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Dienstag, 18. März 2014

Kuala Lumpur


Geschehnisse vom 19.02. - 21.02.2014 in Kuala Lumpur:

Wie wir alle wissen schlafe ich gerne lange. Ganz anders ist da die Isa. Zum Glück ist sie Frühaufsteherin, sodass wir den Tag schon immer früh begannen. Das Frühstücksbuffet im Hotel war ganz gut. Deutlich besser als im Hotel in Kuta.
Ich als alter Navigator hab uns dann erst mal eine kleine Route zusammengebastelt. Als erstes ging es zum Central Market. Ein überdachter Markt, in dem man mal wieder allerhand Klimbim kaufen konnte. Von Holzschnitzarbeiten bis zum „I love KL“ - T - Shirt, war alles dabei. 
Dann ging es weiter entlang am „Fluss“. Jedenfalls sah der Abwasserkanal auf Google Maps noch aus wie ein Fluss...
Das hätte ich natürlich besser wissen müssen, da die ganze Stadt schon einen dreckigen Eindruck machte. Irgendwie kamen wir dann zu den Petronas Towers. Das wahrscheinlich bekannteste Gebäude von Kuala Lumpur, ist 452m hoch und damit so ziemlich mit das größte was die Stadt zu bieten hat. Außer den Petronas Towern gibt es noch den Menara Tower. Dieser ist immerhin 420m hoch. Und besitzt ein, sich um die eigene Achse drehendes, Restaurant. Kommt uns irgendwie bekannt vor!? :D
Es fing so allmählich an heiß zu werden, weshalb wir uns sehr über die klimatisierte Mall unterhalb der Tower freuten. Das hochfahren, auf den Aussichtspunkt, war uns zu teuer und außerdem legte sich schon wieder der charakteristische braune Nebel über die Stadt. In der Mall waren die üblichen Designer vertreten. Ein paar mittel preisige Geschäfte gab es auch. Und in einem der Shops konnte ich sogar eine relativ billige Shorts ergattern. 
Danach drehten wir noch eine Runde durch den Menschenleeren Park am Fuße der Tower, während die Sonne nur so auf uns hinab brutzelte. Über einen kleinen Umweg kamen wir in eine Art Stadtzentrum. Jedenfalls ließ die Dichte an Malls und Läden dies vermuten. 
Keine Ahnung, warum wir dann durch das arabische Ghetto gelaufen sind, doch wir kamen an einer ganz passablen Straße raus. In einem kleinen gemütlichen Restaurant, das komplett leer war, ließen wir uns nieder und verdrückten Chicken Sweet Sour zum Mittag. Gestärkt ging es also weiter. Das Phänomen der plötzlich auftauchenden Ghettos begegnete uns noch ein paar mal, bevor wir zu einer Elektromall kamen, in die Isa wollte. Über 8 Stockwerke verteilten sich dort kleine Elektrostände. In jeder Etage so ziemlich das gleiche. Und waren die zwei Weißgesichter erst mal gesichtet gab es kein halten mehr. „Sir, Madam, Phone, Phone, Phone?“ „Laptop, Laptop, Tablet?“. Aber in der Hinsicht bin ich ja schon ganz gut abgehärtet. Doch am Ende hat meine kleine Wutader an der Stirn doch etwas deutlicher pulsiert als es normalerweise üblich wäre...
In der Sengenden Hitze kamen wir dann irgendwann im Hotel an. Unsere Klimaanlage im Zimmer war Gold wert. Allerdings mussten wir den Mechanismus ein wenig austricksen. Denn es dauerte immer so drei Stunden bis der Raum runter gekühlt war. Also ließen wir einfach eine der Zimmerkarten in dem Stromslot stecken. Ja, Schande über unsere Häupter, da ist n bisschen mehr Strom als sonst bei draufgegangen...
Zum Essen ging es wieder runter. Am selben Stand wie am Vortag aßen wir dieses Mal so viele Spieße bis wir satt waren. Danach ging es durch die Schmalen Gassen des Marktes direkt zurück ins Zimmer. Was wir an diesem Tag gelatscht sind, man, man.

