Dienstag, 11. Juni 2013

Melbourne to Perth Roadtrip - Tag 3



Geschehnisse vom 25.05.2013:


Als wir am Morgen aus dem Van in die kalte Morgenluft hinauskletterten, warfen wir natürlich als erstes einen Blick auf den „Blue Lake“. Wir wussten ja, dass der See wahrscheinlich nicht mehr ganz so blau seien würde. Aber es fanden sich dann doch einige blaue Stellen im See. Meist in Ufernähe. Alles andere war, wie im Lonely Planet beschrieben, recht grau. Maximal dunkel Blau. 
Neben dem „Blue Lake“ gibt es in Mt. Gambier noch zwei ziemlich große „Löcher“ in der Erde (20 - 30 Meter breit). In dem einen ist ein Park angelegt und das andere geht in eine kleine Höhle über.
Besonders das „Loch“ mit dem Park ist schön angelegt. Wenn man möchte kann man dort sogar seine Steaks und Würstchen auf dem BBQ grillen. 
Im zweiten „Loch“ entdeckten wir dann auch mal wieder ein Possum. Die laufen einem in Australien ja relativ häufig über den Weg. 
Dann geht es raus aus Mt. Gambier. Meine erste Fahrt mit „Sam the Van“. Sehr lustig so ein Van. Man fühlt sich mit dem großen Lenkrad ein wenig wie in einem Lkw.
Trotz Winteranfang sind die Landschaften durch die wir fahren noch schön grün. Nach etlichen Kilometern durch hügelige Landschaften wo Bäume die Straße säumen, kommen wir wieder an die Küste. 
Dann kommen wir auch zu der Tankstelle, an der ich schon damals bei meinem ersten Great Ocean Road Trip angehalten hatte. 
Ganz überraschend kam Wolfgang nach kurzer Zeit wieder aus der Tankstelle und hielt mir ein Magnum hin. Wir hatten zwar noch nicht mal gefrühstückt, aber zu so einem leckeren Magnum sagt man natürlich auch nicht nein. 
Von der Tankstelle aus fuhren wir dann den „Scenic Drive“ auf der Suche nach einem gemütlichen Plätzchen für das Frühstück.
Es dauerte nicht lange, dann waren wir beide mit der Aussicht zufrieden. Dann wurde unser Standard Frühstück zubereitet. Wolfgang versicherte mir, dass die Milch auch noch gut war. Wir hatten sie zwar am Tag davor wieder in die Kühltruhe gepackt, aber waren nicht so schlau auch Eis zum Kühen zu kaufen. 
Wir saßen keine drei Minuten in unseren Campingstühlen, dann fing es an zu regnen. Wolfgang kam gerade noch dazu den Van mit dem ersten Surfaufkleber zu verschönern. 
Am Anfang dachten wir, dass es reicht sich unter der Kofferraumklappe unterzustellen. Aber der Regen kam dann irgendwann nicht mehr von oben sondern mehr seitlich. Dann wurde er auch noch immer stärker und stärker. Also blieb uns nichts anderes über, als unser Frühstück im Van zu beenden. 
Nach unserem kleinen Brunch nehmen wir dann wieder Kurs auf Adelaide. Sam kämpfte sich durch die Berge vor Adelaide, schaffte den Aufstieg aber natürlich problemlos ;). 
Wir hatten nicht wirklich einen Plan was wir in Adelaide machen würden, oder ob wir weiterfahren. Ich schlage vor, einen Parkplatz in der Nähe des YHA zu suchen. Denn dort kannte ich mich ja noch vom letzten Mal aus. 
