vor uns kenterte, doch der Guide und ich schafften es mit Mühe uns im Kanu zu halten. Nun wussten wir auch warum wir Helme trugen :D
In der nächsten Stromschnelle erwischte es mich dann. Keine Chance. Recht schnell waren aber alle wieder in ihren Kanus und dann ging es weiter. 
Irgendwann war es dann langsam Zeit mal wieder was zu essen. Unser Begleitboot hatte schon an einer Stellte angelegt und der Captain hatte in der Zwischenzeit zwei Fische gefangen. Nichtsdestotrotz ließen wir es uns jedoch nicht nehmen um selber unser Glück zu versuchen. Mit Wurfnetz und Harpunen versuchten wir unser Glück, jedoch kam nicht all zu viel dabei heraus. Zum Glück hatte der Profi vorgesorgt. 
Da es noch ein recht langer Weg war, machten wir nicht zu lange Pause. Ich weiß nicht mehr genau wann wir dann da waren, aber es war sicherlich schon fünf oder sechs. Mit Mühe schleppten wir dann noch unsere Kanus das Ufer hoch. 
Zurück in der Stadt suchte ich mir dann eine neue Unterkunft. Da Remy ja im Dorf geblieben war musste eine etwas günstigere Alternative her. Und die fand ich dann auch. Mit eingeschränktem Flussblick, aber dafür Terrasse und Top Zimmer. 

Nach einer Dusche und einer kurzen Verschnaufpause ging ich dann zu einem der Inder. Kurz darauf stießen die zwei Engländer und unser Guide zu uns. Als wir schon fertig waren, kamen dann auch die zwei Mädels. Der großteil der Gruppe musste am nächsten Tag schon abreisen, also verabschiedeten wir uns und ich ging erst mal ins Bett. Den Schlaf hatte ich mir wirklich redlich verdient...



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Montag, 1. September 2014

Nong Khiaw


Geschehnisse vom 02.05.2014:

Vom vorherigen Tag wussten wir, dass der Bus gegen halb Elf abfahren würde. Somit hatten wir noch einen relativ entspannten Morgen. 
Dann mussten wir uns natürlich ein Tuk Tuk zum Busbahnhof suchen. Wir sprachen den erstbesten Fahrer am Straßenrand an und waren erstaunt, als er uns den normalen Preis nannte. Wir bezahlten also genau so viel wie auch die Locals. Das kannte man aus den anderen Ländern ja eher anders. Aber in Laos ist alles noch ganz normal. Faire Preise für alle. 
Am Busbahnhof angekommen, kauften wir uns dann erst mal ein Ticket. Allerdings mussten wir auch erfahren, dass der „Bus“ wohl eher nicht um Elf fahren würde. Dafür waren noch nicht genug Leute da. Da der komplette Transport in Laos in privater Hand ist, können die Fahrer selbst bestimmen, wann sie losfahren. Und das tuen sie meist nicht, wenn ihr „Bus“ noch nicht ganz voll ist. 
Also warteten wir erst mal eine Weile. Irgendwann kamen dann ein paar andere Weißgesichter, die anscheinend das gleiche Ziel wie wir hatten. Dann kamen noch mal welche. Von welchen einer ziemlich gut Lao sprach. Somit war er dann unser Informationsbeschaffer. 
Der „Bus“ welcher vielmehr ein kleiner LkW mit spärlich überdachter Ladefläche war, füllte sich also langsam. Und der Typ der Lao sprach machte dem Fahrer laufend Druck, dass wir doch bitte endlich losfahren würden. Als dann noch zwei Locals, zwei Engländer und eine Niederländerin auf der Ladefläche Platz nahmen, ging es endlich los. Beinfreiheit war mehr oder weniger nicht da. Die Ladefläche war vielleicht vier Meter lang und drei breit. Und in der Mitte lagen unsere Backpacks und allerhand andere Scharteken. 
Aber okay, es waren ja nur knapp drei Stunden Fahrt...
Die Straße glich natürlich eher einem frisch gepflügten Acker, der einsetzende Regen, welchen wir nur mit Mühe von uns abschirmen konnten und ein ziemlich angeschlagenes Mädel, wessen Mageninhalt das auf und ab nicht ganz so gut verkraftete, machten die Fahrt jedoch zu einem lustigen Erlebnis. 
Doch wir wurden entschädigt, je näher wir nach Nong Khiaw kamen. Wir fuhren parallel zu einem traumhaften Fluss, neben uns türmten sich die Berge immer höher und höher und das Wetter zeigte sich wieder von seiner guten Seite. 
Wir wurden alle etwas vor dem Dorf rausgelassen. Der Großteil entschied sich noch einen kleinen Aufpreis zu zahlen, damit das Tuk Tuk sie bis in das Zentrum brachte. Remi, eine Französin und ich entschieden uns aber dagegen, da wir so ja schon mal ein bisschen von dem Dorf sehen konnten.