Little India


Nächster Tag, neues Glück. Vielleicht würde uns Kuala Lumpur dieses Mal eine schönere Seite von sich zeigen?! Als erstes sollte es in den größten Park der Stadt gehen. Das erwies sich schon als kleine Herausforderung. Wir mussten über eine Brücke, dann durch ein Parkhaus und drei dreispurige Straßen überqueren. Dann noch einen Berg für einen guten Kilometer hoch und da waren wir. Durch ein halb abgesperrtes Tor schlüpften wir in den Park. Erster Anblick: ernüchternd. Geradezu traurig. Es sah aus wie im Herbst in Deutschland (no offense). Traurig gekrümmte, braune Blätter lagen überall, die Farbe hatte das Gras komplett verlassen. Wir setzten uns kurz auf eine erhöhte Bank. Von dieser konnte man den schlammbraunen „See“ und ein paar Baustellen genießen. Einfach vorzüglich, fabelhaft. Als unsere Augen von der Schönheit dieses Platzes zu sehr geblendet waren, setzten wir unsere kleine Kuala Lumpur Reise fort.
Nun galt es den Park zu verlassen. Wir liefen nach Norden, wo wir einen Ausgang vermuteten. Und wir lagen sogar richtig. Als wir unter zwei Baggern hindurchgeschlüpft waren, sahen wir ein Tor. Und ein Vorhängeschloss. Wir schienen nicht die einzigen verdutzen Leute zu sein. Ein Mopedfahrer auf der anderen Seite des Tors zog auch eine Schnute als er das Vorhängeschloss sah. 
Es galt also sich einen neuen Fluchtplan auszudenken. Wir schätzten unsere Chancen knapp 100 Meter weiter rechts ganz gut ein. Und als wir gerade am Tor waren, kam uns der Mopedfahrer entgegen. Dumm nur, dass sich hinter dem Tor, die schon beschriebene,  sechsspurige, sehr stark befahrene Straße befand. Für ihn mit seinem Moped natürlich kein Problem. Bei dem anderen Tor hätte man ganz bequem durch eine Unterführung laufen können...
Es musste also Fluchtplan Nummer 3 ausgearbeitet werden. Dieses Mal entschieden wir uns für hart links. Dort führte ein Weg den Berg hoch. Oben angekommen, stellten wir mit sehr großem Erstaunen fest, dass es eine Brücke auf die andere Seite der Straße gab. 
Wir freuten uns wie zwei Honigkuchenpferde.
Doch nicht lange.
Auf der anderen Seite angekommen, gab es keinerlei Fußwege in die Richtung, in die wir mussten. Oder, um an dieser Stelle ganz präzise zu sein, es gab keine Fußwege in irgendeine Richtung. Ich hatte das Gefühl, dass mein ständiges Wiederholen der Worte „Ich hasse Kuala Lumpur“ Isa langsam nervte, aber es musste einfach sein. 
Wir entschieden uns schließlich für die „Ich-hab-kein-Bock-mehr-ab-durch-die-Mitte“ Lösung. Wir nahmen den kürzesten Weg über die Autobahn!
Ja, manche mögen jetzt mit dem Risiko dieser Lösung anfangen, aber wir hatten einfach keinen Bock mehr und außerdem gab es ja einen kleinen Streifen, auf dem man laufen konnte. So kamen wir dann irgendwie, irgendwann an der Sentral Station (ja mit „s“) an. Übrigens versuchten wir seit dem Park nach Little India zu kommen. Das lag quasi hinter dem Bahnhof. Mit der Scharfsinnigkeit eines Atomphysikers schlossen wir, dass wir evtl. in der Lage wären, durch den Bahnhof auf die andere Seite zu laufen und dann nach unten zu fahren. Denn der Bahnhof befand sich 50 Meter oberhalb von Little India (ja, Kuala Lumpur ist komisch aufgebaut). Und siehe da, in einer dunklen versteckten Ecke, führte tatsächlich eine Rolltreppe nach unten. Das erste mal das etwas wirklich logisch in KL war. 
Wir mussten nur noch durch ein paar verschiedene dunklen Wege laufen, bis wir an der Hauptstraße Little India‘s waren. Wir hatten es tatsächlich geschafft!
Kuala Lumpur blieb sich aber treu und enttäuschte uns wieder. Little India war lachhaft. Ein kleiner Abschnitt bunter Säulen, Indische Läden und mannshohe Boxen, alle 10m, aus denen man in den schrecklichsten Tönen beschallt wurde. Tolles Little India, wirklich!
Wir gingen noch in die andere Richtung und kehrten dann in einem indischen Restaurant mit Klimaanlage ein.
An diesem Tag feierte Isa dann ihre „Indisches Essen Prämiere“. Und das mit mir, der ja von indischem Essen sehr viel versteht...
Isa traute sich nicht das komische unbekannte Gericht zu bestellen und so war das meine Aufgabe. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Am Ende waren beide Sachen ziemlich gut. Und sehr reichhaltig. Ich musste am Ende aufgeben, da Isa einfach zu viel über gelassen hatte :P
Ich klamüserte noch schnell aus, wie wir am schnellsten nach Hause kommen würde, dann ging es wieder raus in die brütende Hitze. Isa schlug noch bei einem kleinen indischen Stand auf der Straße zu, da ich ihr die dort angebotenen Speisen sehr empfehlen konnte.
Dieses Mal fanden wir dann sehr schnell eine Brücke, die uns über die Autobahn brachte. Dann hieß es aber erst mal gut 2km am Rand der Autobahn entlang. Zwischendurch kamen wir an irgendwelchen Vierteln vorbei, in denen man sich bei Dunkelheit eher nicht verlaufen sollte. Schließlich waren wir schon ganz nah, aber mein Orientierungssinn versagte auf den letzten Meter, sodass ich in einem Hotel nach dem Weg fragte. Und tatsächlich waren wir nur noch knapp 300m von unserem Hotel entfernt. 
Dort angekommen war erst mal große Entspannungspause, bevor wir zu einem kleinen Mitternachtssnack noch mal raus gingen.

