Sonntag, 1. Dezember 2013

Newcastle


Der 22.11.2013:

Isa meinte zwar, dass es in der Nacht nicht geregnet hatte, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich kurz durch das trommeln der Tropfen auf meinem Zelt wach geworden bin. Oder ich habe vielleicht einfach nur sehr realitäsnahe Träume :D
Von unserem schönen Spot ging es zurück zur Hauptstraße. War ein ziemlicher Krampf, da sich die Straße in der Nacht leider nicht von selber verbessert hatte. Wieder zurück auf der Hauptstraße, war es erst mal ziemlich langweilig. Ein bisschen Landstraße und Highway. Einen Nationalpark ließen wir links liegen, da es nach Regen aussah und wir keinen Bock hatten :D
Dann kam die Abbiegung nach Port Nelson. Wir sind erst mal einfach durch gefahren und wollten alle schönen Punkte dann auf der Rückfahrt von Port Nelson abklappern. 
In Port Nelson angekommen, spazierten wir dort ein bisschen rum. In der „Delphinhauptstadt“ Australiens gab es allerdings nicht so viel zu tun. Aber immerhin, es gab einen Coles, in dem wir auch ne Weile drin waren und allerhand unnützes Zeug kauften :D
Dann ging es zurück. Eigentlich wollten wir ja alles Punkte abklappern, aber das Wetter war schlecht und die Motivation am Boden. Warum auch immer. Das einzige, wo wir anhielten, war das angeblich größte Hai und Rochen Center der Welt. Dort konnte man beide Arten Füttern. Lars huschte mal kurz durch ohne entdeckt zu werden und kam mit erschreckenden Bildern auf seinem Handy wieder. Schon irgendwo abartig in was für kleinen Becken die Tiere dort leben mussten. 
In Lonely Planet war eine 30 Kilomter große Wanderdüne in der Nähe der Stadt Stockton beschrieben. Als wir jedoch in Stockton waren, war nichts ausgeschildert und wir konnten die Düne leider nicht aufspüren. Ja ich weiß, sie ist 30 Kilometer lang, aber wir konnten sie einfach nicht finden. 
Das einzige andere was wir in Stockton machen konnten, waren Drifts im nassen Gras. Und mal ehrlich. Die haben garantiert mehr Spaß gemacht, als diese blöde Sanddüne :D
Lars rief von Stockton aus dann eine alte WG Mitbewohnerin an. Diese wohnte gerade in Newcastle, was nur noch 20 Kilometer weit weg war. Schon in Port Nelson hatte sie geschrieben, dass sie gerade im Zug von Sydney nach Newcastle sitze. Wir wären jedoch herzlich in die WG eingeladen. Wir könnten dort schlafen und am Abend würde es ein großes Dinner mit 10 Leuten geben. Nu ja, warum nicht? :D
Einziges „Manko“ war, dass wir uns bis um fünf Uhr alleine beschäftigen mussten. Wir parkten das Auto in der Nähe der Wohnung und liefen dann ein bisschen durch die Stadt. Die Bude lag ziemlich zentral, sodass wir es nicht weit hatten. Auf unserem Spaziergang konnte uns Newcastle jedoch nicht gerade überzeugen. Es war trist, fast hässlich, kalt, regnerisch und wenn man am Wasser lief, fiel einem immer auf der linken Seite die ganze Industrie ins Auge. 
Ein bisschen besser war da die große Kirche die auf einem Berg über der Stadt thronte. Auch wenn der blinke Weihnachtsbaum am Eingang irgendwie mal gar nicht ging. 
Als wir wieder aus der Kirche raus waren, deren Turm natürlich geschlossen war, als wir mal da waren, war es schon kurz nach fünf. Lars rief noch mal bei Theresa an und sie verabredeten sich vor der Haustür. 
Das komische war gewesen, dass wir die Hausnummer gar nicht gefunden hatten. Und irgendwie sah in der Straße auch nichts nach Wohnhaus aus. Aber als wir dann vor einem Haus mit abgehangenen Schaufensterscheiben standen, wurde einiges klar. Als Theresa dann noch ihren Kopf aus der passenden Tür steckte war alles klar. Von außen pfui, von innen hui, würde es wohl treffen. Das Haus war schon nicht schlecht. Es war dreistöckig, ganz gut geschnitten, hatte zwei Küchen und eine geniale Terrasse. 
Gordon und Mario waren mit den Vorbereitungen für das Dinner schon voll im Gange. Wir konnten nicht wirklich helfen, also schafften wir erst mal unsere Sachen rein. Danach konnten wir dann ein bisschen beim Tische räumen und decken helfen. Die Zeit verflog und es kamen noch die restlichen Leute. Unter anderem auch der Vermieter. 
Das Essen bestand aus einer „Baconbomb“ (mit Bacon umwickelter und mit Pilzen, Käse und Jalapenos gefüllter Hackbraten) dazu gab es Kartoffelspalten mit Zucchini und Aubergine. Es war köstlich. Außerdem hatte ich endlich mal wieder das Matso‘s Mango Bier gefunden, das in Broome gebraut wird. Dort hatte ich es aus irgend einem Grund nie probiert. Und leider musste ich feststellen, dass es ziemlich gut schmeckte...
Der erste Braten war vernichtet, da waren schon fast alle satt. Und es sollte sogar noch einen Nachtisch geben. Dieser war dann das Tüpfelchen auf dem i. Ein Tiramisu mit in Rum getränkten Spekulatius. Es war ein Traum. Wenn einer von den Köchen das lesen sollte: Noch mal n fettes Danke :)
Nach einer Weile kamen dann noch kurz Freunde des Vermieters, die dann aber schnell wieder gegangen waren. Der Vermieter auch, da er noch ein Ticket für eine Art Zirkus in der Stadt hatte. Das war wohl ein ziemlich großes Ereignis in Newcastle. Bei uns wurden dann noch mehr alkoholische Getränke vernichtet, bis wir schließlich alle in einen der umliegenden Clubs zogen. 
Dort blieb ich mit Gordon, Mario, TimTam und Theresa bis zum Schluss gegen drei Uhr. Wir waren wirklich die letzten und der DJ spielte den letzten Song nur für uns :D
Lars und Isa waren in der Zwischenzeit mal aus Versehen aus dem Club gegangen und kamen dann nicht mehr rein. 
Sie waren dann schon im Bett als wir wieder in der WG waren. Wir saßen noch ein bisschen zusammen, ich tätigte einen Anruf bei meinem ollen Cousin der schon wieder ein Jahr älter geworden war und dann ging es für mich auf die Couch ein bisschen Schlafen :)