Der Weg stellte sich als recht lang heraus, aber nach guten 20 Minuten waren auch wir auf der Seite des Flusses, wo die meisten Gasthäuser und Bungalows untergebracht waren. 
Ich hatte mich im Vorfeld schon mal etwas schlau gemacht, allerdings war es nicht so leicht gewesen sich für eine Unterkunft zu entscheiden. Wir liefen also ein paar ab und entschieden uns dann für eine ganz gut aussehende Variante mit Terrasse und Flussblick. 
Dann mussten wir erst Mal etwas Essen gehen. Dabei trafen wir die anderen Leute aus dem „Bus“ und somit gingen wir alle zusammen zu einem der zwei Inder im Dorf. 
Das Essen war herrlich und wir schmiedeten schon Pläne für die nächsten Tage. Die anderen hatten Wind von einer Wanderung über zwei Tage durch den Laotischen Dschungel bekommen. Das hörte sich recht cool an. 
Das Restaurant lag direkt an der einzigen Straße, und ih guckte nicht schlecht als ich zwei alte Bekannte vorbeilaufen sah. Mark und Dylan. Damals kennengelernt in Vietnam. Das letzte Mal gesehen gehabt vor ca. 1 1/2 Wochen. Ja die Welt ist doch recht klein. 
Ich quatschte kurz mit den beiden, aber sie hatten einen Local im Schlepptau, der ihnen seine Garküche zeigen wollte. 
Zurück bei den anderen, nahmen die Pläne dann langsam Gestalt an. Wir redeten mit einem Typen von gegenüber, der die Tour anbot. Ich schlug noch vor Dylan zu fragen ob er nicht auch mitkommen wollen würde, konnte ihn aber den ganzen Abend über nirgends finden. Und das war schon erstaunlich bei der Größe des Dorfes. 
So buchten wir die Tour dann ohne ihn, aber immer noch zu einem guten Preis, da wir ziemlich viele Leute waren. Den Rest des Abends verbrachten wir mit dem Local, der auch mit uns auf die Tour kommen würde und ein paar anderen Leuten bei einem kleinen BBQ. Dann ging es früh ins Bett, da ja schon am nächsten Tag die Tour anstand!



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Dienstag, 6. Mai 2014

Siem Reap und Angkor Wat


13.03. - 18.03.2014: 

Am nächsten Tag sollte es dann aber wirklich weiter gehen. Eigentlich hatte ich mir auch schon einen Busanbieter herausgesucht, aber am Morgen musste ich dann feststellten, dass die Station zu weit weg war. Aber es gab ja noch vier andere Anbieter. Da ich ein paar nicht so schöne Story‘s von den alten Klapperbussen gehört hatte, entschied ich mich am Ende für den „Ibis Express“. Die Station war auch nur drei Minuten zu Fuß vom Hostel weg, was die ganze Sache erleichterte.
Neben mir nah Jason aus New York platz. Es stellte sich heraus, dass er professioneller Fotograf in den Staaten war, seine eigene kleine Firma hatte und sich gerade eine Auszeit gönnte. Wir verstanden uns super und so vergingen die knapp sechs Stunden Busfahrt wie im Flug. 
In Siem Reap angekommen, ging das ewige Spiel der Tuk-Tuk Fahrer, die einem schon beim Aussteigen zuriefen, von vorne los. Am Ende hatte das Guesthouse von Jason, entgegen seiner Erwartungen, ein Tuk-Tuk geschickt, das wir uns dann teilten. Erst wusste der Fahrer nicht, wo mein Hostel war, fragte dann jedoch einen Kollegen, welcher ihm wohl den ungefähren Weg wies.
Als wir Jason abgesetzt hatten, fuhren wir dann aber irgendwie relativ Ziellos durch die Gegend. Ich nahm das Ruder dann in die Hand und fragte am Ende einen weiteren Tuk-Tuk Fahrer nach dem Weg. Er schien auch zu wissen wo wir hinmussten und immerhin waren wir auch schon in der richtigen Straße gewesen. Nur leider waren wir in die falsche Richtung gefahren...
Im Hostel angekommen, hieß es dann erst mal weiter warten. Grad war Stromausfall, weshalb ich leider nicht einchecken konnte. Nach 20 Minuten floss der Saft dann aber wieder durch die Leitungen und ich konnte mich endlich kurz hinlegen, duschen und dann was Essen gehen. 
Am Abend organisierte ich dann mit Jason noch den nächsten Tag, an dem wir Angkor Wat besuchen wollten. 

Tag 2:

Da wir uns dazu entschieden hatten, den Sonnenaufgang über Angkor zu sehen, mussten wir um kurz vor fünf aus den Federn. Gegen viertel nach fünf rauschte dann das Tuk-Tuk mit Jason heran, ich sprang auf und dann ging es auch schon in Richtung der uralten Tempel. 
Wir beiden, natürlich in T-Shirts bekleidet, froren dann schon fast ein bisschen, bei dem Fahrtwind und den morgendlichen Temperaturen. Auf dem Weg zum Ticketschalter (wobei das Wort Schalter hier leicht untertrieben ist - Komplex würde es wohl eher treffen), sah es noch so aus, als wenn es gar nicht sooo voll ist. Dann sahen wir aber immer mehr Tuk-Tuk‘s und auch schon die ersten Minivan‘s. 
Doch die Schlangen für die Tickets waren noch relativ kurz. Wir bezahlten unsere 20 US$ und ließen von uns ein Foto mit einer Webcam machen. Dann hatte die Dame hinter dem Schalter aber irgendwie unsere Geldscheine durcheinander gebracht, was erst einmal dazu führte, dass ich beschuldigt wurde, noch nicht gezahlt zu haben. Am Ende ging die Sache so aus, dass das gesamte, bis zu diesem Zeitpunkt, eingenommene Geld, an diesem Schalter, gezählt und dann durch die Anzahl der Tickets geteilt wurde. Ich glaube jedenfalls das sie das gemacht haben. Alles andere würde eher wenig Sinn ergeben. 
Wir schwangen uns nach dieser kleinen Verzögerung dann zurück ins Tuk-Tuk und legten den letzten Kilometer zu Angkor Wat zurück.
Nun musste man auch zugeben, dass es nicht mehr ganz so leer war, wie am Anfang vermutet. Die gesamte Meute pilgerte dann in den Tempel hinein, um sich dann an einem kleinen See, auf der linken Seite, vor Angkor zu platzieren. Ich tippe mal, dass dort dann beim Sonnenaufgang um die 200 oder mehr Leute standen. 
Der Sonnenaufgang an sich war nicht wirklich spektakulär, da die Luft wie eine dunkle graue Suppe gefärbt war.
Wir gingen langsam nach rechts herüber, genau zum richtigen Zeitpunkt, denn die orangene Sonne schob sich schlussendlich doch noch langsam immer höher, und höher. Und dieses Spektakel konnte man von der rechten Seite deutlich besser beobachten. 
Schlau wie wir sind, haben wir uns dann nicht gleich Angkor angeguckt, sondern sind zu einem anderen Tempel gedüst, in dem mal ein paar Szenen von „Tomb Raider“ gefilmt wurden. So würden wir hoffentlich dem Touristenstrom entgehen. Das funktionierte auch ganz gut muss man sagen. Wir hatten bei den folgenden Tempeln eigentlich immer unsere Ruhe und konnte ordentlich knipsen. 
Gegen 12 Uhr waren wir dann auf einem zwischenzeitlichen Tief angekommen. Zum Glück wusste unser Fahrer, wo es was zu Essen gab. So machten wir etwas mehr als eine Stunde Pause und aßen etwas. 
Dann wagten wir uns wieder aus dem Schatten. Die Temperaturen waren in der Zwischenzeit bestimmt auf knapp unter 40 Grad gestiegen und es drohte noch heißer zu werden. Sobald ich mich auch nur einen Zentimeter bewegte, tropfte mir die Suppe von der Stirn und in den roten Sand, in dem sie augenblicklich auch wieder verschwand. Wir arbeiteten uns langsam vor und ich bewegte Jason dazu, jeden erdenklichen Tempel zu besteigen, da wir hier sicherlich nur einmal hinkommen würden. Der Bayon Temple war ein besonderes Prachtexemplar. Nicht unbedingt wegen der Größe, sondern vielmehr der Verzierungen und Gesichter die in den Fels gemeißelt worden waren. 
Vom Bayon Temple zurückkommend, bestiegen wir noch einen „Berg“ auf dem ein weiterer Tempel stand. Und schlussendlich schlossen wir unsere kleine Tour dort ab, wo alles angefangen hatte. Dem eigentlichen Angkor Wat. Dem konnten die anderen Tempel bezüglich der Größe nicht man ansatzweise das Wasser reichen. Bezüglich der Verzierungen war es allerdings nicht ganz so gut wie der Bayon Temple.
Gegen drei oder halb vier waren wir dann mit unserem Programm erst einmal durch. Da waren wir auch schon gut 10 Stunden auf den Beinen. Den Großteil der Zeit hatten wir dabei bei knapp 40 Grad verbracht. Wir waren komplett alle! Unser Tuk-Tuk Fahrer war so nett und setzte uns nahe der Pub Street ab, in der sich alle Restaurants und Bars der Stadt befanden. Der Durst wurde mehr oder weniger mit kaltem Eistee gestillt. Dann war eine kalte Dusche fällig und natürlich, ein Nickerchen. 
Auch wenn ich eigentlich keine Lust hatte, rappelte ich mich zu später Stunde noch einmal auf, ging noch mal etwas essen, bevor ich dann wieder zurück ins Bett wankte.











Tag 3:

Manche Menschen besuchen Angkor Wat, beziehungsweise die andern kleineren Tempel drum herum, am nächsten Tag dann gleich noch mal. Zu dieser Sorte gehörte ich jedoch nicht, da ich definitiv erst mal genug von Tempeln hatte. Ab einem gewissen Punkt ist die Tempel-Sättigungs-Skala halt doch mal erschöpft. Oder um es ganz klar auszudrücken: Man kann sie einfach nicht mehr sehen!
Es galt den Tag erst einmal ruhig angehen zu lassen. Ein bisschen die Stadt erkunden, über den Markt schlendern, sich mal wieder wundern, unter welch hygienischen Bedingungen Fleisch verkauft wurde. Das übliche halt. Die Zeit verging relativ flott und ehe ich mich versah, war ich kurz davor, Essen zu gehen. Auf dem Weg aus dem Hostel raus, lief ich dann noch einem Deutschen über den Weg, welchen ich in Phnom Penh so halb kennengelernt hatte. Zusammen und noch mit zwei Freunden, suchten wir dann noch zwei andere Freunde, die wir aber nicht fanden. So endeten wir schließlich bei einem der kleinen Stände auf dem Nightmarket.