Bei einem leckeren Peanutbuttertoast besprechen wir die Lage. Neben dem weiteren Verlauf des Trips und der Frage wie viele Kilometer pro Tag wir schaffen müssen, um bis zum 1. Juni in Perth zu seien, stellte sich wie gesagt auch die frage wie es denn am aktuellen Tag weitergeht.
Wolfgang wollte natürlich den Tag in Adelaide bleiben, da er noch nie dort war. Außerdem gab es hier die Aussicht auf eine Dusche. 
Nachdem die Hostelsituation im Internet gecheckt war, fanden wir ein kleines Hostel, das sogar einen Parkplatz hatte. Und vor allem war es auch nicht so teuer. 
Nach drei Monaten bzw. vier Monaten Farm kommen wir dann das erste mal wieder in ein Hostel. Schon als ich in Melbourne auf dem Bahnhof angekommen war, musste ich mich erst einmal wieder an die ganzen Menschen gewöhnen ;). Aber die paar Tage Akklimatisierung in der Zivilisation waren genug. So kamen wir schnell mit den Leuten ins Gespräch. 
Nach einer schön warmen Dusche wäscht Wolfgang seine Sachen. Währenddessen starte  ich mit ihm eine kleine Stadttour. Nicht das ich mich sonderlich gut in Adelaide auskennen würde, aber ich konnte mich an ein paar schöne Ecken erinnern. 
Hinter dem Casino entdecken wir dann eine Streetart Ausstellung. Die war wirklich ziemlich nice. Unter anderem waren Werke von Banksy ausgestellt.  
Dann kommt Wolfgang spontan die Idee, dass er Bacon für die Pasta haben will, die es an diesem Abend bei uns geben soll. Finde mal an einem Samstag um kurz nach sechs in Adelaide Bacon. Bzw. erst einmal ein offenen Supermarkt. Man wird erstaunt feststellen, dass alles schon zu hat. Wir haben nach langem Herumgelaufe zwar einen Asiamarkt gefunden, aber der Mann lachte nur, als Wolfgang ihn nach Bacon fragte. So ging es dann mit leeren Händen zurück zum Hostel. Wenigstens kennen wir jetzt Adelaide bei Dunkelheit ;). 
Da unsere Mägen ziemlich knurrten, fingen wir sofort an zu kochen, als wir wieder im Hostel waren. Zum Glück hatten wir noch Massenhaft Käse, der das Mahl sehr gut abrundete.
Als wir essen kommt dann mal ein Mann zum Tisch, mit dem Wolfgang wohl schon mal davor gesprochen hatte. Der berichtet das evtl. etwas verfügbar ist. Wolfgang stimmt zu das er was nimmt. 
Nach dem Essen muss ich dann meine letzte „Payment Information“ zur Farm schicken. Wolfgang macht die Wäsche zu Ende und quatscht mit ein paar Leuten. 
Da wir noch nicht all zu viel für unseren weiteren Trip nachgeguckt hatten, machte ich mich nach dem versenden der Payment Information daran ein paar Info‘s über die Strecke herauszusuchen. Außerdem war Adelaide wahrscheinlich einer der letzten Punkte an dem wir Internet haben würden.  
Den weiteren Abend hatten wir schon um fünf Uhr beschlossen: Um 2 Uhr in der Nacht aufstehen und zusammen in eine Sportsbar gehen, um dort das Champions League Finale anzugucken.