Und der 23.11.2013: 

Das ganze Haus schlief erst mal ganz entspannt bis 12 Uhr. Da erwachten dann die ersten. Komplett am Frühstückstisch waren wir aber erst um eins :D
Draußen bot sich ein ernüchterndes Bild. Wolken und Regen. Also hieß es mal wieder Laptoptime. Die Küche verwandelte sich in ein Homeoffice und jeder Brütete über seinem Bildschirm. Als der Regen dann etwas nachließ, ja regelrecht drohte, komplett aufzuhören, entschieden sich Lars, Isa und ich uns mal das Museum of Newcastle anzugucken. 
War ganz ok. Es gab auch ein paar Arbeiten von Kunststudenten, die fast das beste waren. Als wir durch waren, setzten wir uns noch für 20 Minuten an einen Tisch in der Sonne, bis das Museum zu machte und dann ging es an der Promenade wieder Richtung WG. Nach einem kleinen Abstecher zum Hafen, waren wir dann wieder da.
Theresa hatte in der Zwischenzeit alles für das Essen besorgt. Wir warteten noch etwas, beschäftigten uns wieder mit unseren Laptops und dann fingen wir an zu kochen. 
Die Pfandkuchen mit Ruccola, Schinken, Apfel und Käse waren der Hammer und wir aßen mal wieder alle viel zu viel. Am Ende gab es die Rest mit Sherry. 
Ein paar gingen dann noch mal weg, Gordon, Isa und ich blieben aber da und saßen auch so noch bis drei Uhr zusammen. 