Tag 4:

Der mehr oder weniger vierte Tag in Siem Reap starte auch relativ entspannt. Eine Amerikanerin und ich mussten das Zimmer wechseln, da in unserem ursprünglichen Bauarbeiten stattfanden. Am Ende landeten wir wieder beide im gleichen Zimmer und hatten sogar die gleichen Betten. 
Ansonsten hatte ich über eine Quadtour gelesen, dann sah ich den Flyer noch mal im Hostel und da entschied ich mich dann spontan die Tour für den Sonnenuntergang zu buchen. Gegen fünf wurde ich mit einem Dirtbike abgeholt und dann bei beim Büro abgesetzt. Ich und zwei Tschechen bekamen eine kleine Einweisung in das Quad. Danach mussten wir eine kleine Testfahrt machen, bei der mich der „Lehrer“ erst einmal zurechtweisen musste, da ich nach seinem Geschmack etwas zu schnell fuhr :D
Dann bekamen wir alle diese schönen Ärzte-Mundschützer. Einer der „Lehrer“ fuhr auf seinem Dirtbike voraus, während ich an letzter Stelle in der Kette war, was sich noch als sehr gut herausstellen sollte. Es ging an den Rand der Stadt und dann auf Schotterpisten durch die ländlichen Gebiete. Die Locals waren alle hellauf begeistert als sie uns vorbeisausen sahen und winkten meist. 
Mit dem Vorteil des Letzten in der Kette, ließ ich mich immer wieder zurückfallen, um dann einfach mal das Gas aufzureißen. Denn ich bin der festen Überzeugung das Quad‘s nicht dazu gedacht sind mit konstanten 30 km/h durch die Gegend zu tuckern. 
Außerdem denke ich auch, dass ein Hinterradantrieb und Sand einfach dazu genutzt werden müssen, um ein bisschen zu driften. Und genau da kam mir die letzte Position in der Kette sehr zu Gute. 
Durch malerische Landschaften ging es dann immer weiter von der Stadt weg. Links und rechts Wiesen, Reisfelder und ab und zu mal ein Wasserbüffel. Immer der, sich dem Horizont entgegen neigende, blutrote Sonne entgegen. 
Dann legten wir einen Stopp ein, um uns voll dem Sonnenuntergang zu widmen. Ein paar Kinder hatten sich schon an der Stelle versammelt und sobald wir abgestiegen waren, begannen sie auf den Quad‘s zu spielen. Das gefiel dem Tourenleiter nicht so ganz, aber er drückte ein Auge zu. 
In der Dämmerung ging es dann weiter ein paar Meter an Reisfeldern vorbei, durch ein Wasserloch und schließlich durch ein paar kleine Gassen. Und dann war der Spaß auch schon vorbei. Es war genug Benzin für diesen Tag verbrannt worden. 
Das Dirtbike setze mich wieder am Hostel ab und ich kam gerade noch rechtzeitig um meine Zimmerkumpanen zum Dinner zu begleiten.





Tag 5:

Am nächsten Tag war wieder eher nicht so viel angesagt. Ein bisschen Blog schreiben  und relaxen. Ach ja, und es war St. Patricks Day. Wobei ich diesen auch nicht sehr exzessiv zelebrierte, da mein Magen noch etwas empfindlich von dem Nightmarket Mahl, zwei Tage zuvor, war. Außerdem wollte ich mir noch ein bisschen was zu Essen für die Fahrt am nächsten Tag kaufen. Der Supermarkt lag allerdings etwas entfernt. Am Ende kam ich gerade so zu Ladenschluss gegen halb Zehn dort an. Und es gab auch noch ein paar durchschnittliche Rosinenbrötchen. 


Zurück in Phnom Penh:

Am nächsten Tag ging es dann zurück nach Phnom Penh. Auf der Fahrt gab es keine besonderen Vorkommnisse, aber wenigstens brauchten wir auch wirklich nur die sechs angegebenen Stunden Fahrzeit. Wobei das aufsammeln der ganzen Leute in Siem Reap bestimmt schon eine Stunde gedauert hatte. 
Im Hostel erkannte man mich wieder und war erfreut mich mal wieder als Gast begrüßen zu dürfen. Ich würde eine Nacht in Phnom Penh bleiben, um dann am nächsten Tag den Bus nach Sihanoukville an die Küste Kambodscha‘s zu nehmen. 

Ich genehmigte mir am Abend noch eine ziemlich gute Pizza und damit war das Kapitel Phnom Penh dann auch geschlossen. 
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Mittwoch, 2. April 2014

Bako Nationalpark und Urang-Utans


Der 24.02. und 25.02.:

Am Vorabend war ich noch mit Sadie und Linda ins Gespräch gekommen. Sie wollten, wie ich, den Bako Nationalpark besuchen. Wir hatten uns ein paar Infos rausgesucht und dann ging es Morgens um 6 Uhr los. Den Bus fanden wir relativ problemlos, was aber definitiv unserer Vorbereitung zuzuschreiben war. Denn Bushaltestationen oder feste Abfahrtsplätze gibt es eher nicht. Es hilft also die Nummer des Busses zu kennen.
Auf der gut 1 1/2 stündigen Fahrt verfärbte sich der Himmel schon bedrohlich schwarz. Am Pier zum Nationalpark angekommen war er dann schwarz. Pier? Ja, Pier! Wenn man zum Bako Nationalpark will, muss man erst den Bus nehmen und dann noch ein Boot. Es gibt keine Straßen dort hin. 
Dann ging natürlich erst mal die wilde Organisation los. Manche Leute wollten eine Nacht dort schlafen, andere waren nur für einen Tag dort. Am Ende waren aber alle glücklich. 
Ich weiß gar nicht mehr wie viel wir am Ende dann für das Boot bezahlt haben aber ich glaube um die 80 Ringgit. Unser Captain war ein älterer Herr, der sehr nett auf uns wirkte. Erst rauschten wir auf dem glatten Fluss entlang, bevor es auf die etwas rauere See hinaus ging. Aber er hatte alles unter Kontrolle. Er empfahl uns sogar die Schwimmwesten an zu ziehen. Nicht aus dem Grund, dass wir ins Wasser fallen könnten, nein, da wir so weniger nass werden würde. Alter Fuchs :D
Von einem Boot neben uns fiel dann noch der Motor aus, sprang dann aber nach 10 Versuchen wieder an, womit wir sie nicht abschleppen mussten. 
Als wir dann am eigentlichen Bako Nationalpark ankamen, fing es natürlich an zu regnen. Wir registrierten uns und warteten erst einmal ab. Es war viel Zeit uns eine Route zu überlegen, die wir dann auch dem Nationalpark mitteilen mussten. Für den Fall, dass wir nicht wieder auftauchen würden.
Im Restaurant holten wir uns ein paar Plastiktüten um unsere Elektronik zu schützen. Dann rein in den strömenden Regen. Nach 20m stellten wir uns dann allerdings wieder unter. Als es ein wenig nachließ ging es weiter. Eine Art Wildschwein begegnete uns, dann regnete es wieder so doll, dass wir uns erneut unterstellten. 
Dann ließ es wieder nach. Und dieses Mal hatten wir mehr Glück. Es wurde weniger und weniger. Außerdem schützten uns jetzt die Blätter des Waldes.
Auf unserem Weg hüpften Affen an uns vorbei, wir kletterten über Wurzeln, Gesteinsformationen und, und, und. Bis wir dann in einer kleinen Bucht ankamen. Dort machten wir kurz Pause, bevor wir weiterliefen.
Auf der zweiten Route kam dann sogar richtig die Sonne raus, was schon wieder fast zu heiß war. Am Anfang hatten wir noch ein bisschen Schatten, dann kamen wir jedoch aus dem Regenwald heraus. Die letzten 3 km ging es dann auf relativ plattem Land bis an die abfallenden Klippen. 
Wir hatten unserem Captain gesagt, dass wir gegen drei Uhr wieder zurück sein würden. Am Ende hatten wir dann sogar noch genug Zeit für ein bisschen Mittag. 
Zurück am Pier passten wir perfekt den Bus in die Stadt ab und dann hieß es erst mal dösen. 
Zurück in der Stadt, hielten wir kurz beim Supermarkt, steuerten dann aber sehr zielgerichtet auf das Hostel und unsere Betten zu. Zu viel Sonne und 10 km Laufen macht müde...
Abends gingen wir dann noch was Essen. Es war noch nicht all zu spät, vielleicht halb neun, aber die Straßen waren schon relativ leer. Wir kehrten in einem etwas besseren Lokalen Restaurant ein, womit der Abend dann langsam dem Ende entgegenglitt. 






Orang-Utans:

Borneo ist einer der wenigen Plätze auf der Welt, wo man Orang-Utans sehen kann! Wenn mich nicht alles täuscht gibt es auf der Welt nur zwei Plätze. 
Relativ spontan hatte ich mich am Vortag dann noch dazu entschlossen, diese haarigen, sanften, Riesen zu besuchen. In der nähe von Kuching gab es ein Wildlife Reserve, in dem irgendwann Mal, vor Jahrzehnten, ein paar Orang-Utans aufgezogen wurden, welche sich dann vermehrten und jetzt gibt es dort 30 oder 40. Sie leben frei, kommen aber natürlich gerne für die saftigen Leckereien immer mal wieder vorbei. 
Es stellte sich heraus, dass auch noch zwei englische Mädels am selben Tag dort hin wollten. Morgens trödelten die beiden dann noch etwas rum, hatten am Ende geradezu Panik, dass wir den Bus verpassen würden. Ich hingegen blieb (selbstverständlich) die Ruhe selbst. Ich meine wir waren immerhin in Malaysien. Und am Ende kriegten wir den Bus noch locker. 
Am Reserve angekommen, trafen wir noch zwei andere Engländer. Sie waren schon zum dritten Mal dort. Nicht aber weil es so toll war, sondern weil sich die andren Male keiner der Orang-Utans hatte blicken lassen. - Gute Voraussetzungen also...
Dann kamen auf einmal immer mehr und mehr Menschen. Es füllte sich schnell. Wir bekamen alle eine kurze Einweisung. Kein Essen oder Trinken mitführen, leise sein und falls einer der Affen deine Kamera haben will, überlasse sie ihm lieber freiwillig. 
Dann knisterten die Funkgeräte auf einmal. Und dann hieß es, dass an der einen Futterstelle Orang-Utans gesichtet wurden! 
Der Pulk setzte sich in Bewegung und staunte nicht schlecht als sich zwei Braune durch die Wipfel schwangen. Geschickt schnappten sie sich die Früchte, verzogen sich wieder an die Seile und schmatzen genüsslich.
Dann kam noch eine Mutter mit ihrem Jungen. Nach 20 Minuten knisterten die Funkgeräte dann wieder. Der dominante männliche Orang-Utan war auf dem Weg!!!
Auf dem Weg zur anderen Futterstelle, kamen uns noch zwei Orang‘s auf dem Weg entgegen. Schnell wurde Platz gemacht und der Atem angehalten. 
Wir warteten eine Weile vor der zweiten Futterstelle. Dann hörten wir die Äste krachen und die Blätter wackeln. Und das brechen der Äste und Stämme kam immer näher. Er war auf dem Weg!
Und dann kam er aus dem Urwald zwischen den Bäumen hervor! Vielleicht zwei Meter Groß, eher größer und nur so strotzend vor Kraft. Wenn man es nicht selber gesehen hat, ist die pure Dominanz nur schwer zu verstehen. 
Lustigerweise hatte der Park noch ein paar Krokodile, die wir natürlich auch nicht ausließen. Als wir dann von dort zurück gehen wollten, wollte Mr. Big Monkey auch gerade da lang, wo wir lang wollten. Wir überließen ihm sehr gerne den Vortritt. Und so verschwand er zwischen den Blättern. Nur noch das knacken der zu schwachen Äste war zu hören. 