Deshalb gehe ich auch schon um 11 ins Bett. Denn wir sollten vielleicht ein bisschen ausgeschlafen sein, wenn wir am nächsten Morgen die nächsten 600 - 700 km unseres Trips in angriff nehmen würden.

Und wie immer noch ein paar mehr Bilder:






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Sonntag, 9. Juni 2013

Melbourne to Perth Roadtrip - Tag 2



Geschehnisse vom 24.05.2013:


Wir wachen auf, als ein Auto mit Warnblinklicht vor uns steht. Im ersten Moment schießt uns natürlich der Gedanke an einen Ranger durch den Kopf. Doch durch die angelaufene Scheibe können wir nicht genau erkennen was draußen vor sich geht. Also warten wir. An dieser Stelle sei angemerkt, dass es auf der gesamten Great Ocean Road (Strände mit eingeschlossen), nicht erlaubt ist, im Auto zu Schlafen. 
Aber auch nach 10 Minuten hat noch niemand am Van geklopft. Erleichtert lassen wir uns wieder auf die Matratze sinken und dösen noch ein bisschen vor uns hin.
Doch die ersten Sonnenstrahlen sind schon zu sehen, also stehen wir auf um dieses schöne Schauspiel zu beobachten. 
Das Auto mit Warnblinklicht stellte sich dann als Baustellenfahrzeug heraus. Nach kurzer Nachfrage erfuhren wir, dass an diesem Tag ein Haus nach unten an den Strand gebracht wird. Wohl für ein Surftunier. 
Da wir mit 6:30 Uhr noch relativ früh dran sind, fahren wir erst einmal ein bisschen die Great Ocean Road entlang. (Einer der Bauarbeiter war so nett und öffnete uns noch einmal die Absperrung die schon aufgestellt worden war ;) )
Irgendwann finden wir dann ein relativ schönes Plätzchen zum Frühstücken. Die Sonne brutzelt derweil auch schon ein wenig. So sitzten wir in der wärmenden Morgensonne auf einer Holzbank mit Meerblick und genießen unser Müsli mit Apfel und Milch. - What a life!
Dann fahren wir halt wieder die Great Ocean Road. Ich habe diese ja schon einmal mit Tim und Marcel gemacht, aber Wolfgang wollte das ganze natürlich auch sehen. Als wir gegen spätem Mittag an den 12 Aposteln ankommen, fängt es an zu regnen. 
In Warnambool halten wir natürlich an der Käsefabrik. Wolfgang wurde dann auch am Käseregal fündig. Danach gehen wir noch zu Hungry Jack‘s schütteln. Unser Mittag besteht dann dank free Fries und einem 2 für 1 Gutschein aus Pommes und zwei Burgern. 
Da Warnambool relativ groß ist und Wolfgang noch eine Versicherung für den Van brauchte, fuhren wir noch zur nächsten Commonwealth Bank. 
Dort kündigte er dann die Versicherung von seinem anderen Auto, dass er noch auf den letzten Drücker losgeworden war. Und so hatte der Van dann nach knapp 30 Minuten eine Versicherung. 
Von Warnambool aus ging es dann Richtung Mt. Gambier. Dort gibt es einen „Blue Lake“. Einen See, der aus unerklärlichen Gründen Blau ist. Jedenfalls im Sommer. Im Winter färbt er sich dann Stahlgrau. 
Da wir den See sowieso angucken wollten und es auch zu dunkel zum weiterfahren war (Stichwort: Kängurus), suchten wir uns einen Schlafplatz in Mt. Gambier. Wir wurden direkt am See fündig. Dort gab es absolut keine Laternen oder sonstige Beleuchtung. 
Also stellten wir uns dort auf eine Art Parkplatz. Wobei wir bis heute nicht wissen ob es wirklich ein Parkplatz war ;). 
Wir warfen dann noch kurz einen Blick auf den See, aber außer dem silbernen Schimmern des Mondlichts auf dem Wasser, war er schwarz. Aber es war ja auch dunkel. 
Wir überlegten noch kurz was wir noch machen könnten, jetzt wo wir ja in einer relativ großen Stadt waren. Die Pub‘s fielen jedoch schon einmal weg, da ich noch krank war. Das Kinoprogramm sagte uns auch nicht ganz so zu. Also entschieden wir uns, einfach ein kleines eigenes „Kino“ in unserem Van aufzubauen. 
Und nachdem wir beide mit dem Gefummel an unseren Handys fertig waren, klappten wir den Laptop auf und guckten Hangover 2. 

Und hier noch mal ein paar Bilder von der Great Ocean Road im Winter:

















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Samstag, 8. Juni 2013

Melbourne to Perth Roadtrip - Tag 1


Geschehnisse vom 23.05.2013:

Um 6:45 Uhr hieß es schon aufstehen. Quasi so wie wir auch immer zur Arbeit aufgestanden sind. So konnten wir dann alle auch noch einmal zusammen Frühstücken. 
Gevyn, Paul und Marc sind dann zehn Minuten bevor ich losmusste zur Arbeit gefahren. So konnte ich mich auch noch von ihnen verabschieden. 
Nachdem ich mich dann noch von Kate verabschiedet hatte, wurde es doch noch ein wenig knapp mit dem Zug. Aber schlussendlich stand ich pünktlich am Bahnsteig. War ja auch nur ein Lauf von 1 Minute zum „Bahnhof“ ;).
In Bendigo mussten dann kurz alle aus dem Zug, damit ein anderer angekoppelt werden konnte. Dann wieder alle rein in den Zug und weiter ging‘s. Allerdings nicht lange. Irgendwann hielt der Zug einfach. Nach Fünf Minuten kam dann eine Ansage. 
Der Zug habe ein Känguru überfahren und man müsse jetzt erst einmal gucken ob mit dem Zug alles in Ordnung sei. - Da dachten sich auch alle, was denn ein Känguru einem massiven Zug anhaben konnte.
Die Minuten verstrichen. Allgemeine Unruhe breitete sich aus. Die Leute rannten mit ihren gezückten Handys durch den Zug und versuchten verzweifelt Empfang zu bekommen. Bei ein zwei klappte es wohl sogar. Aber wir waren halt in der Pampa.
Nach einer Stunde kam dann mal ein Bahnangestellter durch das Abteil. Er sagte, dass das Känguru wohl ein paar Kabel unter dem Zug rausgerissen hatte und deshalb die Elektronik spinnt. - Super. Ich hatte mit Wolfgang eigentlich ausgemacht, dass wir uns um 10:45 Uhr in Melbourne Southern Cross treffen.  
Ich konnte mir dann noch ein bisschen Zeit mit einer Zeitung vertreiben, die ich von einer Australierin bekommen hatte. 
Als der Bahnangestellte dann noch mal vorbei kam, erklärte er uns, dass es leider auch  nicht möglich ist uns mit Bussen abzuholen, da die „Straßen“ die vorhanden waren nur von Allradfahrzeugen zu befahren seien. 
Nach zwei Stunden kam dann der nächste Zug nach Melbourne neben uns angerollt. Dann hielt er und es wurden kleine Brücken zwischen den Zügen aufgebaut. 
Über diese konnten wir dann in den anderen Zug gehen und schlussendlich nach zwei Stunden weiterfahren. 
Zwischendurch hatte ich zum Glück dann mal Empfang um Wolfgang zu sagen was los ist. Dieser hatte sich schon so gefreut endlich was essen hu können. Musste er dann aber alleine machen :).
Gegen ein Uhr rollte der Zug in Melbourne ein. Wir brachten schnell meinen Rucksack in den Van und suchten dann was zu Essen. Da habe ich Wolfgang dann die Huungry Jack‘s App gezeigt. Da haben wir dann auch gegessen. Denn so einen schönen 50% Gutschein kann man ja nicht einfach verfallen lassen ;).
Nach unserem Essen und dem Austausch der ersten Farmerlebnisse, machten wir uns auf den Weg zu IKEA.
Denn Wolfgangs Van war noch nicht komplett ausgestattet. Zu unserem Glück stellten wir fest, dass es auch einen Kmarkt und einen Coles neben dem IKEA gab. Alles was wir brauchten. 
Bei IKEA kauften wir dann ein paar Boxen, die später einmal unter die Bettkonstruktion im Van kommen sollten. Außerdem ein Bettlaken, Besteck, Teller, Becher, Schalen und ein Schneidebrett. 
Danach bei Kmarkt sorgten wir für die Campingausstattung. Schlafsäcke, Kühlbox, Gaskocher, Campingstühle, Töpfe und noch ein paar Küchenutensilien. Coles ließen wir aus und fuhren lieber zum Aldi. 
Da machten wir dann unseren großen Lebensmitteleinkauf. Natürlich mit den üblichen Verdächtigen: Dosensuppen, 3 Minuten Nudeln, Pasta und Saucen. Aber auch Früchte waren dabei ;). 
Am späten Nachmittag, fast schon früher Abend, geht es dann endlich in Richtung Great Ocean Road. 
Wir verfahren uns zwar noch einmal auf dem Highway in der Stadt, aber nach 1 1/2 Stunden kommen wir in Torquey an - dem Start dem Great Ocean Road. 
Nach kurzer Besprechung entscheiden wir zum Bells Beach zu fahren und dort zu schlafen. 
Kommen um neun Uhr dort an. Dann bauen wir das Auto noch ein bisschen um. Bells Beach stellt sich dann als Top Schlafplatz heraus. Mit Meerblick, aber in einer dunklen Ecke stellen wir „Sam the Van“ ab. 
Komischerweise kommen ab und zu doch mal Autos und halten. Aber alle fahren nach kurzer Zeit weiter. Mit zwei belgischen Backpackern aus einem Van erzählen wir dann noch kurz aber wir sind beide Müde da wir noch im Farm-Schlafrhythmus waren ;)
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Mittwoch, 22. Mai 2013

Tomaten Fun Facts



  • Tomaten kommen ursprünglich aus Mittel- und Südamerika. 
  • Im Durchschnitt isst jeder Deutsche 22 Kilo Tomaten im Jahr. 
  • China ist größter Tomatenproduzent mit über 31 Millionen Tonnen pro Jahr. 
  • Tomaten sind nicht immer rot. Es gibt sie in Gelb, Weiß, Orange, Rosa, Schwarz, Braun, Grün, Violett und Rosa. 