Batu Caves

Den Tag zuvor hatten wir das Hotel dann auch noch mal um zwei Nächte verlängert. Erst hatte ich mit Mr. Unfreundlich vom Einchecken gesprochen, welcher sich als nicht gerade sehr kooperativ herausstellte. Also war ich dann später noch mal hingegangen, wo mich eine nette Dame begrüßte und keinerlei Problem darin sah, mir wieder den gleichen Preis für das Zimmer zu geben.
Für den letzten Tag in Kuala Lumpur hatten wir uns die Batu Höhlen ausgeguckt. Der Amerikaner den ich bei der Hinfahrt im Bus getroffen hatte, warnte mich zwar davor, aber nur weil etwas touristisch ist, muss man es ja nicht auslassen. Zumal die Fahrt dort hin ziemlich leicht war. Zur nächst größeren Bahnstation, rin in Zug und bei der Endstation wieder raus. 
Die Batu Caves, sind, soweit ich mich recht erinnere, eine der größten Pilgerstätten für Hindus, außerhalb von Indien. 
Schon aus der Ferne sieht man die massive goldene Staue, die vor den Höhlen wacht. Ich schätze das Ding mal so auf gut 40m. Am Fuße der Stufen angekommen, geht es daran, diese zu erklimmen. Der Aufstieg wird einem durch den extremen Steigungswinkel und die aggressiven Affen etwas erschwert. Oben angekommen steht man dann fast direkt in der Höhle drin. Ich hab keine Ahnung wie groß genau das Ding war, aber schon sehr groß. Es sollte kein Problem darstellen, einen Dreamliner senkrecht da rein zu stellen.
Ansonsten huschten überall Affen umher und schnappten sich jede umherstehende Wasserflasche. Darauf knabberten sie dann rum. Und wenn man den kleinen zu nahe kam, wurde man direkt angefaucht. Oder Angesprungen, wie eine Asiatin kreischend erfahren musste. 
Ich hatte dann den Plan auf dem Rückweg vorher auszusteigen um noch einen Markt anzugucken, der ganz gut sein sollte. Wir kamen auch ganz gut voran, da der Stadtplaner in diesem Viertel an die Bürgersteige gedacht hatte. Als sich Isa beim Starbucks was zu trinken holte, war ich mir eigentlich sicher, dass wir den Markt schon lange hätten passieren müssen. Also schnell in das Wifi dort eingeloggt und mit Entsetzten festgestellt, dass der Markt in die komplett andere Richtung lag. Alle Angaben zum Standort unterschieden sich, je nachdem wo man geguckt hat. Und da der Markt sowieso nur bis 17 Uhr auf hatte, es aber schon 16:45 Uhr war, konnten wir uns das ganze dann auch schenken. Nebenan befand sich ein Pizzahut, in den wir dann erst mal einkehrten. 
Die Pizza war angenehm Ölarm, was man so ja eigentlich nicht von Pizzahut kennt. Wenn ich jetzt ganz böse wäre, würde ich schreiben, dass wir so wenigstens eine gute Sache in Kuala Lumpur gefunden hatten. Und wissta‘ watt? Mach ick och! Entspricht in meinen Augen der Wahrheit. 
Da wir es nicht mehr all zu weit zurück hatten, liefen wir das letzte Stück, wodurch wir noch mal ein paar andere Seiten der Stadt entdeckten. Zum Beispiel ein weiteres Shoppingviertel. Uhhh, wie aufregend. Das einzige was man in dieser Stadt machen kann ist Shoppen. Und das nicht mal besonders gut.
Die letzten paar Stündchen des Tages gingen im Hotel drauf. Isa machte Abends dann schon wieder Druck, dass ich mir doch endlich mal ein Ticket für die Weiterreise buchen sollte :D
Am Ende viel meine Wahl dann, wie ursprünglich mal sehr wage abgedacht, auf Borneo. 
Und was da so passierte, oder was auch nicht, dass erfahrt ihr demnächst, insofern ich Lust habe zu schreiben :P

Petronas Towers






Blick aus unserem Fenster



Der kleine spiegelt die Emotionen zu KL schon ganz gut wieder





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Donnerstag, 27. Februar 2014

Der Trip zu den Gili's


Ja, also es sieht so aus als wolle mir das Wetter sagen, dass ich mal wieder in die Tasten hauen soll. Heute macht sich doch tatsächlich das erste mal die Regenzeit hier bemerkbar. Strom ist auch gerade ausgefallen. Und da es wie aus Eimern schüttet, werde ich auch garantiert nichts essen gehen. Wobei sich da dann auch die Frage stellen würde, welches Restaurant hier auf der Insel überhaupt ein richtiges Dach hat...(Gili Meno)

- knapp 30 Tage später schreibe ich diesen Post endlich mal fertig. Sorry aber ich hatte echt null Bock zu schreiben. In der Zwischenzeit bin ich zurück nach Bali um von dort nach Kuala Lumour zu fliegen, wo ich mich mit Isa getroffen habe. Dann ging es weiter nach Kuching in Borneo. Dort war ich ein paar Tage, bevor ich heute mit einer Fähre nach Sibu gefahren bin. Hier bin ich eine Nacht bevor es morgen weiter tief in den Dschungel geht.

Geschehnisse vom 01.02. - 05.02.2014:

Der 01.02. + 02.02.:

Der Plan auf‘s die Gili‘s zu fahren nahm immer mehr Gestalt an. Allerdings war es natürlich auch schwer Ubud, mit seiner vorzüglichen Gastronomieszene den Rücken zu kehren. Raphaelle war am Vortag spät Nachts noch wiedergekommen, sodass wir uns am nächsten Tag erst mal im Soma trafen. Am Tisch saßen außerdem zwei Mädels aus Kalifornien. Diese mussten dann allerdings auch weiter, es dauerte aber nicht lange da wurden sie von drei anderen australischen Mädels abgelöst. Alles Freundinnen von Raphaelle.
Sie musste dann gegen Mittag zu einem Familienessen. Ich blieb noch kurz mit den anderen im Soma, dann trennten sich unsere Wege. Ich musste ja langsam mal meine Reisepläne konkretisieren. Die Zeit verging und so war es schnell wieder Abends. Während einem sehr, sehr späten Dinner, schrieb mir Raphaelle das die Truppe noch in einen Club ziehen würde. Da war ich gerade allerdings noch mitten drin im Essen.
Ich versuchte sie dann später noch zu finden. Aber wie schon vermutet, waren sie schon wieder weg. Australier halten einfach nicht lange durch...