Die Busfahrt wurde verschlafen. In der Stadt ging ich etwas bei einem der zahlreichen Straßenhändler essen. Abends ging es dann wieder mit Sadie und Linda los. Erst war der Plan auf der anderen Seite des Flusses zu Essen. Für 25 Cent konnte man mit einem kleinen Boot übersetzten. Als uns dort aber nichts richtig zu sagte, wir aber die Seite ein bisschen erkundeten, fuhren wir zurück auf die andere Seite. Ich hatte am ersten Tag einen Libanesen gesehen, den Linda zufällig auch im Blick hatte. War komplett leer, das Essen aber sehr gut! Jedenfalls Sadie‘s und meins. Linda hatte etwas Pech...





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Freitag, 10. Januar 2014

Fiji - Yanutha Island Village Stay


Geschehnisse vom 02.01.2014 - 09.01.2014: 

Am 2.1. rief Phil dann in dem Dorf auf Yanutha an. Die Nummer hatte er von Jimmy, der schon da gewesen war. Und der schwärmte davon. 
Das Gespräch war kurz. Wir würden Samstag um Neun Uhr am großen Indischen Shop abgeholt werden. Dort, da es der einzige Ort war, an dem man Benzin kaufen konnte. 
Für mich war dann nur das Problem, dass ich schon Montag zurück sein musste, da ich die Fähre am Dienstag kriegen wollte. 
Am Samstag dem 4.1. hieß es dann also früh aufstehen. Wir frühstückten in unserer Gruppe ein letztes Mal zusammen, denn Lis und Chris würden am Sonntag auch die Fähre zurück zur Hauptinsel nehmen. Chris würde ich dann spätestens aber am 13.01 wieder treffen, da wir den gleichen Flug nach Melbourne hatten. 
Pünktlich um Neun waren wir dann am Shop. Im Gepäck eine ganze Ladung Kava für den Chief. 
Doch dann kam es wie es kommen musste. Es gab kein Benzin mehr. So war die einzige Möglichkeit, in die Stadt zu fahren, um Benzin zu kaufen. Das machte auch einer der Jungs aus dem Dorf, aber man konnte nie wissen ob es dort noch welches gab oder nicht. Im schlimmsten Fall mussten wir auf die Fähre warten, die neues bringen würde. 
Während dieser Zeit machte ich mir so meine Gedanken. Nach ein bisschen rum rechnen und dem hinterfragen des optimalen Nutzen meiner Zeit in Fiji, kam ich zu dem Ergebnis, dass es vielleicht besser wäre, einen Flug am Samstag oder Sonntag zu buchen. Es gab zwar nur noch die teuren, aber das Geld würde ich auf der Hauptinsel auch für ein Hostel hinblättern. So könnte ich schön eine knappe Woche im Dorf verbringen. Das erschien mir dann als die deutlich bessere Variante. 
Ich musste mir nur noch Internet aus dem Hut zaubern. Aber da Taveuni ja nun mal eine kleine Insel ist, wir genau vor einem anderen Tauchshop saßen, dessen Besitzerin ich zufälligerweise auch ein bisschen kannte, konnte ich mich da schnell in Wifi einklinken und den Flug buchen.
Als ich fertig war, dauerte es noch ein bisschen, dann war auch Jack aus der Stadt zurück. Und siehe da, er hatte Benzin bekommen. Nach dem Aufladen von noch ein paar anderen Dingen, konnten wir so mit ein paar Stunden Verspätung endlich starten. - Fijitime. 

Nach guten 1 1/2 Stunden mit ein paar Delphinen und einer ruhigen See, waren wir dann da. Wir halfen das Boot zu entladen und sollten uns dann erst mal auf eine Matte setzten und auf Lui, den Gastvater warten. Er begrüßte uns, erklärte uns ein paar Dinge und dann gab es erst mal Mittag. Nach dem Mittag war kurz Ausruhen angesagt.
Dann ging es zum Chief des Dorfes. Dort übergaben wir unser Kava und stellten uns vor.
Danach stiegen wir wieder ins Boot und fuhren zu einer anderen Insel. Dort holten wir ein paar Jungs ab, die gerade Feuerholz gesammelt hatten. 
Auf dem Weg zurück, hielten wir noch an einer gut 13 Meter hohen Klippe. Dort sprangen wir ein bisschen und genossen das endlich mal erfrischende Wasser. Das in unmittelbarer Nähe zum Dorf war ziemlich warm gewesen...
Dann waren wir wieder zurück und es hieß Teatime. Dazu gab es Brot mit selbst gemachter Papayamamarmelade. 
Dann ging es runter an den Strand, ein bisschen Volleyball spielen. Ein ziemlich cooler Sonnenuntergang folgte wenig später, den wir zwar nicht direkt sahen, aber die Farben die die Wolken zeichneten waren auch so sehr beeindruckend. 
Nach dem Dinner ging es dann direkt ins Bett unter das Moskitonetz. 