Rund um die Farm


Gesamtzahl Buckets:
normale: 1211
Cherry: 45
Boxen im Packing: 2453


Bucketfassungsvermögen:
normaler Bucket: ca. 208 Tomaten 
Cherrybucket: ca. 2000 Tomaten


Gesamtzahl gepickter Tomaten:
normale: 252.287 
Cherry‘s: 109.755


Gesamtmasse Tomaten gepickt und gepackt: 
eine Tomate im Durchschnitt: 40 Gramm
1 Großer Bin = 400 Kg oder 40 Buckets
-> 30,3 Bins alleine gepickt
--> 12,11 Tonnen Tomaten alleine gepickt

1 Box im Packing = 10 Kg
-> 24,5 Tonnen auf Paletten gestapelt 


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Geld wächst nicht auf Bäumen, aber auf Sträuchern! - Teil 3




Geschehnisse vom 05.03.2013 bis zum 22.05.2013:

Das Picken dauert für mich dann noch ca. 1 weiteren Monat. Marcel, Marcus und ein paar andere wurden in der Zwischenzeit den Wires zugeteilt. Es gibt auf der Farm ja nicht nur Bodentomaten, sondern auch Strauchtomaten, die zwischen gespannten Drähten wachsen. Und diese Felder werden über den Winter abgebaut. Als erstes werden die Wires auf Spulen aufgewickelt. Danach werden die leeren Pfosten aus der Erde gezogen und in Bündel verpackt. Dann werden mit einem Traktor, der hinten einen „riesen Rasenmäher“ dran hat, die restlichen Pflanzen zerhäckselt. Und ganz zum Schluss werden dann die Plastikfolien entfernt, die in Bahnen auf dem Feld gespannt sind. Warum auch immer. Wohlmöglich für den Schutz der Tomatenpflanzen. 
Nun ja, nach einem weiteren Monat Picken, bin ich dann auch zu den Wires. 
Ich weiß nicht genau welcher Job jetzt besser war oder ist. Aber beim Wiring kriecht man schon mal nicht auf der Erde rum. Ein großer Vorteil gegenüber dem Picken. 
Doch wie läuft ein Tag im Wiring ab? In etwa so:
Je nachdem ob das Feld schon „geclippt“ ist (die Wires sind an den Pfosten mit kleinen Drähten festgemacht, die erst alle gelöst werden müssen), oder nicht, geht es erst mal ans Clippen. Für einmal das Feld runter braucht man ca. eine Stunde. Wenn man zwei Reihen auf einmal clippst jedenfalls. Wenn man nur eine macht logischerweise die Hälfte der Zeit. 
Wenn das dann erledig ist, geht es ans aufwickeln. Leider sind die Pflanzen meist so dicht, dass man die Wires erst einmal rausrupfen muss. So dauert es dann am Ende meist über eine Stunde bis eine Spule voll ist. Neben dem steckenbleiben der Wires, kommt es des öfteren auch zu „Snaps“, sprich ein Wire reißt. Im Idealfall, reißt das Wire direkt an der Spule. Wenn es nicht so gut läuft irgendwo im Feld. Dann kann man erst mal schön 150m absuchen. Ah, das hatte ich vergessen. Die Felder sind meist ca. 300m lang. Da die Gefahr von Snaps auf 300m aber noch größer ist, als auf 150m schneiden wir die Wires in der Mitte durch und ziehen die Enden dann jeweils von den beiden Enden des Feldes raus. Das spart uns eine Menge Zeit und Nerven. 
Ist eine Spule dann voll, wird diese von der Maschine gezogen. Dann werden die geschätzten 150 Kg auf eine Palette gehievt. Und so geht das dann den ganzen Tag. Später haben wir dann auch noch zwei Macheten bekommen, um effektiver gegen die Pflanzen vorgehen zu können ;). Aber selbst mit diesen hat es immer noch über eine Stunde gedauert bis eine Spule voll war. 
In Hochzeiten haben wir so mit 6 Leuten an zwei Maschinen gearbeitet. Eigentlich viel zu viel, da wir nach Spule bezahlt werden. So mussten wir das Geld zu sechst teilen. 
Wenn unsere Paletten dann voll waren, ging es ans Entladen. Eines der Highlights im Wiring. Entladen als Highlight? Oh ja, denn man musste die Paletten mit einem Gabelstapler vom Anhänger heben und dann stapeln. Und das war immer ein Heidenspaß. Und das machte ich dann bis gestern. Dem 21. Mai. Denn gestern war mein letzter Arbeitstag. Mein Visum hab ich in der Tasche. Es gibt also nichts mehr was mich hier hält. 