Am nächsten Tag bestätigte mir Raphaelle dann, dass sie schon um 11 Uhr gegangen waren. Zu der Zeit war ich grade so vom Essen zurück gewesen :D
Jedoch hatte ich jetzt mehr oder minder einen Plan wie es weitergehen würde. Das einzige was fehlte war ein Transportmittel nach Padangbai. Von wo aus dann die meisten Boote zu den Gili‘s ablegten. 
Google Maps spuckte mir zwei mögliche Stellen aus, an der sich das Büro der Busfirma befinden sollte. Ich entschied mich zu erst - na klar - für die falsche. Auch in der „Touristeninformation“ kannte man das Büro nicht. Man bot mir aber natürlich sofort einen anderen Anbieter an. Doch ich blieb hart. 
Es gab ja noch Möglichkeit Nummer 2. 
Nach einem Zwischenstopp im Supermarkt, in dem gerade die Kassen ausgefallen waren und somit alles per Hand verrechnet wurde, sah ich dann endlich das „Perama“ Schild. 
Ich buchte einen Bus für den nächsten Tag um 11 Uhr. 
Zurück im Homestay wurde das Netz nach Unterkünften in Padangbai durchsucht. In der Zwischenzeit trudelte eine Nachricht von Raphaelle ein. Im „Yellow Flower“ gäbe es Abends Buffet und die Crew würde sich wieder versammeln. Ich war dabei!
Das „Yellow Flower“ erst mal zu finden war ne richtige Leistung. Nach gefühlt 2000 Treppenstufen zeigte mir ein kleines Schild den Weg nach rechts. Und dann hatte ich es tatsächlich gefunden. Ein kleiner aber extrem gemütlicher Laden. Er überblickte einen Teil der Stadt und war komplett voll. Die Mädels hatten sich schon den längsten Tisch gesichert an dem wir alle bequem Platz hatten. Das Buffet war göttlich. Leider ist mein Magen all zu große Portionen seit Asien nicht mehr gewohnt, was mich aber nicht davon abhielt, drei Mal das Buffet zu plündern. Obendrein gab es vorab noch eine Suppe und einen Nachtisch. 
Alles in allem ein lustiger und würdiger Abschlussabend für Ubud. Da die drei Mädels sowieso mit einem Taxi nach Hause fuhren, sprang ich dort mit rein und lief dann den restlichen Weg. 

Padangbai:

Am nächsten Morgen stand ich dann für meine Verhältnisse relativ früh auf. Ich genoss mein letztes gutes Frühstück im Homestay, bezahlte und machte mich langsam auf den Weg zu Busbüro.
Dort wartete ich dann noch mal ca. 20 Minuten, bevor der Bus eintraf. Geschätzt um die 60 Jahre alt und ohne Klimaanlage setzte er sich brummend in Gang. Die Koffer und Rucksäcke wurden einfach auf die letzte Bank geschmissen. Am Anfang mit einem Arm aus dem Fenster hängend fuhren wir ein Weilchen, bis ich einsehen musste, dass mein Arm sich in akuter Gefahr befand. Also rein mit ihm und erst mal eine Runde schlafen. 
Wach wurde ich dann so eine Stunde bevor wir in Padangbai ankamen. Die Landschaft war schön grün und es sah nicht mehr so touristisch aus. Hier und da mal ein kleiner Tempel. 
Und dann waren wir auch schon da. Padangbai erschien auf den ersten Blick ziemlich klein. Kaum stand der Bus, stürzten sich etliche Männer auf ihn. Die Türen wurden aufgerissen und man wurde nur noch in einer Tour belatschert. Nachdem ignorieren nicht den erwünschten Effekt erzielte, wurde mein Tonfall etwas aggressiver und die Schritte schneller. Einer von den Onkels verstand auch das nicht so richtig und folgte mir bestimmt 30 Meter. Aber schlussendlich gab er klein bei und kehrte zu den vermeintlich leichteren Opfern am Bus zurück. Ich lief knapp 70 Meter, da war ich auch schon bei meiner Unterkunft. Der Name ist mir gerade entfallen, ist ja auch schon ein wenig her, aber sie lag nah am Hafen.
Zimmer war nichts Bahnbrechendes, aber es gab einen Pool. Und Wifi, dass leider auch nur am Pool funktionierte. So saß ich dort eine Weile bis ich irgendwie mit Axel aus Deutschland ins Gespräch kam. Der erste Deutsche mit dem ich in Indonesien zu tun hatte!
Er war auf dem Sprung zum Mittag, ich war allerdings noch gesättigt genug. Eine Stunde später brach ich dann allerdings auch langsam auf. Ich kehrte in ein ganz kleines „Restaurant“ ein. Ich konnte nur eine Tafel mit sechs Stühlen ausmachen. Neben mir eine quirlige Frau. Aufgrund ihres Akzents eindeutig als Deutsche Staatsbürgerin identifizierbar.  Kurze Zeit später folgte ein knapp 30 jähriger ebenso etwas spezielle Deutsche. Und dann ging das Gelaber auch schon los. Ich gab mich nicht zu erkennen und verbarg mich hinter meinem schwedischen Tarnmantel. Und ohne ins Detail zu gehen, es war wirklich schrecklich.
Ich hielt tapfer durch, aß mein zugegebenermaßen etwas scharfes Essen und verließ die zwei dann so schnell es ging. Ich guckte mir die anderen Läden an und dann war ich auch schon durch in Padangbai.
Der Rest des Tages verlief mit Planungen für ein Boot und schwimmen im Pool. Abends ging es dann mit Axel in ein Tschechisches Restaurant welches ziemlich gutes Cordon Bleu und Bier vom Fass (!!!!!!!) servierte. Auf dem Rückweg noch schnell ne Flasche Wasser gekauft, die mir der Lümmel aus dem Shop erst für 10k verkaufen wollte. Am Ende drückte ich den Preis auf 3k.