Tag 2:

Es war Sonntag. Das hieß es war Kirchentag. Allerdings hatten wir uns dazu entschieden nicht mit zu gehen, da wir nicht wirklich was zum anziehen hatten und uns das irgendwie Respektlos erschien. 
Zum Frühstück gab es Windbeutel. Danach machten wir erst mal nicht viel. Ein bisschen Backgammon spielen und lesen. Nach dem Mittag sind wir den anliegenden Strand erkunden gegangen. Wir fanden eine Stelle, an der man auch bei Ebbe noch schwimmen konnte und blieben dort eine Weile. Danach kletterte ich eine Palme hoch um ein paar Kokosnüsse zu besorgen. Diese wurden dann mit Luke‘s Technik geknackt. 
Ich bin dann noch ein bisschen weiter gelaufen und fand nach einer Weile die Schule des Dorfes. Dort döste ich eine Weile in der Hängematte und ging dann zurück. Mittlerweile war es schon wieder Nachmittag und der Magen knurrte ein bisschen. 
Aber zum Glück gab es ja die Teamtime ;)
Nach dieser schliefen wir erst mal alle. 
Dann spielten wir wieder Backgammon, mieden die Sonne, da wir von der schon sehr viel abbekommen hatten und warteten auf das Dinner.
Meist gab es Variationen von Fisch. Logisch, bei einem Dorf auf einer Insel. Aber wir hatten auch mal Roti mit Curry, Hühnchen in würziger Sauce oder gepresste Cassawablätter in Kokossauce, die nach Fleisch schmeckten. 
Die meisten die mich einigermaßen kennen, wissen, dass ich keinen Fisch esse. Wie habe ich dort drüben also überlebt? Nun ja, ich habe den Fisch gegessen. Der war einfach komplett anders als der den ich kannte. Hat Null nach Fisch geschmeckt. Sondern war einfach nur lecker. 
Und nach dem Dinner ging es auch schon wieder ins Bett. Sonne macht nämlich ziemlich müde ;)




Tag 3:

Am dritten Tag gab es um acht Uhr Frühstück. Danach machten wir uns fertig, da es zu einer anderen Insel gehen sollte. Dort würden wir ein Picknick machen. Mit dem Beiboot ging es raus zu einem etwas größerem Boot. Alles natürlich in Fijitime. Dort musste dann erst mal Wasser aus dem Boot geschöpft werden, und die Leinen für das Steuerruder neu montiert werden. Sehr vertrauenserweckend :D
Es dauerte eine ganze Weile bis wir mit einem lauten Tuckern vor der kleinen Insel anhielten. Das Wasser war wie immer hellblau, klar, sodass man bis zum Meeresboden gucken konnte und erfrischend „kalt“. 
Wir trieben eine ganze Weile im Wasser am Sandstrand und spielten ein bisschen mit den Kindern. Währenddessen wurde schon fleißig gespearfisht. Irgendwann entschied ich, den Berg zu erklimmen. Eigentlich war die ganze Insel ein Berg, nur der Sandstrand, an dem wir waren, durchbrach dieses Muster. Der einzige Weg nach oben führte über glitschige Felsen und eine Ansammlung von Wurzeln nach oben. Aber alles kein Problem für den kleinen Kletteraffen Jonas :D
Oben angekommen staunte ich nicht schlecht. Terrassenartig schob sich ein Felsen etwas nach vorne und gab den Blick frei, zu der spektakulären Kulisse. Man konnte alles von oben sehen, Taveuni, Yanutha, den weiten Ozean, die Korallen und ein paar Haie die dazwischen herum schwammen.
Ich drehte eine Runde oben, entdeckte von der anderen Seite aus noch Nanuku und ging dann wieder nach unten. Die ersten Fische lagen schon auf der Glut und so aßen wir bald, den wie ich behaupten möchte, vielleicht besten Fisch, in meinem Leben.
Danach wurde sich noch mal abgekühlt, bevor ich mit Kamera noch mal nach oben ging. Und ich konnte mich immer noch nicht richtig satt sehen. Dann hörte ich von unten allerdings schon die ersten Außenborder heulen. Es war Zeit wieder nach unten zu gehen. 
Wie schon vermutet herrschte Aufbruchstimmung. Dieses mal stiegen wir in eines der kleineren Boote. Dieses brauchte nur einen Bruchteil der Zeit vom Großen. So konnte wir schneller unseren wohl verdienten Nachmittagsschlaf antreten :D
Danach passierte wie immer nicht viel. Teatime, Backgammon, Lesen und schließlich Dinner, bevor es ins Bett ging. Aber so ist das halt in den Dörfern hier. Passiert nicht außerordentlich viel. 