Und was war in dieser Zeit auf dem Campingplatz los? 
Eigentlich wie immer. Neue Leute kommen und gehen. Die Situation in der „Küche“ hatte sich etwas verbessert, drohte aber wieder zu kippen. 
Unter anderem kamen auch Eileene, Paul, Marco, Lukas, Michael und noch ein anderer Paul zu uns auf den Platz. Mit den hatten wir stets sehr viel Spaß. Jedoch drohte das Wetter uns einen Strich durch die Rechnung zu machen. Es wurde immer kälter und kälter. Und auch nach dem Gewitter, wollten wir nur noch in den Pub mit einem festen Dach über dem Kopf. Und so kam es dann auch. Wir zogen um. Ging alles ganz schnell. Einen Abend bekamen wir eine SMS, dass wir am nächsten Tag einziehen können. Also am nächsten Tag kurz Eileenes Auto ausgeliehen und unser Zeug in den Pub verfrachtet. Leider mussten wir die anderen Leute erst mal zurück lassen. Aber wenigstens war es ab dem 5. März dann wieder schön warm in den Nächten.  Und da der Campingplatz sowieso nur 100m entfernt war, war das alles kein so großes Problem. Nach der Arbeit hing ich trotzdem noch dort rum. Denn da waren ja fast alle, mit denen ich die letzten Wochen überstanden hatte.
Mit Paul, Marco und Lukas angelte ich dann immer mal am Fluss, der direkt am Campingplatz vorbeifloss. Und siehe da ich kann es noch ;). An einem Tag habe ich glatt 5 Fische rausgezogen. Und dann aber auch wieder reingesetzt, in ihr wohliges Nass ;). 
Erwähnenswerte Ereignisse sind sonst nur die Faustgroße Motte, die ich eines Abends auf dem Weg nach Hause gesehen habe. Die auf 1,50$ reduzierte Torte, die ich beim Woolworth entdeckt habe. Und auf jeden Fall der Fakt das Annika, die ich auf der Farm kennengelernt habe, auf dem Georg-Herwegh-Gymnasium war. In Hermsdorf. Nur ein paar Kilometer von Glienicke entfernt. Die Welt ist halt klein ;). 

Tja, dass war sie, die Zeit auf der Tomatenfarm. Wie geht es jetzt weiter?
Morgen werde ich (leider etwas verschnupft) mit dem ersten Zug um 7:45 Uhr nach Melbourne nehmen. Nach drei Stunden Fahrt komme ich dort dann an und treffe mich mit Wolfgang, den ich aus Sydney kenne. Er hat sich einen Campervan gekauft. Und mit diesem starten wir dann gegen Mittag von Melbourne. Mit dem Ziel: Perth. 3418 Km trennen Melbourne und Perth. Auf dem direktesten Wege versteht sich. Mal gucken wo es uns hin verschlägt. Nur eins ist Sicher. Wolfgang muss bis zum 31. Mai in Perth sein. Denn am 1. Juni geht sein Flug nach Bali. Mal gucken ob er alleine fliegt oder mich noch überzeugen kann, man weiß ja nie...

Bilder:

Der Fluss am Campingplatz







So müsste ds immer sein...
Die Maschinen. Davor das Zeug was beim rausziehen mitgekommen ist...