Trip zu den Gili's (04.02. + 05.02.):

Da mir die Preise für die Speedboote zu teuer erschienen und ich auch Berichte gehört hatte, dass sie die letzten Tage, aufgrund des Wetters, gar nicht gefahren seinen, kam ich zu der spontanen Entscheidung die öffentliche Fähre zu nehmen. Eine letzte Runde drehte ich noch zu den etlichen Büros der Speedboote aber keiner konnte mich überzeugen. Über den billigsten Anbieter hatte ich schreckliche Bewertungen gelesen. So kam es das ich dann 20 Minuten vor 12 Uhr am Schalter der öffentlichen Fähre nachfragte wann das nächste Boot gehen würde. Um 12 war die Antwort. In 20 Minuten managte ich dann schnell Geld abzuheben, auszuchecken und rechtzeitig wieder am Schalter zu sein. Auf dem Weg dort hin natürlich die üblichen Versuche mir Tickets teurer zu verkaufen. 
Aber daran ist man hier relativ schnell gewöhnt. Und wenn man die Preise ungefähr kennt, läuft man eigentlich keine Gefahr übern Tisch gezogen zu werden. So war ich dann um 12 Uhr auf der Fähre. Kaum hatte sich das Ding in Bewegung gesetzt, nutzte ich eine essentielle Backpacker Fähigkeit: Einschlafen an den komischsten, dreckigsten und ungemütlichsten Plätzen der Welt :D
Muss ziemlich lustig ausgesehen haben wie ich meinen Backpack als Matratze missbrauchte und mich darauf krümmte. Aber hey, ich hab zwei Stunden geschlafen. Die Indonesier waren natürlich schlauer und sicherten sich eine Schlafmatte solange es noch welche gab...
Nach dem zwei Stunden des besten Schlafs meines Lebens (...) wachte ich dann wegen des extremen Schaukelns des Bootes auf. Ich würde sagen wir befanden uns da mal wieder am Rande des physikalisch Machbaren. Aber ja, ich hab‘s ja mal wieder überlebt. 
Mein Plan war eigentlich eine Nacht in Lembar zu verbringen. Das ist die Stadt in der die Fähre ankommt. Stellte sich heraus, dass Lembar ein ziemlich einsames Loch ist. Irgendwann stand ich bei den Shuttles und hatte noch keine Übernachtungsmöglichkeit ausgemacht. Ja, die Entscheidung rüber zu fahren war spontan, aber das macht den Reiz aus. nach sehr, sehr, sehr harten Verhandlungen akzeptierte einer der Fahrer, mich und ein kanadisches Pärchen nach Senggigi zu fahren. Für 100k. Vorher waren es 100k nur bis Mataram. Und da mir ansonsten auch nicht viel anderes übrig blieb, ging es so nach Senggigi. 
Die Fahrt dauerte eine ganze Weile. Wie immer der chaotische Fahrstil, aber Klima. Einmal hatte es einen armen Mopedfahrer fast erwischt. Aber das ist hier ja Alltag...
Der Herr mit dem ich Verhandelt hatte, sprach relativ gutes Englisch und fuhr bei uns auch mit. Er schien so eine Art Chef zu sein. Schwärmte uns die ganze Fahrt lang von irgendwelchen Sachen vor. Wir wurden dann bei der Touristeninformation abgeladen. Da ich dachte ich würde in Lembar bleiben, hatte ich keinen blassen Schimmer was eine Unterkunft anging. Aber man schlug uns ein paar Sachen in der Information vor. Und die Kanadier hatten auch schon mal geguckt gehabt. Wir bekamen noch einen kostenlosen Shuttle zum Homestay unserer Wahl. 
Ich war in meinem Zimmer wie ich nur hörte das Mrs. Kanada mit dem Typen „verhandelte“ - am Preis tat sich natürlich nichts. Es war mehr ein Fragen ihrerseits ob es nicht billiger ginge. Dazu waren die Zimmer jetzt auch nicht gerade der Burner. - Wenn man nicht alles selber macht...
Als sich mein Magen dann bemerkbar machte zog ich los. Senggigi stellte sich als Tourispot Nummer 1 heraus. Hotel an Hotel. Dazwischen mal ein Restaurant. Wie ich so schlenderte fiel mir im Augenwinkel das Wort „Kebab“ auf. Ein kleiner bunter Stand verkaufte da doch wirklich Kebab! Es waren ein Pärchen und ein Mann da, was schonmal heißen sollte, dass man sich keine Lebensmittelvergiftung holten sollte. 
Der „Big Kebab“ stellte sich als kleiner Witz heraus. Selbst ein Kinderdöner bei uns ist größer als das was ich bekam. Fleisch war keinem Tier eindeutig zuzuordnen. Geschmack wurde hauptsächlich von Mayo dominiert. Aber jut, es war ein Versuch wert.
Mein Magen verlangte allerdings nach mehr. Also kehrte ich noch in einem schick aussehenden Laden mit Liveband ein. Ich wollte den „Kuchen des Tages“ bestellen, welchen es aber nicht gab. Stattdessen wies man mich auf die Kuchentheke hin. Da gab es ein paar feine Sachen. Nachdem meine Wahl auf eine Schwarzwälder-Kirsch-Torte gefallen war, fragte die nette Dame noch mal nach ob es denn wirklich nur en Stück sein sollte. - Ja Mensch was soll der Geiz dacht ich mir da und nahm noch ein Stück „Carrotcake“. 
Zurück an meinem Platz musste ich dann die musternden Blicke vom Nebentisch über meine Auswahl über mich ergehen lassen. Extra langsam und genüsslich schob ich mir also das erste Stück Schwarzwälder in den Mund. Doch was war das? Keine Kirschen? Och nö. Die Schwarzwälder stellte sich als Sahne-Schokokuchen mit sehr wenig Geschmack heraus. Und auch der „Carrotcake“ war nicht besser. Eine herbe Enttäuschung, allerdings war die Band ganz gut. 
Zurück ging es zum Homestay. Die zwei Jungs die dort arbeiteten waren ganz nett und ich organisierte mir noch den Transport auf die Gili‘s. 