Tag 4:

Für den nächsten Tag stand ein Vulkan auf dem Programm. Der Krater ist geflutet und man kann auf den Ränder entlang wandern. Zum Frühstück gab es jedoch erst mal Fijianisches Roti in Milch. Sehr lecker. 
Hami und Samu, zwei Teenager brachten uns dann zum Vulkan. Hami wanderte mit Phil und mir, während Samu Marie zu einem Strand brachte, da sie Höhenangst hatte. Der Ausblick war mal wieder ziemlich cool. Ich kann schwer schätzen wie hoch wir über der Meeresoberfläche waren, aber ich würde so auf 100 Meter an der Höchsten Stelle Tippen. Wir wanderten nicht die komplette Runde, sondern bogen irgendwann nach links zu einem Strand ab. Davor sahen wir noch ein paar Ziegen, für die die Insel bekannt war. Hami erzählte uns, dass er schon ein paar mal dort hingekommen war, um Ziegen zu jagen. Am Strand trafen wir dann auch wieder auf Samu und Marie. Zusammen ging es dann zurück zum Dorf. Dort gab es dann erst mal Mittag. Danach wurde ein bisschen geschlafen. Dann gab es Teatime. Dann ging es runter zum Strand. Unser Haus befand sich etwas außerhalb vom Dorf auf einem kleinen Hügel, direkt neben der Kirche. Lui war sehr religiös und ging immer schon um Vier Uhr Morgens in die Kirche. Dazu noch gegen fünf Uhr Nachmittags. 
Und nach dem mal wieder sehr guten Dinner, fielen wir alle in unsere Betten. 




Tag 5:

Da für den Tag nichts anstand, gingen wir nach dem Mittag zum Strand auf der anderen Seite der Insel. Diesen hatten wir noch nicht erkundet gehabt. Auf dem Weg dort hin, kamen wir durch das Dorf und wurden von einer Familie zum Mittag eingeladen. Nur schade, dass wir schon zum bersten gefüllt waren :D
Über einen kleinen Berg erreichten wir den Strand, an dem man auch bei Ebbe schwimmen konnte. Und selbstverständlich war es wieder ein Traumstrand. 
Bis zur Teatime waren wir dann dort. Dann gingen wir zurück und schlürften eine Tasse Zitronengraßtee. Dazu gab es Cracker mit der sagenhaften Papayamarmelade. Ja, das Leben war schön. 
Danach machten wir, was wir immer taten. Bis zum Dinner. Dann ging es wieder früh ins Bett. Am nächsten Tag würde es schon wieder zurück gehen. Eigentlich war Freitag geplant, aber ein Tornado war am anrücken. Deshalb war es besser schon am Donnerstag zurück zu fahren. 





Tag 6:

Nach gebackenen Bananenküchlein zum Frühstück machten wir uns fertig aufzubrechen. Wir verabschiedeten uns von der Familie, machten noch ein Foto und dann ging es runter zum Strand. Unserer Captain war ein vielleicht 18 Jähriger, der uns sicher nach Taveuni zurück bringen sollte. 
Nach einer letzten Verabschiedung, stiegen wir uns Boot, wickelten unsere Sachen in die Plane ein und dann setzten wir uns langsam in Bewegung. Die Plane sollte sich noch als sehr nützlich erweisen. 
Die Wellen waren hart am Limit. Das Wasser schlug mehrmals über den Bug der kleinen drei Meter Nussschale. Aber unser Captain wusste eindeutig was er tat. So kamen wir am Ende zwar nass, aber immerhin lebend in Taveuni an. Aber es sind ja diese Grenzerfahrungen, die erst den Reiz ausmachen - nich?!
Der Captain fuhr geradewegs zurück, als er uns abgesetzt hatte. Phil konnte es kaum erwarten, endlich wieder eine Fanta zu trinken, so war unser erster Stopp der kleine Shop. 
Zurück in Maravu stellten wir erschreckt fest, dass es ziemlich voll geworden war. So voll, dass es erst mal schwierig war uns irgendwo unter zu bringen. Alle dachten ja auch, dass wir erst Freitag zurückkommen würden. 
Am Ende fanden wir aber alle noch ein Bett. Die Tafel in der Rezeption war falsch gewesen und auf ihr standen noch Leute, die schon längst ausgecheckt waren. - Fijistyle ;)






So, das war sie also, meine Zeit in Fiji. Ich habe dieses Land lieben gelernt. Die Menschen, die Herzlichkeit, das Essen und die Landschaft machen es einfach schwer dies nicht zu tun. Am Anfang war ich sehr kritisch, ob 40 Tage wirklich nicht ein bisschen viel sind. Aber ich muss sagen, es war genau richtig. Ich habe alles gemacht, was ich machen wollte. Habe die Touristischen Inseln gemieden und habe mich stattdessen für Taveuni entschieden. In zwei Tagen muss ich dann leider meine kleine Familie hier verlassen und in eine kleine zwei-Propeller-Maschine nach Nadi steigen. Hoffen wir das da alles glatt geht ;)
Ich hoffe ich komme eines Tages wieder! 

Und sonst sage ich mal: Ich berichte aus Singapur, meinem nächsten Stopp. Danach geht es höchstwahrscheinlich nach Bali. Aber das wird sich schon alles ergeben.


Vinaka va levu and moce, ni sa moce Fiji 
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