Immer mit dabei: Handschuhe und Zange

Damit sind die Wires an den Pfosten festgemacht

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Samstag, 18. Mai 2013

Geld wächst nicht auf Bäumen, aber auf Sträuchern! - Teil 2



Geschehnisse vom  20.02.2013 bis ca. 04.03.2013:


Man merkt also schon, dass das Leben in Rochester nicht außergewöhnlich spannend war. Man könnte auch sagen, wenn man von der Arbeit kam war es ziemlich langweilig (was nicht heißen soll, dass das monotone Tomatenpflücken in irgend einer Weise interessant ist). Aber man musste sich halt irgendwie damit arrangieren.
Nach ca. zwei Wochen auf der Farm kommt eines Morgens mal Sam zu mir. Er bietet mir einen anderen Job an, da ich mich wohl ganz gut beim Pflücken angestellt habe ;). Der neue Job wäre in der Verpackung. 15$ die Stunde. Ich müsse nur die Kisten zu machen und dann auf Paletten stapeln. - Easy. Aber der ganze Spaß ging natürlich noch nicht gleich los. Ich sollte mich noch zwei, drei Tage gedulden, dann käme er wieder.
Einen Tag später fuhr er dann erst einmal nach Queensland zu seiner Familie. Und kam so schnell dann auch nicht wieder. Genau genommen dauerte es zwei Wochen. Und wie es ja kommen musste, hatte er in diesen zwei Wochen den Vertrag für das Packingshed (Blechhalle wo Verpackt wird) verloren. Es arbeiteten jetzt nur noch Asiaten von einem anderen Contractor dort (Contractor = Person die die Arbeiter auf der Farm beschäftigt. Niemand ist also direkt bei der Farm angestellt. Hat vermutlich was mit illegalen Arbeitern und Steuern zu tun ;)).
Da war die Stimmung natürlich schon etwas gedämpft bei mir. Aber nach einer Woche war es ja eigentlich fast klar, dass das wohl nichts mehr wird. 
In diesen zwei Wochen hatte ich dann jedoch trotzdem einen Einsatz in einem anderen Packingshed. Nur das in diesem keine Gourmettomaten verpackt wurden, sondern Saucentomaten. Und die Bezahlung war auch anders geregelt. Anstatt stündlich, bekam man für jede gefüllte 10 Kg Box, 45 Cent. Diese 45 Cent mussten dann noch mal durch die Anzahl der Arbeiter geteilt werden und das war dann der Lohn. Soweit ich mich recht erinnere waren wir an diesem Tag vier Leute. Am Ende hatten wir 505 Boxen gefüllt. Der Rest ist Mathe. Und vor allem sehr deprimierend... 
Zudem die Maschine immer wieder den Geist aufgab. Das reparieren dauerte dann auch erst mal geschlagene 1 1/2 Stunden. Und so kamen wir dann am Ende auch auf eine schöne Arbeitszeit von 14 Stunden. 
14 Stunden in denen ich verdammte 505, 10 Kg Boxen auf Paletten gestapelt habe. Jeweils sieben Kisten hoch. Die Paletten waren dann so ca. 2,10m hoch. Für alles andere hätte ich ne Leiter gebraucht. 
Für 15$ die Stunde ist das sicherlich noch ertragbar. Aber per Box bezahlt der letzte Scheiß. 
Komischerweise meldete sich mein Rücken nicht durch Schmerzen. Weder an diesem Tag noch am nächsten Morgen. 
Wenn man so will, war das vielleicht eine der abwechslungsreichsten Arbeitswochen. Denn zwei Tage später kommt Eggy, der Traktorfahrer, zu mir. Er fragt mich ob ich Schaltwagen fahren kann und evtl. den Traktor fahren will, da er an diesem Tag anfängt beim Wiring zu arbeiten (Wiring wird in Teil 3 ausführlich erklärt).
Und so tuckere ich dann mit einem kleinen, alten, blauen Traktor mit Anhänger über das Tomatenfeld und sammle die vollen Buckets ein. Bei dieser Arbeit wird man auch mehr mit Spaß bezahlt, als mit Geld. Denn pro gefülltem großen Bin gibt es nur 8$. An diesem Tag waren wir zum Glück nur zu zweit auf dem Traktor. So hat dann jeder 4$ pro Bin bekommen. Fünf haben wir an diese Tag voll gekriegt...
Mit dem Picken ließ sich da noch am meisten Geld machen. Und auch da gab es teilweise immer mal wieder etwas neues. So lief einem mal eine kleine Feldmaus über den Weg, eine besonders hässliche Art von Grashüpfern huschte an einem vorbei oder Falken kreisten über einem. Man lernt das einfache zu genießen ;). 
Oder aber, es krabbelt eine Spinne vor einem entlang. Aber nicht irgend eine Spinne. Das wäre ja schon wieder fast langweilig. Nein, wenn mal eine Spinne vor einem krabbelte, so war es eine Redback. Oder auf deutsch Rotrückenspinne. Eine der gefährlichsten Spinnen in ganz Australien. Wir hatten eine Gruppe von  vier Franzosen, die generell etwas komisch waren, schon für verrückt erklärt, bis wir selber eine dieser kleinen Spinnen sahen. Die Redback erinnert sehr an eine schwarze Witwe. Nur mit einem roten Streifen auf dem Rücken. Sieht eigentlich ganz harmlos aus. Aber die kleinen sind ja meist die gefährlichsten ;). Die Sichtungen von Redback‘s nahm dann in einem Feldabschnitt rapide zu. Aber trotzdem wurde natürlich munter weitergepickt. Man musste halt nur ein bisschen besser aufpassen...
Neben Redback‘s krabbelten nur noch Wolfsspinnen zwischen den Büschen rum, die zwar groß und gefährlich aussehen, aber nicht giftig sind. Und wenigstens wussten wir, nachdem wir ein paar von den Spinnen gesehen hatten, wer für die abgenagten Grashüpfer zwischen den Pflanzen verantwortlich war :).