Erster Tag in Gili Trawangan:

Morgens ging es wieder früh raus aus den Federn. Die Kanadier bekamen einen Bus früher als ich und so stieg ich dann gegen 8 Uhr in einen Blauen kleinen Transporter ein. Nach gut 1 1/2 Stunden Fahrt waren wir an einer Zwischenstation. Dort wurden noch einmal unsere Tickets kontrolliert. Da es drei verschiedene Gilis‘s gibt, wurden die Leute in drei verschiedene Gruppen aufgeteilt. Dann gab es irgendwann den Startschuss für Gruppe „Trawangan“ (größte der drei Gili‘s). Zu dieser gehörte ich. Dummerweise unterlief mir dann ein Anfängerfehler. Ich landete irgendwie in einer der kleinen Pferdekutschen und blieb nicht hart. Der Fahrer wollte auch nicht so richtig mit mir verhandeln weshalb ich einfach einen Preis sagte und es dabei beließ. Außer Gemurmel kam nichts von ihm. So brachte mich der kleine Gangster kanpp einen Kilometer für 10k. Ja, das hätte man auch laufen können. Aber wie ich schon sagte, Anfängerfehler. 
Mit drei Schweden (wie passend) bekam ich ein Ticket. Wir warteten ewig bis wir auf die Fähre konnten.
Knapp 20 Meter Lang und gut fünf breit war das gute Ding. All das Gepäck und anderes Zeug kam in die Mitte. Darunter auch ein paar Dachbalken und Latten. Es wurde ziemlich eng. In solchen Momenten denkt man dann manchmal an überladene Fähren, die langsam untergehen :D
Aber nach 45 Minuten ruhiger Fahrt waren wir da. Mit strammen Schritt schlug ich den Weg nach rechts um die Insel ein. Ich war vorbereitet und wusste ungefähr wo ich hinmusste. Das gab mir schon mal den Bonus das ich nicht wie jeder x-beliebige Tourist planlos durch die Gegend guckte. So konnte ich den meisten der lieben Herrschaften die einem was andrehen wollen aus dem Weg gehen. Ich lief und lief. War mir sicher das ich nach links abbiegen musste, fragte aber trotzdem nach. Und na klar, ihr ahnt es schon, ich hatte recht ;)
Auf dem Weg wurde ich natürlich von etlichen Leuten angequatscht ob ich denn kein Zimmer bräuchte. Einen der Kollegen fauchte ich ganz schön an, was ihn ein bisschen verschreckte. Aber irgendwann ist man es halt einfach leid...
Ich war schon fast da, da tauchte neben mir ein junger Typ auf. Ich dachte schon er wäre so was wie der „Andreher 2.0“ - mit Fahrrad auf der Suche nach Beute. Aber nein, es stellte sich heraus, dass er im „Kia Yazo“ arbeitete. Das war der Homestay zu dem ich wollte. Er erzählte mir, dass er am Hafen auf mich gewartet hatte. Ich hatte keine Ahnung, dass die Gäste abgeholt werden, weshalb ich gleich stramm losgelaufen war.
Er und sein Kumpel die den Homestay managten waren cool drauf und ich bekam mein Zimmer sogar billiger als eigentlich gebucht. 
Da gerade Stromausfall auf der Insel war, fiel das obligatorische Nachrichten checken weg und ich machte mich gleich auf den Weg die Insel zu umrunden. Nach ca. der Hälfte machte ich eine Pause auf der Terrasse eines verlassenen Resorts. Als ich dann schon fast einmal rum war, konnte ich einfach nicht mehr widerstehen und ging zu einer ganz gut aussehenden Beachbar. In einem der kleinen „Beachhuts“ (auf Stelzen gebaut, ca. 3x3m und mit Bambusdach) ließ ich mich in die Kissen sinken und orderte eine kalte Cola.
Am Ende war ich dort knapp 2 1/2 Stunden bevor ich die Runde vollendete. Nach dem Abendessen musste ich feststellen, dass die Wasserpreise auf der Insel untereinander abgesprochen und nicht verhandelbar waren. So kosteten 1,5l - 6k IDR. 

Und der Rest des Abends wurde dann in meinem ziemlich warmen aber astreinen Zimmer verbracht...



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Dienstag, 11. Dezember 2012

Einmal Indien und zurück


Nach unseren interessanten Erforschungen schlafen wir doch irgendwann ca. 2h. Um 6:30 Uhr gucken wir uns den schönen Wüstensonnenaufgang an. Dann wird uns ein gutes Frühstück mit Toast, Marmelade, Honig, Käse, Muffins und einem besseren Rührei als im Hotel serviert.
Auf der Rückfahrt gibt uns der Fahrer ein paar Insiderinfo‘s. Jetzt wissen wir zum Beispiel, wo der Scheich seine Kamelfarm und sein Gästehaus hat. Irgendwann schlafen wir ein und wachen erst gegen Ende der Fahrt wieder auf. Als wir uns dann zum check in begeben müssen wir leider feststellen, dass unser eigentliches Hotel - das schlechtere - nichtmehr ausgebucht ist und wir somit auch kein neues Upgrade bekommen. Wir checken also in dem unwesentlich schlechteren Hotel ein. Eigentlich merkt man den fehlenden Stern nur im Service und im fehlen des Minibarinhaltes. Das Zimmer war sonst nur kleiner. War aber moderner eingerichtet als das vorherige. Dafür aber auch extrem dreckige Scheiben, die unseren erneuten Meerblick etwas trübten. Nach der anstrengenden Nacht ruhen wir uns erstmal ein wenig aus. Wir überlegen uns Abu Dhabi bzw. hauptsächlich die dritt größte Moschee der Welt anzugucken. Wir nehmen also einen öffentlichen Bus nach Abu Dhabi. Wie immer bläst uns die Klimaanlage aus vollen Rohren an. Wir steigen am Busbahnhof in Abu Dhabi aus. Dieser liegt relativ zentral und wir dachten eigentlich es wäre dann nicht mehr weit zur Moschee. Doch leider hatten wir den Busbahnhof mit der Sportcenterstation verwechselt. Wir dachten auch, die richtige Moschee schon vor uns zu haben, aber es scheint viele Moscheen in Abu Dhabi zu geben...