Und dazu noch der 24.11.2013:

Entsprechend lange schliefen wir wieder am nächsten Tag. Die Wetterlage sah mal wieder nicht sehr berauschend aus. So hieß es mal wieder Laptoptime. Aber selbst als Lars, Isa und Theresa zu einem Spaziergang zum Leuchtturm aufbrachen, konnte ich mich nicht recht überwinden. Ich schrieb lieber und quatschte ein bisschen mit Gordon.
Gegen halb fünf schoben wir uns dann mal die Rest des großen Dinners in die Mikrowelle. Kurz darauf kamen die andern dann auch wieder. Gordon plante dann, auf einen Berg zu gehen, von dem aus man den Sonnenuntergang perfekt sehen konnte. Da waren dann alle dabei, außer Lars, der sich hingelegt hatte. 
Wir schossen ein paar Fotos und dann ging es wieder zurück. Mit einem kleinen Abstecher bei Coles. 
Zum Dinner gab es dann eine Süßkartoffesuppe, die mal wieder ihresgleichen suchte. In großem Grüppchen saßen wir dann wieder lange zusammen. Ich ging dann noch mal Skypen und nach Flügen gucken. Und dann kam ich auch wieder viel, viel zu spät ins Bett. 




Als letztes der 25.11.2013:

Auch wenn wir eigentlich früh los wollten. Schliefen wir ziemlich lange. Isa weckte mich auf der Couch gegen kurz nach 10 schätze ich mal. Ein wunder, dass ich nicht vorher wach geworden war. Kurze Zeit später kam Lars dann auch aus dem Bett gekrabbelt. 
Mit Gordon und Mario frühstückten wir dann alle zusammen. Dann ging es langsam ans packen. Irgendwie war Lars und mit noch nicht so wirklich nach abreisen. Als wir Isa dann jedoch damit konfrontierten, war die Hölle los. Jaja, die Isa hat halt ihren eigenen Kopf. 
So packten wir dann alles und machten uns abfahrbereit. Wir verabschiedeten uns von allen und dann sollte es noch zu zwei Galerien in der Stadt gehen. Als wir bei der ersten ankamen, stellten wir fest, dass sie Montags geschlossen hatte. Auf Nachforschung im Internet, stellte sich heraus, dass dies bei der zweiten ebenso der Fall war. Also sind wir angepisst zum Woolworth einkaufen gegangen. Lars und ich brauchten etwas länger, sodass Isa schon vorgelaufen war. Als wir dann jedoch auf dem Weg zum Auto waren, find es an wie aus Eimern zu schütten. Also stellten wir uns erst mal ne Weile lang unter. 
Irgendwann wurde es weniger und wir schafften es mehr oder weniger trocken zum Auto.
Wir nahmen Kurs auf Sydney, da man durch einen der Außenbezirke durch musste, um in die Blue Mountains zu kommen.
Die Fahrt war bis auf das Ende ganz entspannt. Dann kamen wir aber genau zum Feierabendverkehr in dem Suburb an. Da kämpften wir uns dann über ne‘ Stunde durch den Verkehr. Unsere angepeilte Rest Area stellte sich dann auch noch als totaler Reinfall heraus. Wir entschieden uns weiter zu fahren. 
Alle Rest Areas auf dem Weg in die nächste Stadt waren geschlossen. So kamen wir schließlich in Lithow an und hatten immer noch keinen Platz für die Nacht. Aber dann zeigte mir die App, die ich mir noch am Morgen runtergeladen hatte, an, dass es eine Rest Area sechs Kilometer nördlich von der Stadt geben sollte. Wir hatten aber Hunger. So stoppten wir an einer kleinen Grünfläche mit einem Tisch, gegenüber der Touristeninformation und finden bei 10° C (!!!) an zu kochen. Wir waren sehr froh als das Essen dann fertig war und es uns von innen ein bisschen wärmte. Ich glaube so kalt war es seit Perth oder auf der Farm nie wieder gewesen. 
Nach dem Essen haben wir dann alles schnell ins Auto geräumt und Kurs auf die Rest Area genommen. Zum Glück hatte die App recht und die Rest Area existierte. Sie war zwar nur spartanisch eingerichtet, aber wir brauchten ja auch nichts mehr für die Nacht. 

Schnell wurde das Camp errichtet, dann flüchtete ich in den warmen Schlafsack, in dem mit dann gaaaanz langsam wieder warm wurde ;)

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