Auf dem Campingplatz herrschte indessen weiterhin ein munteres Kommen und Gehen. Das alleine wäre ja kein großes Problem. Aber das ganze wird zum Problem, wenn die Leute nicht bezahlen, bevor sie gehen. Und genau so kam es. Das schlug wiederum auf die Stimmung des Campingplatzchef‘s. Verständlich. Er war schon kurz davor unsere „Küche“ dicht zu machen und uns die Kühlschränke wegzunehmen. Denn neben dem Nicht Bezahlen war da noch das Problem, dass niemand seinen Müll wegräumte. So wurde die „Küche“ immer mehr zur Mülldeponie. 
Aber es erbarmte sich dann irgendwann eine Gruppe von Leuten und räumte auf. So durften wir wenigstens unsere „Küche“ behalten. 
Marcel‘s Handy tauchte dann auch wieder auf. Als ein älterer Mann in eine andere Cabin ziehen wollte, fand Greg beim Saubermachen das Ladekabel und den Adapter. Damit war der Dieb natürlich eindeutig überführt und wurde auch des Platzes verwiesen. Zum Abschied gab es natürlich noch mal ordentlich Gezeter. 
Eines Abends, kam dann das große Gewitter. Es hatte sich schon den ganzen Tag angekündigt. Die Wolken waren tief schwarz und es herrschte ein eisiger Wind. Um halb zehn ging es dann los. Zusammengerollt lag ich im Zelt und versuchte zu schlafen. Dann kam der erste Donner. Noch relativ weit weg. Aber das Gewitter kam immer näher und der Himmel wurde regelmäßig von hellen Blitzen erleuchtet. Und es kam näher und näher. Dann war es über uns. Ein Blitz schlug vielleicht 150 Meter vom Zelt entfernt ein. Dann war alles dunkel. Für einen Moment war es komplett still. Bis die Luft von einem ohrenbetäubenden, bösen, dunklen Donnern erfüllt wurde. Dann gingen die Lampen wieder an. Die Blitze schlugen nun etwas weiter entfernt ein. Aber der Donner war immer noch der stärkste den ich bis jetzt gehört habe. Nach 2 Stunden war der Spuk dann vorbei. So konnte ich dann auch den Punkt „Befinde dich im Zentrum eines Gewitters und überlebe“, abhaken. Und mich endlich meinem wohl verdienten Schlaf hingeben...

Bildertime:

Bucket

Tomatenfeld




Hand nach dem Picken
Packingmaschine

Packingshed



"Straße" zur Farm

Rochester Center
Unsere "Küche"

Unsere "Spüle"


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