So haben wir uns halt einfach mal die nicht so schönen Seiten Abu Dhabi‘s angeguckt, wo sich sonst bestimmt kein Tourist hin verirrt. Das ganze ging dann ca. 2km lang so bis wir uns sicher waren falsch zu sein. Dann fragten wir jemanden. Er erklärt uns das wir das niemals laufen könnten und lieber einen Bus für 2 Dirham nehmen sollten. Das machen wir dann auch. Endlich können wir die riesigen Türme der Moschee sehen - und sind uns sicher die richtigen vor uns zu haben. Die restlichen 3km zur Moschee werden dann auch noch zurückgelegt. Während unserer Suche nach dem richtigen Eingang treffen wir einen Amerikaner, der sich nochmal die „volle Packung Kultur“ gibt, bevor er nach Dubai fliegt. Irgendwann sehen wir einen Seiteneingang zum Gelände und schlüpfen kurzerhand durch. Das ganze Suchen und Laufen hat sich letztendlich sehr gelohnt. Die Moschee war extrem beeindruckend. Das dürfte auf den Bildern nicht so rüberkommen, aber die Moschee ist nicht umsonst eine der Hauptattraktionen in Abu Dhabi.
Wir als „echte“ Backapcker leisten uns dann kein Taxi was uns bequem zurück zum Bus bringt, sondern laufen wieder. Wir kaufen noch eine Packung Sandwiches und ein paar Getränke. Alles in allem muss man sagen, dass die Preise etwas außerhalb der Stadt schon wesentlich besser sind. Quasi geradezu billig. Nach einer kurzen Stärkung geht es dann weiter. Die nächste Bushaltestelle finden wir dann irgendwann nach 1km. Zu allem Überfluss nervt die Blase am Fuß wieder. Da wir uns entschieden hatten auch noch die „Corniche“, die Strandpromenade von Abu Dhabi und das „Emirates Palace“ anzugucken nahmen wir den Bus 34. 
Der Blick auf das Emirates war schlussendlich enttäuschend. Wir hatten aber auch keinen Nerv mehr den genauen Eingang zu suchen. Dann ging‘s wieder zurück zum Bus. Und da waren dann wieder 2km auf unserer Uhr. Mit dem 34iger Bus fuhren wir dann zum Busbahnhof. Da warteten wir dann einige Zeit auf einen Bus der grünen Linie, die alle am Yas Island Hotelkomplex vorbeifahren. 
Und genau an diesere Stelle kamen wir uns wirklich vor wie in Indien. Seit wir aus dem 34iger Bus ausgestiegen waren, kamen uns nur noch Inder entgegen. Auch an der Bushaltestelle nur Inder. Dann fragte uns einer plötzlich ob wir „native speaker“ wären. Leider konnten wir seine eigentliche Frage nicht beantworten. 
Dann kommt endlich der Bus. Mal wieder erschöpft fallen wir dann in die Sitze und holen erneut Schlaf auf. Wir kommen dann um 22:20 Uhr im Hotel an. Zum Glück ist das Buffet noch nicht abgeräumt. Man sagt uns aber das wir ruhig alle Teller schon fertigmachen sollen, da sie gleich anfangen aufzuräumen. Das Buffet war am Ende nicht ganz so gut wie im anderen, dafür gab es aber BBQ. Nachdem wir uns dann die Bäuche vollgeschlagen hatten, hatten wir noch einen kleinen Disput mit der Abrechnung. Man erklärte uns nämlich, dass wir nicht auf Zimmer schreiben könnten, da wir keinen Diposit hinterlegt haben. Das hatten wir zwar den Tag davor im anderen Hotel gemacht aber das konnten die zwei Partnerhotels anscheinend nicht unter sich weitergeben. Sonst waren beim einchecken all unsere Daten verfügbar... Am Ende müssen wir unsere letzten Dirham‘s auf den Tisch legen und ziehen mit vollem Bauch nach oben ins Zimmer. Ich veröffentliche dann noch den ersten Blogpost. Und dann ging‘s mal wieder in die heia.

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Donnerstag, 6. Dezember 2012

Und dann ging's los!



Am Dienstag um 20 Uhr ging es dann also zum Flughafen. Der große Tag war da. Nach der Gepäckaufgabe verabschiedete ich mich von meinen Eltern und begab mich in den Wartebereich. Pünktlich um 21:20 kam der Aufruf zum Boarding. Nach und nach bildete sich eine Schlange. Und wurde immer länger und länger. Nach 15 Minuten kam langsam Unruhe auf. Um 21:50, der geplanten Abflugzeit kam der Aufruf, dass man wegen einer noch nicht eingetroffenen Maschine aus Skandinavien nicht mir dem Boarding beginnen könne. Lautes Gestöhne. Neue Boardingzeit: 22:50. Noch lauteres Gestöhne. Die Schlange lichtet sich wieder, die Sitzplätze füllten sich. Um 22:30 ging es dann endlich los. Ich begab mich auf meinen Platz (15C), die zweite Reihe in der Economy Class. Neben mir eine Frau mit 3 kleinen Kindern. Dafür links neben mir ein netter Vielflieger, mit gutem Humor. Leider war die Ablage über mir so voll, dass ich meine Tasche unter den Vordersitz schieben musste. Nach ca. 15 Minuten wird ein offensichtlich aus Russland stammender Fluggast aus dem Flugzeug gebracht. Es sei nur soviel gesagt: Ich habe mich gewundert, dass er die Stufe aus dem Flugzeug noch bewältigen konnte. Und er war nicht der einzige der schon etwas mehr intus hatte. 
Nach durchforsten des Filmprogramms entschied ich mich für Man in Black 3. Nach ca. 2 1/2  Stunden und einem mäßigen Abendessen war dann der nächste Film dran. Prometheus. Eher durchschnittlich und seeeeeehr langatmig. Nach diesem Film hatte ich  dann noch ca. 3 Stunden vor Landung und ich fasste den Entschluss zu Schlafen. Das ganze war dann eher weniger Schlafen, als vielmehr eine „Augenruhe“. Um 7:30 landeten wir dann in Abu Dhabi. Mit 35 minütiger Verspätung. Mit ein bisschen Glück und dem Vorteil der Zweiten Reihe konnte ich noch den Business Class-Bus zum Terminal nehmen. 
Aufgrund der Verspätung beschlich mich allerdings der Gedanke ob ich denn meinen Reisepartner, Marcel, ohne weiteres finden würde. Diese Gedanken wurden dann nur noch weiter verstärkt als ich den Schilderwald im Terminal sah. Meine Entscheidung einfach stur dem Luggage Return Schild zu folgen erwies sich als richtig. Ich fand mich schnell an der Passkontrollstelle wieder. Nach weiteren endlos erscheinenden 15 Minuten, einem gut gelaunten Kontrolleur und ein wenig smalltalk mit eben diesem, begab ich mich zu den Gepäckbändern. Ich sah „Jemen“, „Bangkok“ und andere exotische  Städte, aber leider kein „Berlin Tegel“. Doch dann viel mir das „Luggage Return 6-8“ Schild auf. In dieser Halle angekommen sah ich dann wiederum einen Etihad-Airberlin-Ankunftsbildschirm. Dieser zeigte an, dass mein Gepäck angeblich an Band 1 zu finden sei - na super. Also zurück. Unterwegs noch schnell ein paar deutlich verwirrten Tegel Mitreisenden den Weg gewiesen, erklärt was ich so vorhabe und dann auch relativ schnell den Rucksack an Band 1 gesehen. Der Transportsack war zum Glück noch heil. Und dann ging‘s raus. 

Ich hatte mir überlegt, gleich nach der Abflugtafel zu suchen. Doch so weit sollte es nicht kommen. Nach 10m hörte ich von rechts „Jonas, Jonas, hey Jonas Rufe“. Erleichtert sah ich Marcel. Dann ging die suche nach einem Taxi los. Mit kurzer Verzögerung fanden wir sie und wurden sofort von einem Araber umworben. Wir sagten ihm unser Ziel und er bot uns ein Taxi zum Festpreis von 55 Dirham und ein Taxi mit Taxameter an. In Eile, da wir um 9:30 Uhr denn Etihadshuttle nach Dubai kriegen mussten, entschieden wir uns für das Festpreistaxi. Uns wurde ein großer Lexus, mit noch in Plastik verpackter Sonnenblende und Lenkradhebeln, zugewiesen. Nach zehn minütiger Fahrt kamen wir am Centro Yas Island an. Es war inzwischen 9:10 Uhr. Der Concierge hatte sichtlich Probleme unsere Buchung zu finden bzw. zu verstehen. Ich erklärte ihm kurz unsere brenzliche Lage und er bot uns sofort an, das Gepäck im Luggageroom zu lassen. Schnell stürmten wir zu den wartenden Taxis. Wir verzichteten auf die S-Klasse und entschieden uns für ein normales Taxi. Das sollte sich noch als sehr interessant erweisen. Anscheinend hatte der liebe Taxifahrer den falschen Beruf gewählt. Anstatt Taxifahrer hätte er lieber Formel1 Fahrer werden sollen. Er funktionierte die Straße konsequent zur Rennstrecke um. Ein Tunnel der mit 40 hm/h Maximalgeschwindigkeit ausgeschrieben war, wurde kurzerhand mit 130 km/h  durchfahren. Kurven in der Ideallinie genommen und Die Gänge voll durchgezogen. Auch ein kleines Duell zwischen ihm und einem anderen Taxi gewann er problemlos. Doch komischerweise haben wir diesen Ritt Überlebt. Zwar durchgeschwitzt - nicht etwa wegen seinen Fahrkünsten oder aus Angst, sondern vielmehr wegen Nichtgebrauch der Klimaanlage - aber immerhin lebendig und auch deutlich billiger. Um genau zu sein kostete uns dieses Taxi nur die Hälfte des Preises von der Luxusausgabe.
Um 9:25 Uhr kamen wir dann am Flughafen an. Der Bus war zum glück noch da. Nach Vorzeigen unserer ausgedruckten Buchung, einem Stirnrunzeln vom Fahrer, aber schlussendlich dem Einlass in den groß angepriesenen Luxus-Super-Duper-Bus, endete vorerst unsere Zeit in Abu Dhabi. Der Bus stellte sich dann als nicht ganz so super-duper heraus. Eher als 0815 Reisebus der schon lange in Benutzung ist. Immerhin gab es kostenloses Wasser. 
Und dann kamen die ersten Ausläufer von Dubai in Sicht. Rechts und Links Hochhäuser. Und dazwischen fast genau so viele Baustellen. Wir in der Mitte auf der siebenspurigen Straße. Wohlgemerkt sieben Spuren in jede Richtung.


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